Kursleiter in Warin gesucht : Interesse bei Kindern wecken

Der Chor probt fleißig für den Auftritt bei der Einschulungsfeier.
Der Chor probt fleißig für den Auftritt bei der Einschulungsfeier.

Fritz-Reuter-Grundschule Warin bietet zusätzliche Kurse aus den Bereichen Kunst, Musik und Sport an. Doch es mangelt an Betreuern.

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10. Juni 2017, 12:00 Uhr

Auf dem Schulflur sind Musik und Kinderstimmen zu hören. Es kommt aus dem Klassenraum 307. Drinnen sitzen 16 Grundschüler im Stuhlkreis. Der Chor der Fritz-Reuter-Grundschule in Warin probt eifrig für den Auftritt bei der Einschulungsfeier Ende August. Vanessa und Lina geben mit Klanghölzern den Grundtakt an. Die Erst-, Zweit- und Drittklässler singen kräftig mit. Viele können die Lieder schon auswendig. Wer sich unsicher ist, nimmt den Liedtext zur Hilfe. „Das klappt ja schon richtig gut“, lobt Musiklehrer Oliver Greve die Jungen und Mädchen. Schiefe Töne werden verziehen. Es bleibt ja noch genug Zeit zum Einstudieren und Üben der Lieder.

Der Chor ist während des Schulprojekts „Klasse! Wir singen!“ entstanden, an dem die Schule zum ersten Mal teilgenommen hat. Klassen singen dort mit ihren Lehrern und finden sich zu einem Konzert in den großen Hallen Deutschlands zusammen. In diesem Jahr fand die Aktion Anfang Mai in der Hansehalle in Lübeck statt. „Wir waren mit sechs Schülern vor Ort und es war sehr beeindruckend. Nächstes Jahr nehmen wir mit einer größeren Gruppe teil“, sagt Greve. Er leitet den Chor zusammen mit Manja Völzow. Deren Tochter Vanessa singt selbst mit. Völzow ist Sängerin im Chor „Zeitlos“ aus Nordwestmecklenburg.

Neben dem regulären Unterricht ist der Chor eines von vielen zusätzlichen Angeboten, die die Wariner Grundschule an drei Tagen in der Woche in den Stundenplan integriert. „Wir sind eine Volle Halbtagsschule. Neben festen Unterrichtszeiten bieten wir pro Schulhalbjahr dienstags, mittwochs und donnerstags Kurse an, wo Kinder ihre Neigungen und Talente erkunden und ihren Interessen nachgehen sollen“, erklärt Schulleiterin Dagmar Arndt das Konzept im Gespräch mit unserer Zeitung.

Große Bandbreite an Angeboten

Die Bandbreite sei groß, reiche von künstlerischen über musikalische bis hin zu sportlichen Aktivitäten. Beim Fußball spielen werden soziale Kompetenzen erworben, kreativ geht es beim Basteln mit Naturmaterialien zu und die Geschmacksnerven werden beim Kochen und Backen trainiert – es ist für jeden etwas dabei. „Die Planung erfordert sehr viel Mühe und manchmal einen Kampf, jemanden zu finden, damit ein Kurs zustande kommt“, weiß Arndt. Es fehlen Kursleiter. „Zu wenig Geld für zu viel Aufwand“, nennt die Schulleiterin den Grund.

Um eine größere Vielfalt im Angebot zu erreichen, sollen neben den Lehrkräften, Eltern, Großeltern und andere Partner wie Vereine oder die freiwillige Feuerwehr für die Mitarbeit gewonnen werden. „Wir würden gerne wieder Plattdeutsch anbieten“, sagt Arndt. Wer sich angesprochen fühlt, Zeit und Lust hat, einen Kurs anzubieten, meldet sich bei der Schulleitung unter der Rufnummer 038482/6 04 09.

Das Ehrenamt werde mit einer Aufwandsentschädigung belohnt, so Arndt. Eine Herausforderung sei es, wenn Kursleiter im Urlaub oder krank sind. „Dann fällt der Kurs aus und die Schüler leiden darunter“, sagt Arndt. Ihr Wunsch sei es, pro Angebot zwei verantwortliche Betreuer zu finden, „die sich abwechseln können“. Das Kursangebot ist für die Jungen und Mädchen freiwillig. „Die Eltern bekommen zu Beginn jedes Halbjahres einen Brief zugeschickt und kreuzen einen Erst- sowie einen Zweitwunsch an“, erklärt Arndt.

Was die Teilnehmeranzahl betrifft, werden die Kurse bewusst klein gehalten. „Gefällt es einem Schüler gar nicht, kann er wechseln. Das kommt aber nicht so oft vor“, sagt die Schulleiterin. So gäbe es Kinder, die ein Angebot ihre ganze Schulzeit über besuchen. Wer keinen Kurs belegt, könne während der Unterrichtszeit in der schuleigenen Bibliothek lesen oder spielen. „Das behandeln wir wie einen Kurs“, erklärt Dagmar Arndt.

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