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Sternberger Kultur : Karneval kehrt ins Seehotel zurück

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Sternberger Verein und Geschäftsführer erzielen Übereinkunft: Programm beginnt eine Stunde früher, ab Mitternacht keine Bässe.

Die Karnevalisten und ihre große Anhängerschar können aufatmen: Der Sternberger Carnevalclub (SCC) und  das Seehotel haben sich darauf verständigt, dass die Faschingsveranstaltungen am Abend wieder dort im Saal stattfinden. „Wir sind uns einig, haben eine partnerschaftliche Übereinkunft erzielt“, bestätigte Hotelmanager Karsten H. Schröder gestern gegenüber SVZ. Es sei ein Kompromiss gefunden worden, mit dem beide Seiten klar kommen sollten.  Zum Karnevalsauftakt im November vorigen Jahres war der SCC noch erstmals  auf den Markt ausgewichen.

Rückblick:  Ende September teilt das Hotel dem SCC  mit, dass der Karneval nicht mehr in dem Saal stattfinden kann.  Es habe massive Beschwerden   über laute Musik nachts bei Veranstaltungen gegeben, einige hätten selbst, als unweit am Strand das Heimatfest gefeiert wurde, „im Pyjama an der Rezeption gestanden“. Die Gäste seien heute äußerst sensibel. Entsprechend niederschmetternd fielen die Bewertungen in Onlineportalen aus. Das sei die Kehrseite des Internets, das bei der Vermarktung von großem Nutzen sei.

Andererseits wirke eine schlechte Beurteilung, weil jemand wegen lauter Musik  die ganze Nacht nicht habe schlafen können, lange nach. „Das zieht sich bis zu zwei Jahre hin“, so Schröder. Dabei sei der Hotelbetrieb, nachdem Ende April kaum  Buchungen vorlagen, durch Verträge mit Reiseveranstaltern und  Booking-Internet-Seiten gerade in Fahrt gekommen.  Die vorläufige Insolvenz, die im Dezember eingeleitet wurde (SVZ berichtete),  resultiert  aus Altschulden von 2010 und 2011.

 

Mit Verzehrkarten besserer Service

Es sei nun darum gegangen, unterschiedliche Interessen in Einklang zu bringen. „Wir brauchen die Hotelgäste, mit denen wir das Geld verdienen, wollen aber auch Traditionsvereine vor Ort gern unterstützen“, sagt Schröder. Er sei selbst 13 Jahre 1. Vorsitzender eines Schützenvereins und über zwei Jahrzehnte in der freiwilligen Feuerwehr gewesen.  „Ehrenamt ist schwer genug. Mein Herz schlägt auf der Seite.“ Die Reiseveranstalter hätten indes ihre Bedingungen klar ausgedrückt. Die beiden Termine zum Auftakt und Abschluss der fünften Jahreszeit als „Karnevals-Wochenende“ zu vermarkten, finde keine Resonanz. Zu den Hotelgästen zählten eher „Faschingsflüchtlinge“ aus den Hochburgen, die froh seien, ein ruhiges Fleckchen zu finden.

Die Vereinbarung mit dem SCC sieht vor, dass das Programm der Abendgala bereits um 19 Uhr beginnt, eine Stunde früher als sonst. Einlass ist ab 18 Uhr. Mit der lauten Musik ist Mitternacht Schluss. „Die Bässe müssen raus, die gehen durch die Wände“, weiß der Hotelmanager.  Bis ein oder spätestens zwei Uhr könne noch Musik zur Untermalung laufen, so wie eine  Stunde vor dem Programm. „So was funktioniert nur, wenn beide Seiten sich gegenseitig unterstützen.“

Eine weitere Neuerung seien Verzehrkarten für 20 und 30 Euro, die am Eingang verkauft werden. Dadurch soll der  Service spürbar besser, vor allem schneller werden, weil das ständige Abkassieren  wegfalle. „Das Getütel mit dem Kleingeld“ halte in einem Saal, in dem  250 Leute bedient werden wollen, zu lange auf, weiß Schröder aus seiner Erfahrung in der Branche. Die Bedienung streicht einfach auf der Verzehrkarte ab. Die Preise sollen nicht nur „fair“, sondern auch  entsprechend gerundet sein; ein gezapftes Pils oder Schwarzbier von 0,3 Liter zum Beispiel koste zwei Euro. Gleiches gelte bei kleinen Imbissgerichten, etwa von der hausgemachten Frikadelle bis zur  Krakauer, die ebenfalls  an den Tisch gebracht werden. Der  Gastwirt meint, „die Bedienung wird professioneller“.

SCC-Präsident Jan Markowski und sein Vize Eckardt Meyer sind begeistert. „Ich kann mir gut vorstellen, dass der Service so bedeutend besser und zügiger abläuft“, sagt Meyer. In den Jahren zuvor  hätten die Faschingsgäste oft „ewig“  auf Getränke warten oder nach Essen anstehen müssen. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit, sind von der Kompetenz überzeugt“, so Meyer. Die Absprachen mit dem jetzigen Chef würden „richtig Spaß“ machen, fügt Markowski an.

Einem Problem, das in den Vorjahren mitunter auftrat, solle gleichfalls gemeinsam begegnet werden – die Eigenversorgung mit Getränken. „Die mitzubringen, gehört sich einfach nicht. Zumal es hier moderate Preise sind“, sagt der SCC-Vize. „Wenn ein Drittel der Gäste ihre Getränke mitbringt, können wir unsere Kosten nicht decken“, sagt der Gastwirt unumwunden. Er wisse, dass selbst große Diskotheken in Schwierigkeiten gekommen seien, weil sich ein Großteil des Konsums auf den Parkplätzen davor abspiele. „Die löten sich draußen zu und trinken drinnen vielleicht noch ein Bier.“ Darauf werde von den Ordnern geachtet, kündigen die SCC-Verantwortlichen an. Auch wer schon angetrunken in den Saal wolle, habe schlechte Karten.

Los geht es am  Sonnabend, 1. März, um 19 Uhr  mit der Abendveranstaltung.  Tags darauf findet um 14 Uhr der Familienfasching statt.  Den Abschluss bilden am 3. März um 10 Uhr der Kinderfasching und um 19 Uhr der Rosenmontagsball. Der Kartenvorverkauf beginnt am 8. Februar.

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erstellt am 11.Jan.2014 | 15:00 Uhr

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