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Zwei Tiere verfingen sich in ausgelegten Schlingen : Katzenhasser schockt Mestliner Tierschützer

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Wer tut so etwas? Unbekannte legten Drahtschlingen aus, in denen sich Katzen verfingen. Qualvoll kämpften die Tiere mit den Fangschnüren, rissen sich mitsamt der Fallen los, die sich immer enger in die Körper schnürten.

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erstellt am 16.Feb.2012 | 10:51 Uhr

Mestlin/Sternberg | Wer tut so etwas? Unbekannte legten in Mestlin Drahtschlingen aus, in denen sich Katzen verfingen. Qualvoll kämpften die Tiere mit den Fangschnüren, rissen sich mitsamt der Fallen los, die sich in den folgenden Wochen immer enger in die Körper schnürten. Der Polizei liegt bereits eine Anzeige vor, die Beamten gehen ersten Hinweisen nach, bestätigte gestern Klaus Wiechmann, Sprecher der Polizeiinspektion Ludwigslust.

"Was müssen das für Menschen sein, die arme Kreaturen, wie in diesem Fall Katzen, so quälen müssen", fragte sich Antje Cieslack aus Sternberg. Sie wurde um Hilfe für Katzen im Storchendorf Mestlin gebeten, die im Bereich der Gärten an der Sternberger Straße frei leben und offensichtlich verletzt waren. Zwei Tiere hatten sich in jeweils einer Schlinge verfangen. Irgendwie rissen sie sich aber los, liefen nun mit der Schlinge am Körper herum. Im Laufe der Zeit zogen sich die Fangschnüre enger, es zeigten sich erste Verletzungen.

Davon hörte eine Mestlinerin Tierfreundin. Da die Schlingen illegal ausgelegt wurden, gab die engagierte Frau eine entsprechende Meldung an das Ordnungsamt des Amtes Mildenitz und bat um Hilfe und Unterstützung für die betroffenen Tiere. "Doch seit Wochen habe ich nichts von dort gehört und habe daher selbst den Kontakt zum Tierschutz gesucht", sagt die Mestlinerin. In Sternberg fand sie eine Ortsgruppe des Güstrower Tierschutzvereins. Diese Gruppe umfasst mittlerweile 23 Mitglieder, die sehr eng und gut mit dem Ordnungsamt der Stadt Sternberg und mit dem kreislichen Veterinäramt zusammenarbeiten. In den vergangenen zwei Jahren haben die Sternberger in ihrer Region weit über 100 Katzen und Kater kastrieren lassen, viele Fundtiere aufgenommen und sehr viele Welpen eingefangen, gezähmt und vermittelt.

Die Gruppe arbeitet sehr eng mit dem Tierarzt Dipl. med. vet. Knut Tschammer in Sternberg zusammen. Als er von dem Katzenjammer in Mestlin hörte, war schnell klar, hier muss geholfen werden. Mit Hilfe einer weiteren Katzenfreundin wurden die Tiere nach und nach mit speziellen Fallen eingefangen - eine geduldige Arbeit - und in die Tierarztpraxis gebracht. Als die Tiere auf dem Operationstisch lagen, war der Befund eindeutig: Keine Hilfe mehr möglich. Die Schlinge hatte sich bereits zu stark in die Körper der Tiere eingeschnitten. So mussten sie eingeschläfert werden. Eine dritte Katze hatte dagegen Glück, ihre Schlinge hatte sie zwar um den Hals, aber diese konnte rechtzeitig von den Tierfreunden entfernt werden.

"Die Verletzungen waren bei einem der Kater so stark, dass ich mich entschloss, Anzeige gegen Unbekannt zu stellen", sagte Antje Cieslack. Sie schätzt die Erfolgsaussichten als nicht sehr realistisch ein, zumal einige Zeugen Angst vor möglichen Repressalien durch die Tierquäler befürchten. "Aber vielleicht gibt es doch den einen oder anderen Hinweis, auch anonym, und kann helfen, den Täter zu überführen", hoffen die Katzenretter.

Einen Erfolg können sie dennoch für sich verbuchen. So wurden bei dieser Aktion auch die anderen, nicht verletzten Katzen eingefangen und in Sternberg kastriert bzw. sterilisiert. Auf diese Weise wird die unkontrollierte Vermehrung gestoppt. Dieses sollten übrigens alle, die Katzen halten, auch an ihren Tieren durchführen lassen. Nur so ist eine ungewollte Verbreitung zu verhindern. "Leider ist dem nicht immer so und gewissenlose Menschen quälen wehrlose Tiere. In etlichen Fällen üben sie erst am Tier, was sie später an Menschen fortführen", sagen die Tierschützer und sie wissen, wovon sie reden.

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