Warin : Jetzt ein Baugutachten für die Kita

An der Sanierung  der  Wariner Kita „Kinderland“ führt kein Weg vorbei, stellt Gutachter Frank Ritter klar.
An der Sanierung der Wariner Kita „Kinderland“ führt kein Weg vorbei, stellt Gutachter Frank Ritter klar.

Beim Informationsabend in der Wariner Kita „Kinderwelt“ wurde das Gutachten zum Schimmelbefall erläutert. Danach führt kein Weg an einer Sanierung vorbei.

svz.de von
26. März 2014, 17:04 Uhr

Vor allem zwei Fragen interessierten die Eltern beim Informationsabend am Dienstag in der Wariner Kita „Kinderland“: Gab oder gibt es in der Einrichtung eine gesundheitliche Gefährdung durch Schimmelpilze? Wann beginnt die Sanierung? Das Obergeschoss ist seit etwa einem Monat gesperrt, drei Gruppen werden seitdem in der ehemaligen Kindertagesstätte in Klein Labenz betreut (SVZ berichtete).

Die Volkssolidarität, Kreisverband Mecklenburg-Mitte in Güstrow, hatte als Kita-Träger die Eltern eingeladen. Das Interesse war groß. Zwei Räume im Erdgeschoss, bei geöffneter Flügeltür miteinander verbunden, waren voll besetzt.

Frank Ritter, Chef der Rostocker Spezialfirma TIR Konzept GmbH, die mit der Untersuchung des Schimmelbefalls beauftragt war, erläuterte das Gutachten. Danach hätten bauphysikalische Mängel und ein undichtes Dach zu Wasserschäden und in der Folge zur Bildung von Schimmelpilzen im Obergeschoss geführt. Das treffe teils auch für den Keller zu. Wie SVZ bereits im Vorfeld in Erfahrung gebracht hatte, sind der Turnraum sowie der Versammlungsraum der Ortsgruppe der Volkssolidarität nicht davon betroffen.

In diesem Zustand sei das Obergeschoss nicht als Kindertagesstätte zulässig und die Sperrung Mitte Februar völlig richtig gewesen, machte der staatlich vereidigte Sachverständige unmissverständlich klar. Zum weiteren Betrieb der Einrichtung führe kein Weg an einer Sanierung vorbei. Dabei gehe es nicht allein um die Schimmelbeseitigung, sondern um die Bausubstanz einschließlich der Anschlüsse zum Dach. Dieses sowie die Fassade müssten ebenso erneuert werden. Nicht betroffen sei das Erdgeschoss. Es sei wie Teile des Kellers intakt, habe eine Raumluftmessung ergeben. In diesen Räumen empfahl der Gutachter eine so genannte Hygienereinigung „als vorbeugende Maßnahme“, damit sich Pilzsporen nicht über Staub ausbreiten könnten. Die wurde seitens der Volkssolidarität umgehend zugesichert. Der Kita-Betrieb werde dadurch nicht beeinträchtigt, die Hygienereinigung erfolge in der Nacht oder am Wochenende.

Die im Obergeschoss festgestellten Pilzsporen können der Untersuchung zufolge bei empfindlichen Personen eine Allergie auslösen, erklärte der Gutachter. Er empfahl Eltern, die einen Zusammenhang zwischen einer Erkrankung ihres Kindes und dem Schimmel in der Kita vermuten, den Hausarzt aufzusuchen. Die Untersuchungsergebnisse stünden zur Verfügung. Eine toxische Gefährdung schloss der Sachverständige aus.

Er ging auch auf die Sorge von Eltern ein, dass die Kita bei einer Sanierung des Obergeschosses geöffnet bleibe. „Die Sanierungsbereiche werden luftdicht abgeschottet und nur über Schleusen erreicht“, so Frank Ritter. Beim Abschlagen von Putz zum Beispiel werde die nach außen abgeleitete Luft gefiltert. „Was draußen ankommt, ist sauberer als das, was schon da ist.“ Auch bei den notwendigen Gerüsten für Fassade und Dach gäbe es sichere Lösungen, „freilich mit mehr Aufwand und gut organisiert“, so Ritter.

Die Volkssolidarität werde nun ein Baugutachten erstellen lassen, um verlässliche Angaben zu den Sanierungskosten zu erhalten. Barbara Schäfer, Vorstandsvorsitzende  beim Kreisverband Mecklenburg-Mitte, rechnet mit zwei bis drei Wochen. Parallel werde an einer Finanzierung gearbeitet. Erst danach könnten weitere Schritte festgelegt werden. Demnächst werde beim Landkreis Nordwestmecklenburg darum ersucht, die Betriebserlaubnis für Klein Labenz, die für ein Vierteljahr gelte, zu verlänger. Zweifel, ob die Volkssolidarität überhaupt eine Finanzierung erreiche, versuchte Schäfer energisch zu zerstreuen. So ein Vorhaben sei nicht aus der Portokasse zu bezahlen, doch die Trägerschaft abzugeben, die letzte Variante.

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