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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

21. November 2017 | 22:34 Uhr

Grabschändung : In Brüel erneut Totenruhe gestört

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Seit Jahren verschwinden vom Alten Friedhof immer wieder Eisentore, Zäune und Ketten von denkmalgeschützten Grabstätten

von
erstellt am 19.Okt.2017 | 06:00 Uhr

Man weiß nicht, ob man heulen soll, sagt ein Angehöriger. Von der über 100 Jahre alten, denkmalgeschützten Familiengrabstätte auf dem Alten Friedhof in Brüel fehlen an drei Seiten die geschmiedeten Zaunfelder. Nicht zum ersten Mal wird die Familie mit Diebstahl, Störung der Totenruhe und Vandalismus konfrontiert.

Wie kämen Menschen nur damit klar, sich etwas auf das Grundstück zu stellen, wenn sie wüssten, dass es von einem Grab gestohlen wurde?, fragt ein Mann, als SVZ sich die Grabstätte ansieht.

Bereits vor zwei Jahren verschwand in einer Nacht das schmiedeeiserne Tor, jetzt sind es drei Zaunfelder. Auch dieses Mal müssen der oder die Täter mit brachialer Gewalt vorgegangen sein, haben vermutlich mit einem Kuhfuß oder ähnlichen Werkzeugen die Zaunfelder regelrecht herausgebrochen und so auch die Umrandung aus gehauenem Stein teilweise aus der Erde gerissen. Nur noch das völlig mit Efeu eingewachsene Zaunfeld ist stehen geblieben.

Die Täter müssen in der Nacht zum vergangenen Freitag aktiv gewesen sein und haben ihr Diebesgut vermutlich mit einem Fahrzeug, das hinter dem Friedhof an den Bahnschienen stand, abtransportiert.

Die Polizei in Sternberg ermittelt und fragt, ob jemand in besagtem Zeitraum ungewöhnliche Geräusche auf dem Alten Friedhof gehört und Beobachtungen gemacht hat, die mit dem Diebstahl in Zusammenhang gebracht werden könnten oder etwas zum Verbleib der historischen Zäune sagen kann. Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizei in Sternberg unter der Telefonnummer 03847 / 432 70 auch vertraulich entgegen.

Immer wieder verschwanden in den vergangenen Jahren vom Alten Friedhof geschmiedete Eisentore, Zäune und Ketten, die als Umzäunung dienten. Dass die Gegenstände zum Schrotthändler kommen, daran glaubt man indes nicht, sondern eher an eine Aufarbeitung und den Verkauf auf Trödel- oder Antikmärkten.

Es gebe immer wieder mal Metalldiebe, die dann zum Schrotthändler fahren, sagt Klaus Wiechmann, Pressesprecher der Polizeiinspektion Ludwigslust. „In Brüel gehen wir im Moment nicht davon aus. Es handelt sich hier um hochwertige Grabumrandungen.“ Die Polizei vermutet, dass es aufgrund der Häufigkeit in den vergangenen Jahren einen Bezug zwischen dem Täter und der Örtlichkeit gebe.

„Das ist eine sehr perfide, pietätlose Diebstahlsmasche“, sagt Klaus Wiechmann. Er hofft, dass vielleicht jemand die markanten historischen Zaunfelder erkennt.

Die Friedhofsverwaltung in Sternberg ist für die Anlagen in Brüel, Sternberg, Borkow, Zaschendorf, Holzendorf bei Brüel und Schönlage zuständig. Hin und wieder würden Harken und Gießkannen verschwinden, aber dass Tore und Zäune gestohlen werden, sei in der Tat bislang nur in Brüel auffällig, bestätigt Mitarbeiterin Manuela Reimer auf SVZ-Anfrage. 

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