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Großprojekt in Neukloster : Junge Künstler begeistern mit Carmen

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Schauspiel, Tanz und Orchestermusik - diese drei Komponenten vereint ein Theaterprojekt, das Schüler des Gymnasiums Neukloster gemeinsam mit Kreismusikschülern auf die Beine gestellt haben.

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erstellt am 10.Feb.2013 | 05:42 Uhr

Neukloster/ Warin | Schauspiel, Tanz und Orchestermusik - diese drei Komponenten vereint ein Theaterprojekt, das Schüler des Gymnasiums Neukloster gemeinsam mit Kreismusikschülern auf die Beine gestellt haben. "Wir haben uns mit der Oper Carmen von Georges Bizet beschäftigt", erzählt Heide Sooß, Lehrerin an der Kreismusikschule "Carl Orff" Nordwestmecklenburg.

Unter dem Titel "Carmen in Concert" gäbe es eine Bearbeitung, welche für Schülerorchester geeignet sei. An dieser wollte sie mit ihren Schülern arbeiten, erinnert sich Heide Sooß. Das Besondere an der Adaption: Zwischen den Musikstücken gibt es Einheiten, welche von einem Erzähler übernommen werden. "Wir dachten uns, dass es noch viel schöner wäre, wenn diese Szenen spielerisch dargestellt werden könnten", erzählt die Musiklehrerin weiter. So sei die Idee entstanden, Schüler aus Neukloster miteinzubinden. "Ich unterrichte selbst Geige am Gymnasium", so Heide Sooß.

"Die Kreismusikschule hat bei uns angefragt, ob wir bei dem Carmenprojekt mitmachen wollten", erzählt Heike Reinkober. Die Gymnasiallehrerin betreut seit mehreren Jahren - gemeinsam mit Schulleiterin Astrid Paschen - den Kurs "Darstellendes Spiel" am Gymnasium. Diesen könnten Neuntklässler jeweils als Wahlpflichtfach belegen. "Da wir eine Europaschule sind, proben wir im Kurs meistens englische Stücke, oft etwas von Shakespeare", so die Lehrerin. "Deshalb war es für uns ein Experiment, bei Carmen mitzumachen, aber wir wollten es ausprobieren", sagt sie weiter.

Im September letzten Jahres begannen dann im Gymnasium die Proben für Carmen. "Zuvor habe ich die Dialoge geschrieben", erinnert sich Heike Reinkober. Nach ein paar Grundübungen im Darstellenden Spiel, arbeiteten die 14 Neuntklässler des Kurse an dem Stück. "Es war etwas schwierig, weil wir nur so wenige waren", sagt die Lehrerin. So hätten einige Mädchen auch Männerrollen übernehmen müssen. Obwohl die Schüler sogar teilweise ihre Wochenenden für die Probe opferten, hatten sie keine Zeit mehr, ein Bühnenbild zu entwerfen. Stattdessen griffen sie zu einem geschickten Hilfsmittel: "Wir wollten auch moderne Elemente integrieren und deshalb wird beispielsweise das Bühnenbild an eine Leinwand projeziert", so Heike Reinkober.

Bis kurz vor der Premiere am Tag der offenen Tür des Gymnasiums, probten die Schauspieler und das Orchester der Kreismusikschule separat. "Vorher haben wir es zeitlich nicht hinbekommen, uns zu treffen", so Heide Sooß von der Kreismusikschule. Eine gemeinsame Probe fand erst kurz vor ihrem ersten Auftritt statt. "Es war katastrophal", erinnert sich die Musiklehrerin zurück. Bei diesem Treffen seien auch vier Tanzschülerinnen von Ana Sojor aus Klütz dabei gewesen. Diese sollten ebenfalls in das Stück integriert werden. "Als die Flamenco-Tänzerinnen ihre ersten Bewegungen gemacht haben, waren wir hin und weg", begeistert sich Heide Sooß.

Trotz der gemeinsamen Probe, blieb der Bammel vor der Aufführung. Weder Heidi Sooß noch Heike Reinkober waren sich sicher, ob ihre Schüler schon so weit waren. Die Premiere war jedoch ein voller Erfolg. "Die Reaktionen vom Publikum waren durchaus positiv", so die Gymnasiallehrerin. Auch Heide Sooß zeigt sich zufrieden:"Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut wird." Die Schüler freuten sich ebenfalls über ihren Erfolg. Zwei von ihnen, Moritz Hellmann und Friedrich Kunert aus Warin, fanden die Atmosphäre bei der Aufführung aufregend. Hier mussten sie erstmals gemeinsam mit allen Akteuren in einer voll gefüllten Aula zu spielen. Nachdem alles gut geklappt und sich die eigene Aufregung gelegt hatte, war es "toll, den Beifall des Publikums zu genießen", freuten sich Beide.

Wer die Aufführung sehen möchte, hat dazu nochmals am 9. März um 11 Uhr in der Aula des Gymnasiums Neukloster die Möglichkeit. Diesmal werden sogar noch zwei Schülerinnen der Musikschule Arien vortragen.

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