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Warin : Jetzt müssen Aal und Ukelei nur noch den Weg finden

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Fischtreppenpass an der Wariner Wassermühle nach zehnmonatiger Bauzeit offiziell übergeben.

von
erstellt am 17.Dez.2014 | 16:51 Uhr

Nach zehnmonatiger Bauzeit wurde  gestern Vormittag der Fischtreppenpass an der historischen Wariner Wassermühle offiziell übergeben. Jetzt müssen nur noch Aal, Zander, Forelle und Ukelei den Weg durch den grünen Stahlspundbohlen-„Bandwurm“ von 129,5 Metern   Länge  mit seinen 37 Becken und 38 Riegeln  von jeweils mindestens 45 Zentimetern Wassertiefe  finden. Zudem wurde neben dem „Bandwurm“ das alte, nur noch am seidenen Faden hängende alte Wehr durch ein neues ersetzt, das automatisch bedient wird. Zum Einsatz kommt es, wenn das so genannte mittlere Winterhochwasser überschritten  wird.

Derzeit sei der Aufstieg vom  Glammsee über die Fischtreppe in den Mühlenbach und weiter in den großen Wariner See für die Fische zu clean, betont der stellvertretende Vorsitzende des Landesanglerverbandes Mario Voigt. „Noch gibt es hier keine Algen, Krebse und wirbellose Lebewesen, das sollte nach einem halben Jahr geschehen sein“, so Voigt. Allen, die die Fische treppauf schwimmen sehen wollen, vertröstet er aufs Frühjahr. „Mitte März/April, wenn das Wasser neun, zehn Grad hat und die Laichwanderung von Barsch und Weißfischen stattfindet, dann sollte man welche zu Gesicht bekommen“, erklärt Voigt.

Der  Wasser- und Bodenverband Obere Warnow mit Sitz in Warin ist  Auftraggeber des Millionenobjektes. Dessen  Geschäftsführerin  Andrea Döring dankte allen Beteiligten. „Die Arbeitsbedingungen  waren zeitweise sehr grenzwertig.  So mussten  die Schweißarbeiten bei 30 Grad Celsius durchgeführt werden. Darum großen Dank an die Arbeiter“, so Döring. Bauausführend war die Ueckermünder Spezial-Wasserbau-Firma „Colcrete - von Essen“, die  laut  Polier Jens Bergmann die benötigten Findlinge in der drei Meter breiten Fischtreppe „im Kieswerk Krassow selbst ausgesucht hat“.

Das waren – trotz des Gewichts – vergleichsweise  kleine „Fische“. Zu kämpfen hatte man  vor allem mit einer Schmutzwasserleitung, die in den Planungen so nicht drin war. Zudem erwies sich der bekannt morastige  Untergrund stellenweise als sehr steinreich. In die Erde kann man nun mal nicht reingucken. Und so mussten die Steine mühsam rausgeholt  oder die Stahlspundbohlen irgendwie an dem Hindernis vorbei gezirkelt werden. Das verursachte  eine längere Bauzeit sowie  Mehrkosten. Statt der geplanten 1,35 Millionen Euro geht Andrea Döring „von vermutlich 1,6 Millionen“ aus. Alle Rechnungen lägen noch nicht vor.

 2015 soll es im Frühjahr und Herbst  Effizienz-Zählungen der wandernden Fische geben. Einen Wermutstropfen gibt es beim Millionenprojekt freilich: Die vorgesehene Bepflanzung der grünen Wand –  Blickrichtung Mühle –  mit Sträuchern kommt nicht. „Der Privatbesitzer der Fläche möchte es nicht“, so Döring. Es gibt Überlegungen, ob vielleicht  ein echter Graffiti-Künstler die Wand gestaltet, bevor diese  durch Schmierereien verschandelt werden könnte. Auch das geht nicht ohne Zustimmung des Grundstückseigentümers.

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