Sternberg : Jägerin mit Herz und Teckeldamen

Martine Bülow ist seit 16 Jahren Jägerin und bildet Gebrauchshunde aus. Hier mit ihren eigenen saufarbenen Teckeldamen Quenta, Aika und Birka.
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Martine Bülow ist seit 16 Jahren Jägerin und bildet Gebrauchshunde aus. Hier mit ihren eigenen saufarbenen Teckeldamen Quenta, Aika und Birka.

Martina Bülow ist passionierte Jägerin und Hundehalterin. Ihr Team für die Schweißarbeit besteht aus drei Teckeln.

Freudig kommen die Teckelhündinnen Aika und Birka auf dem Treppenabsatz angelaufen und wedeln mit der Rute. „Schlapp“ bekommt man beim Streicheln schon fix mal eine Freundschaftsbekundung mit der Hundezunge übers Gesicht. „Sie sind lieb zu den Menschen. Ist aber auch alles Erziehungssache“, sagt ihre Besitzerin Martina Bülow und ruft die zwei wuselnden Gesellen zur Ordnung. Auf dem Sofa liegt Quenta, auch eine saufarbene Teckelhündin, allerdings im betagten Alter von 14,5 Jahren.

Martina Bülow ist Hundebesitzerin nicht nur aus Spaß: Sie arbeitet mit ihren Tieren und benötigt sie für die Jagd. „Teckel gehören zur Gruppe der Erdhunde. Ich nutze sie vorwiegend zum Einsatz bei der Schweißarbeit. (Das Verfolgen, Auffinden und Erlegen von meist verletztem Wild nach der Jagd. Anm. d. Red.) Dabei helfe ich auch anderen Jägern bei der Wildnachsuche wenn sie mich informieren, dadurch wird der Hund besser ausgelastet“, erzählt die 36-Jährige. Im Alter von 16 Jahren begann die Sternbergerin, mit zur Jagd zu gehen. 1998 absolvierte sie die Jagdprüfung. Zwei Jahre später legte sie sich Teckeldame Quenta zu. In der Nähe ihres Lehrbetriebes gab es einen Züchter. Bei Gesprächen mit anderen Waidgenossen entschied sie sich für diese Hunderasse. Dabei schaut sie sich die Kriterien der Züchter genau an, bevor sie sich entschließt, ein Tier mitzunehmen. „Die Hunde müssen Freilauf haben, keine Zwingerhaltung. Züchter für den Teckel, im Normalschlag, finde ich in Grevesmühlen, Neukloster, Langenhagen oder Börzow. Für mich ist diese Rasse alltagstauglich und sie haben Charakter. Außerdem erreichen kleine Hunde ein höheres Lebensalter als größere“, erzählt die gelernte Forstwirtin. Wenn sie zur Arbeit fährt, zur Baumschule bei Güstrow, bleiben Quenta und Aika zu Hause bei ihrer Mutter Karin Bülow. Die 72-Jährige kümmert sich dann um die Tiere und geht mit ihnen nach draußen.

Die jüngste Teckelhündin Birka ist erst 15 Monate alt. Sie soll einmal Quenta in der Schweißarbeit ersetzen und darf mit zur Arbeit. Gerade hat sie ihre Schweißhundprüfung in Wolgast mit voller Punktzahl bestanden. „Aika ist jetzt zehneinhalb Jahre alt. Die Hündin hatte ich mir zugelegt für die Stöberarbeit. Nun ist das aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich“, erzählt die Jägerin. Ihr Trio behält sie trotzdem und liebt ihre Hundedamen. Täglich werden sie gebürstet, zweimal im Jahr getrimmt. Wild, Rinderpansen- und herzen, ausgewähltes Dosen- und Trockenfutter bekommen sie, alles auf ihre Bedürfnisse angepasst. Sind sie so richtig schmutzig, geht es auch mal ab in die Badewanne.

Seit 2010 richtet die Sternbergerin auch Gebrauchshunde ab. Dabei hat es sie auch schon mal bis nach Italien verschlagen. Zehn bis 15 Prüfungen stehen im Jahr an, zu denen sie quer durch die Republik reist. In diesem Jahr bildete sie vier Jagdhunde verschiedener Rassen aus. Die Ausbildung findet immer an anderen Orten statt, da die Tiere schlau sind und sich Gegebenheiten schnell merken können. Schleppen mit Hasen- oder Fuchsbalg, Schweißfährten legen und mehr gehören zu einer Ausbildung für den Jagdhund. 150 Fährten, mit 100 Kilometer beim Legen und noch einmal beim Nachgehen, ist Martina Bülow gefolgt, hat 40 Liter Rinder- und Wildblut zum Legen und Tupfen der Schweißfährten benötigt.

Ein bis zwei Tage bevor der Hund darauf angesetzt wird, wird die Fährte gelegt. Martina Bülow ist mit Leib und Seele bei der Sache. Das spürt man schon beim Zuhören. Sie arbeitet gern draußen in der Natur, ist passionierte Jägerin und auch Hundeführerin.

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