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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

19. November 2017 | 13:39 Uhr

Dabel : Junge sucht Antwort auf zig Fragen

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

18-köpfiger Helferkreis aus Dabel und Umgebung und weitere Bürger hießen Flüchtlinge im Dabeler Rosenhof willkommen.

svz.de von
erstellt am 09.Dez.2015 | 16:12 Uhr

Dabel „Papa, warum weint Mama immer? Warum sind wir schon so lange von zu Hause fort? Was heißt Asyl? Wo sind Oma und Opa? Was ist ein Kindergarten?  Warum ist Mama krank? Warum kannst du oder ein Doktor ihr nicht helfen?“ Warum-Fragen eines dreijährigen Flüchtlingsjungen, der  die Welt nicht versteht und auf die er eine Erklärung  haben möchte. Doch wer kann sie ihm geben, ohne die Kinderseele zu verletzen?

Es ist ein 18-köpfiger Helferkreis  aus Dabel und Umgebung, der sich der 60 im Schullandheim untergebrachten Flüchtlinge angenommen hat und versucht, ihnen ein einigermaßen menschliches Leben zu ermöglichen. Diese ehrenamtlichen Helfer haben es sich auf ihre Fahnen geschrieben, den Flüchtlingen zu zeigen, dass es nicht nur böse Menschen auf dieser Welt gibt.

Es war die Landtagsabgeordnete Barbara Borchardt (Linke), die am Dienstag zur Willkommensveranstaltung für die Asylanten  in den Dabeler Rosenhof gekommen war und von dem kleinen Jungen erzählte. „Noch vor acht Wochen gab es eine große Aufregung in Dabel, als bekannt wurde, dass ins ehemalige Schullandheim Flüchtlinge einziehen werden“, erinnert sie sich. „Ängste und Sorgen machten sich breit, aber auch  eine große Bereitschaft zur Hilfe.“ Und so gründete sich spontan ein Helferkreis. Inzwischen  gehören diese Ehrenamtlichen zum Leben der Flüchtlinge dazu, wenn es  um Sport, Spiel, das Anfertigen der Hausaufgaben, das gemeinsame Einkaufen und vieles andere geht. Ja, es haben sich sogar Freundschaften gebildet. Zum Beispiel zwischen dem 32-jährigen Afghanen Abbas Asimi, dem 29-jährigen Sören Balzer aus Kobrow und dem 24-jährigen Benjamin Sagasser aus Sternberg. Zweimal wöchentlich treffen sich die Drei beim SV Dabel zum Fußballspielen. „Und Abbas ist richtig gut, aus dem kann noch was werden“, so Sören Balzer.

„Heute wollen wir gemeinsam feiern und euch die Vielfalt  unserer Kultur vorstellen“, so Barbara Borchardt.  Was dann mit den Mustiner Bläsern, einer Dabeler Flötengruppe und dem Dabel/Borkower Jubiläumschor geschah.  Und sie fügte auch an, dass man im Gegenzug auch die Kultur der Gäste kennenlernen wolle.  Und plötzlich hatte sich spontan ein Chor aus jungen  Asylanten gebildet, der dann auf Arabisch ein Lied vortrug.

Auf der Veranstaltung wurde aber auch nicht vergessen, zu betonen,  dass   alle, Gastgeber und Flüchtlinge, nur eines eine: der Frieden. In vielen Sprachen übersetzte der 12-jährige Omar aus Syrien das Wort Frieden und dessen Bedeutung: „Frieden heißt: Bloß keinen Zank und keinen Streit! Auf Englisch Peace, auf Französisch Paix, auf Arabisch Salam, auf Russisch Mir, auf Hebräisch Shalom und auf Deutsch Frieden. Oder anders: „Du, komm, Lass uns zusammen sprechen, spielen, singen, lachen, essen, trinken und zusammen leben – damit wir leben!“

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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