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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

25. November 2017 | 05:07 Uhr

Rothen : Jahrmarkt auf dem Rothener Hof

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Mit 50 Ständen ist der Markt deutlich gewachsen gegenüber den Vorjahren. Es gibt mehr Vielfalt mit Glücksrad, Scherenschnitt und weiterem Kunsthandwerk.

svz.de von
erstellt am 05.Okt.2014 | 18:16 Uhr

Wer sich für alles reichlich Zeit nehmen wollte, brauchte diesmal noch länger. Mit 50 Ständen erreichte der Markttag in Rothen, der jährlich am 3. Oktober stattfindet, ein neues Ausmaß. Sonst
waren es 35 bis knapp unter 40, sagt Takwe Kaenders. Die Metallgestalterin und Emailkünstlerin vom Verein Rothener Hof hält an der Seite von Antje Beyer, die für diesen Tag sprichwörtlich den Hut auf hat, die organisatorischen Fäden mit zusammen. „Wir wollten das Ganze umgestalten mehr in Richtung Jahrmarkt und haben den Bereich für das Kunsthandwerk ausgebaut. Erstmals können die Besucher Scherenschnitte von sich anfertigen lassen. Neu ist auch unser Glücksrad, für das viele, die dem Verein was Gutes tun wollen, Preise zur Verfügung gestellt haben. Und die gerade fertig gestellte Mosterei hier auf dem Rothener Hof bietet natürlich auch einiges, was wir sonst nicht hatten“, so Kaenders.


Ein Wiedersehen mit vielen Bekannten


Zudem seien die Anfragen, einen Stand aufbauen zu dürfen, so zahlreich wie nie gewesen, freut sie sich. Bewährtes fehlt natürlich auch nicht, ob die Bestimmung von Apfelsorten durch Pomologen, Aktionen für Kinder, Tomatenvielfalt aus Mestlin, Feinkost „olivera“ und Bistro „Verdura“ aus Güstrow oder andere kulinarische Köstlichkeiten.

Der Sternberger Hans-Jürgen Hedrich schätzt „die besondere Atmosphäre“ des Rothener Markttages. Für jeden sei was dabei. „Man kann sich richtig Zeit nehmen. Wir sind zu gern hier.“ Und da Ehefrau Ursula aus dem benachbarten Mustin stamme, sei es zugleich ein Wiedersehen „mit vielen Bekannten, die man lange nicht getroffen hat“, so der Sternberger.

Für Regina Wollenschläger, die jetzt in Groß Raden wohnt und beim Flohmarkt aufgebaut hat, ist dies der einzige Termin im Jahr, sagt sie. „Ich weiß, dass genügend Leute hier sind. Ich habe schon in
Rothen gewohnt und kenne mich aus.“ Sie bietet Arbeiten von einem Keramiker aus Güstrow, der aufgehört hat, „zum halben Preis“ an und
alles, was sich sonst so angesammelt hat.

Das erste Mal ist Jacques Mateos aus Warin beim Markttag in Rothen. Der gebürtige Franzose stand als schnellster Scherenschnittkünstler der Welt im Guinness-Buch der Rekorde von 1982, trat zu jener Zeit in Fernsehshows auf und hatte prominente Modelle wie Willy Brandt und Helmut Kohl. 2011 siedelte der einstige Weltmeister mit seiner Frau von der Großstadt nach Warin über. Für einen kleinen Obulus schneidet er in Minutenschnelle das Profil interessierter Besucher.

Hans und Eckhardt Klodt aus Rugensee und Alt Meteln sind mit ihren Frauen erstmals hier und angetan von dem Markt. Hans Klodt lässt das Profil seines Bruders in Papier schneiden, „schon als kleines Geburtstagsgeschenk. Das ist was ganz Persönliches, finde ich.“ Von ihm gebe es schon zwei Scherenschnitte und von seiner Frau auch einen.

Kunsttischler Joachim Behrens vom Verein Rothener Hof wirbt derweil für die nächste Runde am Glücksrad, über dem steht „Glück in der Liebe, Pech im Spiel“. Na ja, hier gewinne jeder, das sei das Gute. Jeweils 32 Lose verkauft er. „Wir haben 24 Hauptgewinne, die Liebes-Button, und dazu acht Trostpreise, ein schönes Emailbild, ein Buch, ein kleines Möbelstück“, ruft Behrens lachend. Fünf Euro für ein Los sei recht teuer, gibt er zu, „aber es ist für einen guten Zweck, für den Verein, der noch viele interessante Veranstaltungen organisieren möchte“.


Altländer Pfannkuchen leicht zu bestimmen


Bei den Pomologen, die diesmal am Eingang der neuen Mosterei sitzen, herrscht ein Kommen und Gehen. Sabine Nill und Verena Moll aus Schwerin sind auf Empfehlung gekommen und haben Äpfel von zwei Sorten mitgebracht. Die aus einem Garten in Banzkow sind schnell als Altländer Pfannkuchen bestimmt, eine Sorte, die seit 1840 bekannt ist, wie Willie Brown weiß. Er ist echter Schotte und lebt in Speuß bei Crivitz. Bei den anderen Äpfeln wird es für ihn, Dr. Werner Rollwitz und Marta Burow schwieriger. „Bis jetzt haben wir jede Sorte herausgefunden“, sagt Brown. Aber der Tag sei noch lang wie das große Markttreiben.


 

 

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