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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

16. Januar 2018 | 08:53 Uhr

Sternberg : In Sternberg ein Jubiläumskonzert

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Zum 20. Mal spielte Fahrradkantor Martin Schulze am Donnerstagabend an der Walcker-Orgel

Bevor Martin Schulze am Donnerstagabend auf die Orgelempore stieg, sah man ihn vor dem Kirchenportal, hier und da im Gespräch mit denen, die gekommen waren, um seinem Spiel zu lauschen. Inzwischen kennt er viele seiner „Fans“ persönlich, was nicht verwundert, denn an diesem Abend gab er sein 20. Konzert in der Sternberger Kirche!


Geschenk: himmelblaue Fahrradklingel


Hans Werner- Krei, der im Auftrag des Kirchengemeinderates schon viele Konzerte kompetent begleitet hat, hatte sich für seine Begrüßungsrede denn auch etwas Besonderes einfallen lassen. Als Dank für die jahrelange Verbundenheit gab es ein besonderes Geschenk für den Fahrradkantor, eine himmelblaue Fahrradklingel mit Christophorus-Symbol (Schutzheiliger der Reisenden).

Viele Kilometer tritt Martin Schulze bei seinen Konzerttouren täglich in die Pedale. Von Ost nach West durch MV war er von Woldegk nach Sternberg geradelt, allerdings ein kleines Stück davon per Bahn, verriet er. Am Folgetag ging es weiter Richtung Geesthacht, zum nächsten Konzert in Hamwarde.

An der romantischen Sternberger Walcker-Orgel spielt Martin Schulze am liebsten Werke der Romantik. Mit einer Ausnahme bestimmten auch an diesem Abend Werke dieser Musikepoche das Programm. Wie gewohnt weckte er mit seiner ausführlichen Konzerteinführung die Hörerwartungen seines Publikums. Klangliche Kontraste bot er mit seiner Werkauswahl. Eher Besinnliches gab es im Mittelteil, wie Adolph Hesses Präludium und Fuge, in der der Komponist die Buchstaben seines Namens in Noten e - h - es verarbeitet, oder Variationen zum Lutherlied „Vater im Himmelreich“ in einer Partita von Johann Nepomuk David.


Orgel wird einmal richtig durchgepustet


Am liebsten spielt Martin Schulze auf der Walcker-Orgel Werke von Max Reger. „Die Orgel wird einmal so richtig durchgepustet“, bereitete er auf zu erwartende Klangexplosionen bei dessen Kompositionen vor. So begann das Konzert und so endete es, Toccata und Fuge a-moll, Toccata und Fuge e-moll, alles wird hier dem Organisten abgefordert, feinfühliges, geschmeidiges Spiel mit leisen Registern, Pedal- und Fingervirtuosität bei den wuchtigen Akkorden. Vibrierende Klanggewalt, zu spüren auf den Kirchenbänken. Auch als Zugabe erklingt bei diesem Jubiläumskonzert noch einmal Max Reger. Lange hält Martin Schulz den gewaltigen Schlussakkord, lässt nachspüren, wie die Klangfülle in der Akustik der Kirche schwebt und langsam verebbt. Mit begeistertem Applaus wird Martin Schulze verabschiedet. Bis zum nächsten Mal.  



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