Jugendparty im Strandbad abgesagt

<fettakgl>Bauhofmitarbeiter</fettakgl> mähen die Liegewiese am Wariner Badestrand. <foto>Michael  Beitien</foto>
Bauhofmitarbeiter mähen die Liegewiese am Wariner Badestrand. Michael Beitien

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28. Juli 2010, 10:08 Uhr

Warin | Keine große Party am Freitag, dem 13. August, dem Abend vor dem Langstreckenschwimmen am Wariner Strandbad. Bürgermeister Michael Ankermann versagt die Genehmigung. Der aus Warin stammende Discjockey und Organisator Peter Brandenburg ist sauer.

"Seit zwei Monaten planen wir die Veranstaltung", so Brandenburg. "Wir warten seit Wochen auf eine Genehmigung." Es gebe bereits Anfragen für über 200 Karten, Moderatoren und Musiker stehen bereit. Wenn der Bürgermeister nicht seine Meinung ändere, müssen die Veranstalter noch Dorf Mecklenburg ausweichen. "Ich bin sehr enttäuscht", erklärte Brandenburg. Mit dem früheren Bürgermeister Hans-Peter Gossel wäre es einfacher gewesen.

Peter Brandenburg glaubt, es werden Gerüchte in der Stadt gestreut über die Art der Party als ein Techno-Event. Da sollte aber ganz normale Musik gespielt werden, wie sie auch im Radiosender Ostseewelle zu hören ist, sagt er.

Der junge Mann wirft den Regierenden im Rathaus zudem vor, dass sie bestimmte Gastronomen bevorzugen - so auch gegenüber der Betreiberin der Strandgaststätte Karin Brandenburg, seiner Mutter. Denn sie hätte von dem Fest am 13. August mit gelebt.

"Das ist nicht richtig", widerspricht Bürgermeister Ankermann. Es verwies gestern auf ein Gespräch mit Wirtin Karin Brandenburg und Dietlind Schieweck, der Ortsvorsitzenden der DLRG in Warin, in dem er seine Auffassung deutlich gemacht habe. Er streue keinesfalls Gerüchte, betonte der Bürgermeister.

Am kommenden Sonnabend, zwei Wochen vor dem Langstreckenschwimmen, organisiert eine andere Wariner Gaststätte das Standfest, das früher in der Hand des Fremdenverkehrsvereins lag, räumte Ankermann auf Anfrage ein. Es könne am Strand aber nicht nur Spaß und Tanz stattfinden, meint der Bürgermeister. Die laute Musik sei für die Anwohner nicht zumutbar.

Für das Langstreckenschwimmen zwei Wochen später war zunächst nur ein abendliches Lagerfeuer im Gespräch. "Das war okay", meint Ankermann. Alles andere kam später auf den Plan, sagt der Bürgermeister. Mit Frau Brandenburg und Frau Schieweck habe es sich letztlich darauf geeinigt, dass am Sonnabend beim DLRG-Fest bis zwei Uhr in der Nacht gefeiert werden kann. "Ich denke, das ist schon großzügig", findet er. Das Festival am Freitag könne er dagegen nicht genehmigen. Peter Brandenburg erwidert, dass aber gerade der Freitag für den Veranstalter wichtig sei.

"Die Unternehmen sollen Geld verdienen", meint Ankermann. Und gestern fiel im Amt auch die Entscheidung, dass die Stadt von den Veranstaltern am Langstrecken-Wochenende keine Standgebühren kassiert. Ankermann lehnt Gebühren auch in der Zukunft ab, so lange Vereine den Strand nicht kommerziell nutzen. Dazu zählen Drachenbootsportler und DLRG. Dagegen denkt der Bürgermeister darüber nach, künftig bei privaten Veranstaltungen Pachten zu erheben. Die Stadtvertreter müssten sich generell mit der Durchführung von Veranstaltungen befassen, meint er. Den Strand selbst sieht er in erster Linie als Erholungsfläche und nicht als Vergnügungsmeile.

"Wir müssen sehen, was die Stadt ertragen kann", erklärt Ankermann. Es gibt seit Jahren die Party zum Volleyballturnier auf dem Sportplatz und das Strandfest am Wariner See. Neu etablieren möchte der Bürgermeister ein alljährliches Stadtfest im August-Cords-Park, wo gerade 777 Jahre Warin gefeiert wurde.

Mit der Absage für den 13. August würde eine Veranstaltung aus Warin verschwinden, die sich an die Jugend wendet, sagt Peter Brandenburg. Ankermann meint hingegen, man dürfe die Stadt nicht alleine sehen. Auch in der Nachbarschaft fänden Partys für ein junges Publikum statt.

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