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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

21. November 2017 | 07:39 Uhr

Wir in Dabel : „Kann nur eine Sache richtig machen“

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Das Prinzip von Dachdeckermeister René Räder. Er ist großer Dynamo-Dresden-Fan.

svz.de von
erstellt am 06.Dez.2015 | 16:20 Uhr

Manch einer kommt über Umwege zu Beruf und Berufung. Das trifft auf Dachdeckermeister René Räder aus Holzendorf zu. Gelernt hat der 49-Jährige von 1983 bis 1985 Maschinen- und Anlagenmonteur und arbeitete danach im Plastmaschinenwerk Schwerin. Durch Zufall landete der Fußballfan von Dynamo Dresden – hier ist er seit Jahren Mitglied, versäumt fast kein Heimspiel und auswärts reist er seinen Dynamos sieben/acht Mal pro Saison hinterher – auf den Bau. „Ein Bekannter fragte mich, ob ich nicht als Dachdecker anfangen möchte. 1993 begann ich bei der Firma Trete als Dachdeckerhelfer“, erzählt Räder.

Die Firma Trete gibt es seit Juni 1984. Am 1. April 2001 – kein Aprilscherz – fragte ihn Jürgen Trete dann, ob er die Firma übernehmen möchte. „Ich habe lange hin und her überlegt“, betont Räder. Er wagte der Sprung ins kalte Wasser; obwohl ihm als Firmeninhaber der Meisterbrief fehlte. Von der Dachdeckerinnung in Schwerin bekam er eine Ausnahmegenehmigung. Mit der Maßgabe, in drei Jahren den Nachweis als Meister zu erbringen. Und so machte sich René Räder ab September 2001 in Lüneburg an den Vollzeit-Crash-Kurs, wie er es nennt. Das erste Jahr als Chef war denn auch schwierig, bekennt er. Doch seitdem läuft’s. Eine schöne Baustelle war für ihn die alte Kobrower Schule. Auf 650 m2 machte er zusammen mit einem Wismarer nicht nur die ganzen Holzarbeiten, es folgte die Biberschwanz-Eindeckung. „Das war eine ganz große Herausforderung.“ Wobei Räder eines wichtig ist: „Ich könnte Zimmerei auch machen, aber das tue ich nicht. Ich kann nur eine Sache richtig machen und biete die Dachdeckerei an!“

Was den Firmennamen betrifft, so lautet dieser übrigens „Dachdeckerbetrieb Trete, Inhaber Dachdeckermeister René Räder“. Das hat einen Nachwende-Grund. „Im Westen gibt es alteingesessene Firmen, etwa Klempnerei Schmidt, deren Inhaber längst ein ganz anderer ist. Man legt viel Wert auf Tradition.“ René Räder erkannte bald: „Hier im Osten ist das nicht viel wert.“ Doch Trete lässt er im Handelsregister weiter eingetragen. Das erspare Lauferei und Kosten. Und so steht am Firmenwagen ganz klein Trete und in Riesen-Lettern Dachdeckermeister René Räder. Seine vier Gesellen steigen zwischen Berlin und Hamburg auf die Dächer der Republik. Räder, der sich über Auftragsmangel nicht beklagen kann, findet man in seinem Büro über der Garage. 2015 gab es durch den Tornado vom 5. Mai reichlich Zusatzarbeit. „Es war ja nicht so, dass sonst nichts zu tun war.“ Und so konnte er erst im Oktober den letzten Sturmschaden in der Brüeler Siedlung beheben.

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