Dabel : Jeder Teddy mit Geburtsurkunde

Drei Plüschtiere fertigt Burghild Bretschneider (r.) aus Dabel für ihre Enkelkinder Emelie (10), Jakob (4) und Johann (2). Doreen Jantzen aus Hohen Pritz (l.) ist fertig; die zweijährige Maja hält ihren Alfi fest im Arm. Der Teddy-Bastelnachmittag in der Dabeler Kita „Kunterbunt“ fand großen Anklang.
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Drei Plüschtiere fertigt Burghild Bretschneider (r.) aus Dabel für ihre Enkelkinder Emelie (10), Jakob (4) und Johann (2). Doreen Jantzen aus Hohen Pritz (l.) ist fertig; die zweijährige Maja hält ihren Alfi fest im Arm. Der Teddy-Bastelnachmittag in der Dabeler Kita „Kunterbunt“ fand großen Anklang.

Ungewöhnlicher Bastelnachmittag in der Kindertagesstätte „Kunterbunt“ Dabel: Mütter und Omas nähen Plüschtiere.

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05. Dezember 2014, 17:12 Uhr

Paul hat den letzten Teddy mit einem Fußball
ergattert und bekommt dazu die passende Bastelpackung. Auch Schnuffel, Hündchen, Schlafmützchen oder Alfi sind bei den Kindern besonders begehrt. Nach knapp einer Stunde ist der große Karton fast leer. Die Kindertagesstätte „Kunterbunt“ in Dabel hatte die Eltern zu einem ungewöhnlichen Bastelnachmittag eingeladen. Die Kleinen suchen aus, die Muttis und Omas nähen die Teddys dann zusammen.

„Eine Firma hatte sich angeboten, uns alles, was zu dem Teddybasteln gebraucht wird, zur Verfügung zu stellen. Wir haben dann genauere Informationen angefordert, uns auf der Spielzeugmesse in Rostock umgesehen und die Eltern gefragt, ob Interesse besteht. Es gab
sofort über 40 Zusagen“, erklärt die stellvertretende Kita-Leiterin Sabine Gerwien.


Kleine Kügelchen lassen es knistern


Von ihrer Zweigstelle, die die thüringische Firma in Rostock hat, sei das Material geliefert worden. Die Hüllen von Teddy & Co. sind fertig und Tüv-geprüft. „Mit Augen und was noch so dran ist, würde es anders gar nicht gehen“, betont Gerwien. Zuerst kommen kleine Kügelchen hinein, damit es etwas knistert, und danach die Watte, bevor der Rücken mit Nadel und Faden zugenäht wird. In den nach Nummern zugeordneten Bastelpackungen ist alles enthalten. Außerdem eine Geburtsurkunde für jeden Teddy. So viele sind in so kurzer Zeit noch nie in
Dabel ausgestellt worden. Und wer irgendwann Urlaub in Thüringen verbringt, kann gut die ebenfalls beiliegende Eintrittskarte für das Deutsche Teddybären Museum Sonneberg nutzen.

Gebastelt werde in der Einrichtung zu den verschiedensten Anlässen, erst vorige Woche zum Advent. „Aber wir dachten uns, das ist mal was ganz anderes“, sagt die stellvertretende Kita-Leiterin. Einigen Müttern sei vorher zwar ein wenig bange gewesen, ob sie das hinbekommen, doch versuchen wollten sie es auf jeden Fall. Und als sie sehen, wie alles zusammen gestellt ist, schwinden gleich die letzten Befürchtungen, dass was schief gehen könnte.

Die zweijährige Maja aus Hohen Pritz, die seit etwa Mitte des Jahres in die Kita „Kunterbunt“ geht, hat sich Alfi ausgesucht. Ihre Mutti Doreen Jantzen braucht nicht lange, dann nimmt die Kleine ihren Alfi fest in den Arm und lässt ihn nicht mehr los. „Das ging schnell und hat Spaß gemacht“, findet die junge Mutter.

Burghild Bretschneider aus Dabel sitzt noch konzentriert an einem der langen Tische. Sie näht nacheinander drei Plüschtiere: Hündchen, Schnuffel und Schlafmützchen – für ihre Enkelkinder Emelie (10), Jakob (4) und Johann (2). In Handarbeit sei sie geübt, sagt die Dabelerin lächelnd, und so hätten die Enkel schon vorzeitig etwas zum Nikolaustag.


Eltern lernen sich dabei mehr kennen


„Da haben sie sich wirklich was Gutes einfallen lassen“, sagt Inge Triebe. Sie hat Schnuffel in Arbeit und kann kaum aufblicken. Ihre Kinder Zoe-Faye (6) und Fabian (4) sind „von Anfang an in der Einrichtung“. Und das ist auch so geblieben, nachdem die junge Frau Anfang
November von Hohen Pritz nach Goldberg umgezogen ist. Sie arbeite weiter beim Pflegedienst in Dabel und könne es sich hier zeitlich am besten einrichten, die Kinder zu bringen und abzuholen. Dieser Bastelnachmittag, der auch ihr viel Vergnügen bereite, „obwohl manches ganz schön knifflig ist“, habe für sie noch einen positiven Nebeneffekt: „Dabei lernen sich auch die Eltern mehr kennen. Denn wann kommt man sonst mal zusammen?“

Was Eltern jetzt noch nachbestellen, will die Firma am 15. Dezember liefern, sagt Sabine Gerwien. Dann gibt es auch die Weihnachtsmützen für Teddy & Co. gratis nach.

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