Warin : In Ruhe angeln

In Ruhe dem Hobby nachgehen: Wer vom Boot aus angeln will, muss auf dem Wariner See auf einen E-Motor zur Unterstützung verzichten.
In Ruhe dem Hobby nachgehen: Wer vom Boot aus angeln will, muss auf dem Wariner See auf einen E-Motor zur Unterstützung verzichten.

Elektro-Motorboote sind auf dem Wariner See tabu: Das sorgt auch beim Verein „Petri Heil“ für Unverständnis

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15. Januar 2019, 12:00 Uhr

Höhere Beiträge für Mitglieder des Landesanglerverbandes (LAV) ab 2020, das Verbot, mit Elektro-Motorbooten auf dem Wariner See zu fahren und ein nur geringes Interesse am An- und Abangeln – auf der Jahreshauptversammlung des Wariner Anglervereins „Petri Heil“ gab es reichlich Stoff für Diskussionen.

482 Arbeitsstunden haben die Angler im vergangenen Jahr am Großen Steeder See und auf ihrem Vereinsgelände am Wariner See geleistet. „Die Beteiligung war sehr gut“, wertete denn auch Vereinsvorsitzender Wolfgang Büttner. Ebenso beim Raubfischangeln. Aber warum klappt es nicht beim An- und Abangeln? Der Aufwand, auch finanziell, stehe in keinem Verhältnis zur Teilnahme. „Wir beobachten das noch einmal. Auf der nächsten Versammlung wird darüber entschieden“, setzte Büttner den Zeitrahmen.

Der Wariner Verein beteiligte sich im vergangenen Jahr an der Maifeier auf dem Sportplatz „wie jedes Jahr mit den gleichen Leuten“ und am Weihnachtsmarkt, um in der Stadt präsent zu sein und die Kasse ein bisschen aufzubessern. Vielleicht gelinge es ja, Sponsoren zu gewinnen, ermunterte Büttner die Mitglieder, Werbung zu machen.

Sehen lassen können sich Vereinshaus und -gelände am Wariner See, wo auch die Jahreshauptversammlung wieder stattfand. Das Sommerloch hatten einige Mitglieder genutzt, um einen Räucherofen zu bauen. „Ich finde ihn sehr gelungen, er funktioniert und jedes Vereinsmitglied darf ihn nutzen“, so Büttner. Derzeit entstehe eine Ruderaufbewahrung, zudem müsse auch der Zaun um das Gelände gemacht werden und alles koste Geld.

Zwölf Euro mehr bezahlen müssen die Angler ab 2020 an den LAV: Beitrag und Jahresanglererlaubnis werden teurer. Eine Erhöhung habe sich schon über viele Jahre angekündigt, erklärte Ralf Gründler vom Vereinsvorstand und seit Oktober auch im Vorstand des Angler-Regionalverbandes. Wie Gründler wusste, habe es bereits 2017 ein Minus im LAV-Haushalt gegeben. Die Pachten der Gewässer würden ins Unermessliche steigen, Besatzfisch teurer werden und vieles andere mehr. Zu hören war, dass der Verband mit einem hauptamtlichen Mitarbeiter die Jugendarbeit intensivieren wolle.

Trotz der angekündigten Erhöhung sei Angeln in MV im Vergleich zu Bayern noch billig, so Gründler. „Und jeder möchte doch ein schönes, sauberes Gewässer haben.“

Weil der eigene Verein von der neuen Beitragsordnung nicht profitiere, da die Erhöhung komplett abgeführt werden müsse, wie Wolfgang Büttner informierte, schlug er vor, 15 Euro anzusetzen und somit drei Euro für den Verein zu behalten. Das wurde mit einer Gegenstimme angenommen. Daraufhin schlug ein Mitglied vor, gleich auf 20 Euro zu erhöhen. Die einfache Mehrheit reichte aus, um dies zu beschließen.

Für reichlich Diskussion und Unverständnis sorgte erneut das Verbot, auf dem Wariner See mit Elektro-Motorbooten fahren zu dürfen. Wer gesundheitlich beeinträchtigt sei, könne beim Landkreis eine Sondergenehmigung beantragen, erklärte der Vereinsvorsitzende. Allerdings dürfe keine Person mitgenommen werden, die in der Lage sei, ein Boot zu rudern. Was bei den Anglern für Kopfschütteln sorgte.

Das E-Motorboot-Verbot sei ein großes Thema, einschließlich der Ungleichbehandlung bei der Vergabe der Sondergenehmigungen und der Bußgeldhandhabung, erklärte Ralf Gründler. „Der LAV ist hier mit im Boot und ganz aktiv. Wir ruhen da nicht.“

Der Wariner Anglerverein „Petri Heil“ betreut den Großen Steeder See. Im vergangenen Jahr wurden Weißfisch, Aal, Spiegel- und Schuppenkarpfen eingesetzt, für 2019 bestellt sind Laichschlei und Barsch, wie Gewässerwart Mario Schreiber informierte. Allerdings sei im vergangenen Jahr schlecht gefangen worden, weil es zu warm gewesen sei.

In Anerkennung hoher Verdienste um die Angelfischerei erhielten Torsten Gatzow die Ehrennadel des LAV in Bronze und Thomas Schreiber die Ehrennadel in Silber.

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