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Warin/Brüel: Kleingärtner nutzen Container für Grünschnitt : In Region weniger Gartenfeuer

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"Die Container sind doch nur Alibi für den Landkreis", äußert Stadtvertreter Fritz Klifoth auf der Sitzung den Unmut von Brüelern über die in den ersten Märztagen mehr als randvoll gefüllten Container für Grünschnitt.

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erstellt am 09.Mär.2012 | 08:00 Uhr

Sternberg/Warin | "Die Container sind doch nur Alibi für den Landkreis", äußert Stadtvertreter Fritz Klifoth auf der Sitzung in Brüel den Unmut von Brüelern über die in den ersten Märztagen mehr als randvoll gefüllten Container für Grünschnitt. In der Stadt stünden seit Anfang des Monats lediglich zwei flache Behälter und das reiche einfach nicht aus, würden sich Bürger ärgern. "Die eingesetzten Container sind flach und lassen sich dadurch gut befüllen. Das erleichtert die Benutzung bzw. macht die für diesen Zweck überhaupt erst möglich", sagt Andreas Bonin, Pressesprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Er verweist darauf, dass ein voller Container schnell vom Entsorger gegen einen leeren Container ausgetauscht werden muss. Naturgemäß sei der Ansturm auf die Container zu Beginn des Monats viel größer als

z. B. in der letzten Woche des Monats. Dadurch könne zeitweise der Eindruck entstehen, dass das Volumen der Container nicht ausreichend sei, so Bonin. "Der Entsorger muss aber in diesem Zeitraum nur öfter die Container austauschen. Viele Bürger haben in den vergangenen Jahren sehr wohl mitbekommen, dass es wenig Sinn macht, wenn

alle in der ersten Märzwoche zum Container rennen. Ein von uns beauftragter Entsorger kann dann so eine Situation auch nicht immer befriedigend bewältigen", erklärt der Kreissprecher.

Im ehemaligen Landkreis Parchim ist in Kommunen mit mehr als 800 Einwohnern nach einer vom Kreistag beschlossenen Änderung der Abfallsatzung das Verbrennen von Pflanzenresten untersagt.

Doch in Brüel gibt es auch in diesem Frühjahr eine weitere Alternative: den Kompostierplatz der Stadt. "Wenn in der Woche ein Mitarbeiter des Bauhofes auf dem Platz ist, haben auch Bürger die Möglichkeit, hier ihren Grünschnitt

abzugeben", sagt Bauhofsleiter Norbert Krienke. Er empfiehlt aber, vorher bei ihm anzurufen, Telefon 0172/3216545. Die ersten Kleingärtner hätten davon schon Gebrauch gemacht. Mit dem Containerwechsel in Brüel ist Krienke zufrieden. "Wenn ich bei dem Unternehmen anrufe, um volle Behälter zu melden, sind die Fahrer meist schon unterwegs zu uns", sagt er.

In Sternberg gibt es drei Standorte für Grünschnitt-Container. Dass Behälter schnell gefüllt wären, sei oftmals auch ein selbst gemachtes Problem, meint Sternbergs Bürgermeister Jochen Quandt. "Da werden ganze Äste reingepackt, obwohl man sie auch hätte zerkleinern können", weiß er. Der von der Stadt bewirtschaftete Kompostierplatz hat noch nicht geöffnet. "Über den Termin beraten wir noch", sagt Quandt.

Anders als im ehemaligen Landkreis Parchim ist im Landkreis Nordwestmecklenburg das Verbrennen erlaubt. Doch der Landkreis appelliert an Kleingärtner, pflanzliche Abfälle nach Möglichkeit zu kompostieren. In Warin hat im März und April sonnabends von 8 bis 12 Uhr der Kompostierplatz geöffnet. "Das ist bequem und ich nutze diese Möglichkeit selbst", sagt der Wariner Bürgermeister Michael Ankermann. In Warin werde noch vereinzelt verbrannt. In der letzten Woche hätte ein Bürger dafür sogar eine städtische Grünanlage ausgewählt, so Ankermann.

"Wenn die pflanzlichen Abfälle verbrannt werden, entstehen unweigerlich gesundheitsschädliche Gase und Stäube, die eine Selbstgefährdung verursachen. Je nach Lage der Brennstelle kann auch die Nachbarschaft erheblich belästigt und gefährdet werden", sagt Frank Scholz, Sachgebietsleiter Abfallwirtschaft in Grevesmühlen. Das Kompostieren sei die urälteste Methode der Welt, um pflanzliche Abfälle auf natürliche Weise dem Stoffkreislauf zurückgeben zu können.

Trotz des Appells dürften seit dem

1. März wieder einen Monat lang Rauchschwaden gen Himmel steigen. Denn verboten ist das Verbrennen von Gartenabfällen hier nach wie vor nicht. So können Kleingärtner im Landkreis Nordwestmecklenburg im März und Oktober montags bis sonnabends von

8 bis 18 Uhr Grünschnitt den Flammen übergeben, wenn eine Kompostierung nicht möglich oder unzumutbar ist. Zu beachten ist dabei, dass das Feuer maximal zwei Stunden pro Tag brennen darf und Nachbarn nicht belästigt oder gar gefährdet werden.

Verstöße gegen die geltenden Regelungen müssen Mitarbeiter immer wieder registrieren. So gehen allein beim Landkreis Nordwestmecklenburg durchschnittlich ein Dutzend Beschwerden ein, weil sich Nachbarn durch Rauch belästigt fühlen und Sachen verbrannt werden, die keine Gartenabfälle sind. So wurden an Feuerstellen u. a. Stahlfedern von Sofas, Möbelbeschläge, Scharniere und Schlösser gefunden. Wer bei der "heißen Entsorgung" erwischt wird, muss mit einer Anzeige rechnen. Notfalls rückt auch die Feuerwehr an, um das Verbrennen zu stoppen. "Was wir im Landkreis ebenfalls beobachten, sind gewaltige Dampfwolken, die in den Himmel steigen und aus Staub und Ruß bestehen", ärgert sich Scholz über das Verbrennen nicht ausreichend getrockneter Gartenabfälle.

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