zur Navigation springen
Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

21. Oktober 2017 | 03:30 Uhr

Bürokratie : Jobcenter zahlte fünf Wochen nicht

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Kleinunternehmer Sven Junghans am „Heißen Draht“ / Ruchower lieferte an Aufstocker-Familie Kohle aus, deren Einkauf er vorschoss.

von
erstellt am 23.Feb.2015 | 17:09 Uhr

Seit fünf Jahren betreibt Sven Junghans aus Ruchow hauptberuflich einen Hausmeisterservice und ist zudem „im Umkreis von ca. 50 Kilometern von Ludwigslust bis Rostock und von Teterow bis Wismar“ als „Holzfritze“ unterwegs. So steht es auf seinem Transporter, mit dem er Kohlen und Kaminholz ausfährt.

Und so lieferte der 36-Jährige im Auftrag des Jobcenters Nordwestmecklenburg kurz vor Weihnachten und 14 Tage später nochmals eine zweite Rate an eine Aufstocker-Familie aus Bäbelin bei Neukloster – insgesamt fünf Tonnen Braunkohle. Dabei ging Junghans wie gehabt in Vorkasse. „Normalerweise bekomme ich das Geld Ruck zuck wieder, doch diesmal dauerte es geschlagene fünf Wochen“, so der Ruchower am „Heißen Draht“. „Es handelte sich um über 1000 Euro, das ist für mich ein Haufen Geld.“ Er sei nicht der einzige, der dem Geld nachrennt“, so der verärgerte Kleinunternehmer, anderen wie der RAS Güstrow gehe es genauso.

Die Familie aus Bäbelin hätte nichts mehr zum Heizen gehabt. Vor den Festtagen brachte Junghans erst einmal eine halbe Tonne Kohle hin, die anderen 4,5 Tonnen zwei Wochen darauf. „Normalerweise fahre ich unter einer Tonne gar nicht los. Mein Peugeot-Transporter plus Anhänger fasst 1,6 Tonnen. Aber die Familie mit ihren drei Kindern hatte ja gar nichts mehr zum Heizen“, so Sven Junghans, der selbst zwei Kinder hat.

Die vom Jobcenter verlangten Wiegebescheide habe er nachgereicht. Doch auch dann sei das Geld nicht gekommen. „Beim Anruf landete ich im Callcenter. Dort wurde mir zugesagt, dass eine Sachbearbeiterin innerhalb von 48 Stunden zurückruft, was nicht geschah.“

Dazu erklärte Martin Greiner, Geschäftsführer des Jobcenters Nordwestmecklenburg, auf SVZ-Nachfrage: „Wir sind gerade bei der EDV-Umstellung, da kann es im Einzelfall zu Verzögerungen kommen. Der Fall aus Bäbelin und die fünfwöchige Wartezeit von Kohlen-Auslieferer Junghans „ist allerdings wirklich ein Einzelfall, völlig untypisch. Er bekommt sein Geld“, versicherte Greiner. Inzwischen ist es laut Junghans endlich geschehen.

 

Ausführlich in der Tageszeitung und per epaper.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen