Warin : Jazz-Club-Atmosphäre im Marstall

Auf der Bühne im Marstall von Schloss Hasenwinkel: Kathrin Hinneburg (Gesang), Norbert Kujus (Gitarren), Phil Steen (Kontrabass) und Konrad Ulbrich (Schlagzeug).
Auf der Bühne im Marstall von Schloss Hasenwinkel: Kathrin Hinneburg (Gesang), Norbert Kujus (Gitarren), Phil Steen (Kontrabass) und Konrad Ulbrich (Schlagzeug).

Kathrin Hinneburg & Norbert Kujus-Quartett gestaltet den 3. Kulturschmaus im Schloss Hasenwinkel.

svz.de von
23. März 2014, 22:39 Uhr

Sängerin Kathrin Hinneburg begrüßte am Freitagabend die Gäste des 3. Kulturschmauses im Marstall von Schloss Hasenwinkel mit dem Bekenntnis, dass sie sich freue, mit dem Quartett in so einer schönen Jazz-Club-Atmosphäre aufzutreten. Und ganz in diesem Sinne spielten die vier Musiker ein sehr dichtes Jazzkonzert, lateinamerikanische Einflüsse betonend und bei bekannten Stücken immer zu variantenreichen Jazzadaptionen bereit.

Das Quartett nennt den Großraum Hamburg als seine Heimat. Die Sängerin Kathrin Hinneburg, in Modulation, Stimmumfang und Ausdruck beeindruckend, begann im Alter von 16 Jahren die Ausbildung in modernem Gesang und tritt seit fast 30 Jahren mit verschiedenen Jazz-Formationen auf. Gitarrist Norbert Kujus studierte klassische Gitarre, belegte zusätzlich das Fach Jazz, Hauptfach E-Gitarre. Sein besonderer Sound auf der mit Nylon besaiteten „Kopflos-Gitarre“, führte mehrfach zu Szenenapplaus. Seine hohe musikalische Kompetenz setzt er in Improvisationen um, die spielerisch leicht daher kommen und manch überraschtes Lächeln bei den Zuhörern hervorriefen. Hinneburg und Kujus treten seit elf Jahren als Duo auf. So wirkte ihr Zusammenspiel beim Hasenwinkler Konzert perfekt und anregend für beide. Auch Kontrabassist Phil Steen und Schlagzeuger Konrad Ulrich, ein gebürtiger Neubrandenburger, bewiesen ihr Können, zeigten in kongenialen Zusammenspiel und starken Solis ihre musikalische Reife.

Mit der Musik des Quartetts reiste das zahlreiche Publikum durch die Welt, von Süd- nach Nordamerika, jazzte durch Frankreich und erreichte gar den Mond, wo es sehr rhythmisch zu seien scheint. Argentinischer Tango, Bossa Nova und Swingtitel wechselten ausgewogen einander ab. Beeindruckend die Stücke von Astor Piazzolla (1921-1992), Argentinier mit italienischen Wurzeln und führender Komponist des Tango Nuevo, dessen Kompositionen viele Jazzelemente führen. Für seine Tango-Ballade über das Los eines kleinen Blumenverkäufers gab es Bravo-Rufe aus dem Publikum. Die galten besonders dem gefühlvollen Vortrag von Kathrin Hinneburg. Es wäre, sagte die Sängerin, für sie eigentlich die schönste Tango-Ballade und sie kenne derer so viele!

Mit starken Jazz-Interpretationen bekannter Titel, wie Summertime, endeten nach über zwei Stunden das Konzert und der 3. Kulturschmaus in Zufriedenheit: die Künstler mit ihrem Auftritt und die Gäste mit der Kunst, dem begleitenden Ambiente und der gehobenen Gastronomie.














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