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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

23. November 2017 | 10:41 Uhr

Sternberg : Jury lobt Miteinander für Senioren

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Sternberg präsentiert sich im landesweiten Wettbewerb. Die Stadt, die unter den 24 Bewerbungen in der engeren Wahl ist, will mit vielfältigen Pflegeangeboten und einem regen kulturellen Leben über die Vereine hinaus punkten.

svz.de von
erstellt am 23.Okt.2014 | 16:22 Uhr

Bis kommenden Montag steigt die Spannung: Dann entscheidet die Jury im Wettbewerb „Seniorenfreundliche Kommune in Mecklenburg-Vorpommern“ über die Auszeichnungen. Sternberg schaffte es bislang in die engere Wahl.

Bei der dritten Auflage des Wettbewerbs sind 24 Bewerbungen eingegangen, sagte Elvira Henke, Referentin für Seniorenpolitik im Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales, auf SVZ-Anfrage. Bewertet wird in drei Kategorien: bis 2000 bzw. 8000 Einwohner sowie darüber. Sternberg zählt zur mittleren Gruppe. In jeder werden die drei Erstplatzierten ermittelt. Ihnen winken kleine Preisgelder sowie Plaketten bei einer Veranstaltung am 24. November in Schwerin.


Alle Bewerbungen liegen dicht beisammen


Anhand der Bewerbungsunterlagen wurde eine Vorauswahl getroffen. In jeder Kategorie seien das vier Kommunen, die von der Jury vor Ort in Augenschein genommen werden, so Henke. In Sternberg war das Anfang der Woche, heute wird zum letzten Mal Station gemacht, bevor die Jury sich am 27. Oktober festlegt. „Alle Bewerbungen liegen dicht beisammen, sie sind sehr individuell, das wird eine ganz schwere Entscheidung“, weiß Henke schon heute. „Wer wie Sternberg in die engere Wahl gekommen ist und damit zu den Favoriten gehört, hat schon sehr viel erreicht.“

Sternberg hofft, mit den vielfältigen Pflegeangeboten und einem regen kulturellen Leben punkten zu können. Schon 1991 wurden die Weichen zum Bau einer Altenhilfeeinrichtung, wie es damals hieß, gestellt. Von dem Standort erreichen die Bewohner fußläufig Altstadt, Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte und Apotheken. Nach drei Erweiterungen umfasst das DRK-Seniorenzentrum 61 Wohnungen für Betreutes Wohnen, 135 Plätze in den beiden Pflegeheimen, davon sechs für die Kurzzeitpflege, und 15 für die Tagespflege, und es ist eine stadtoffene Begegnungsstätte. Die eigene Küche versorgt die Bewohner, bietet Mittagstisch für Senioren und Essen auf Rädern. Außer dem DRK
betreibt das Diakoniewerk Kloster Dobbertin eine Sozialstation, zudem eine Tagesstätte unter anderem für Suchtkranke und Sozialtherapie, die auch älteren Menschen zur Verfügung steht, es hat 15 Einheiten für Betreutes Wohnen in einem restaurierten Haus in der Innenstadt. Hinzu kommen 14, die ein privater Investor neben dem Seniorenzentrum geschaffen hat.

Die vielfältigen kulturellen wie sportlichen Angebote, ob vom DRK-Seniorenbüro oder von Vereinen und Verbänden, könnten auch ohne Mitgliedschaft und von Einwohnern aus der Umgebung genutzt werden. Darauf legt Antje Pöhls, die das Seniorenbüro über 20 Jahre geleitet hat und weiter den Chor dirigiert, besonderen Wert. Dieses keineswegs selbstverständliche Miteinander für die älteren Menschen in Sternberg, das sich auch im Seniorenbeirat der Stadt zeigt, hat die Jury sichtlich beeindruckt.

Wie ehrenamtliche Arbeit anerkannt wird, wollte Monika Schmidt vom Landesseniorenbeirat wissen. „Niemand fragt nach Geld. Ein herzliches Dankeschön ist ein großer Lohn“, weiß Antje Pöhls aus ihrer Erfahrung. „Wir halten die Aufgaben möglichst klein, damit sie zu bewältigen sind. Natürlich brauchen wir dafür mehr Ehrenamtliche.“ Anerkennungskultur werde oft anders aufgefasst, hakte Bernd Rosenheinrich ein, Vorsitzender des Landesseniorenbeirats. „Wie das hier praktiziert wird, mit einem Dank statt großer Auszeichnungen, finde ich positiv.“ Wenn sich Menschen dort einsetzen, wo sie wohnen, im Kleinen agieren, schaffe das Vertrauen und Verständnis, meint Gerhard Evers, stellvertretender Vorsitzender des Städte- und Gemeindetages MV und stellvertretender Bürgermeister in Warsow bei Schwerin. „Wenn auf diese Weise die Interessen zusammengeführt werden, bilden sich Wurzeln, die Fuß fassen.“

Ob Sternberg einen Preis erhält, entscheidet sich am Montag. Die Senioren sind schon heute Gewinner.

 

 

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