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Sternberg Stahl- und Metallbau : Insolvenz – doch Arbeit geht weiter

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Ein vorläufiges Verfahren wurde in der Sternberger Stahl- und Metallbau GmbH eingeleitet. An den Erhalt des Unternehmens wird gearbeitet.

von
erstellt am 01.Apr.2016 | 20:45 Uhr

Unruhige Zeiten in der Sternberger Stahl- und Metallbau GmbH im Gewerbegebiet Rachower Moor: Seit dem 16. März läuft ein vorläufiges Insolvenzverfahren. Das bestätigte jetzt Rechtsanwalt Dr. Stefan N. Frielinghaus aus Schwerin, den das dortige Amtsgericht mit der Aufgabe des vorläufigen Insolvenzverwalters betraut hat, auf SVZ-Anfrage.

Die Produktion laufe wie bisher mit allen Mitarbeitern weiter. Sie erhielten Insolvenzgeld, das sei mit der Agentur für Arbeit geklärt. Es habe mit den Hauptgläubigern und Auftraggebern Gespräche gegeben, dass die Arbeit weitergehen könne, so Frielinghaus. Eine größere Stahlfirma sei in eine ähnliche Schieflage geraten, „daher kennen wir die Lieferanten“. Das sei „hilfreich“.

„Wir machen das schon seit 20 Jahren“, so der Schweriner Rechtsanwalt mit Blick auf das vorläufige Insolvenzverfahren, „und sind von Haus aus Optimisten“. Es sei des öfteren gelungen, Unternehmen vor einem endgültigen Aus zu bewahren. Beim Sternberger Stahl- und Metallbau arbeite „eine tolle Mannschaft. Diesen Eindruck haben wir gleich bei der ersten Mitarbeiterversammlung bekommen“, sagt Frielinghaus.

Es gebe eine Reihe von Ideen, wie es in dem Unternehmen weitergehen könne. „Es ist aber noch zu früh, darüber zu sprechen.“ Aus diesem Grunde wollte sich auch Geschäftsführerin Anja Krull derzeit nicht zum Stand der Dinge aus ihrer Sicht äußern.

Erstklassige Referenzen erworben

Hervorgegangen aus einer Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH), kann die Sternberger Firma auf erstklassige Referenzen verweisen und hat Bleibendes geschaffen. Wer zum Einkauf ins Schweriner Schlossparkzentrum fährt, wandelt in der Passage unter Oberlichtern, die das Unternehmen aus Sternberg gefertigt hat. Ebenso
einen 60 Meter hohen Turm aus Stahl für Bungee in einem Athener Freizeitpark. Leider gab es auch eine weniger erfreuliche Entwicklung, als der Eigentümer und Geschäftsführer Bertold Zander schwer erkrankte und starb. Die Zahl der Mitarbeiter, die sich um die 16 eingependelt hatte, ging bis auf sechs zurück, vier in der Produktion, ein Ingenieur und die Buchhalterin. Daraufhin stand der Stahl- und Metallbau zum Verkauf.

Als Anja Krull aus Görslow bei Schwerin den Betrieb Anfang April 2013 kaufte und mit ihrem Lebensgefährten Andreas Franke führte, ging es wieder aufwärts. Ihren ersten Großauftrag erhielten sie von einem bundesweit tätigen Baukonzern: das Hochregal und weitere Stahlkonstruktionen für ein Logistikzentrum in Erfurt. Kranbahn und Hochregallager vor der Haustür im Gewerbegebiet Rachower Moor sowie der Stahlbau für eine Biomassekraftanlage in Parchim brachten die Fertigung ebenfalls in Schwung. Nach einem Jahr hatte das
Unternehmen bereits wieder 18 Beschäftigte und im Juli vorigen Jahres 20. Drei Aufträge an attraktiven Standorten in Hamburg folgten, darunter die Handläufe und Geländer für die Foyers der Elbphilharmonie, die größte Herausforderung. Der Auftrag für das achtteuerste Bauwerk der Welt, wie es im „Spiegel“ hieß, machte das Dreifache eines normalen Jahresumsatzes der Sternberger Firma aus. Die Fertigstellung der Elbphilharmonie verzögert sich wie die des Berliner Großflughafens bekanntlich jahrelang.

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