zur Navigation springen

Projekt in Tempzin weitestgehend abgeschlossen : In 20 Jahren Klosterkirche saniert

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Der Förderverein „Antoniter-Hospital Tempzin“ begeht ein Jubiläum und stellt am Tag der offenen Tür Ergebnisse seiner Arbeit vor.

„Die Kirche hatte die Tempziner Kirche aufgegeben. In diesem Jahr können wir mit Stolz berichten, dass die Sanierung weitestgehend abgeschlossen ist“, freut sich Dörte Gratz, Vorsitzende des Fördervereins „Antoniter-Hospital Tempzin“ e. V. Dessen 20-jähriges Bestehen wollen die Mitglieder heute in einer Woche, am 27. Mai, ab 15 Uhr gemeinsam mit Sponsoren, Freunden und weiteren Interessierten würdig begehen.

„Es ist dem inzwischen verstorbenen Pastor Günter Köllen zu danken, dass die Kirche noch steht. Auf seine Initiative hin wurde unser gemeinnütziger Verein am 16. Mai 1997 gegründet. Die weiteren Gründungsmitglieder Meta und Heinrich Aselmeyer, Sieghard Dörge, Erika Garling, Jutta Günther, Bärbel Hogrefe und Julie Völzow sind bis heute im Verein“, sagt sie.

Doch nicht nur die Kirche drohte zu zerfallen, Friedhofsmauer und Klosterruine waren Trümmerhaufen. Die Notwendigkeit hier etwas zu tun, habe viele Einwohner der Gemeinde motiviert. Anliegen des Vereins sei aber ebenso gewesen, „das dörfliche Miteinander sowie in Vergessenheit geratene Traditionen aufleben zu lassen und durch Veranstaltungen die Region bekannter zu machen“. Im Juli 1998 zählte der Verein schon 30 Mitglieder. Dörte Gratz gehörte noch nicht dazu, brachte sich aber bereits bei den jährlichen Adventsmärkten ein. Dem Verein trat sie 2005 bei.

„Ab 1998 ging es dann richtig vorwärts und es wurden auch Fördermittel eingeworben. Karl-Heinz Jolitz hatte die Leitung übernommen, da Pastor Köllen ein Jahr später wegzog“, sagt Dörte Gratz. So konnte schon 1998 mit Arbeiten in der Klosterruine begonnen werden, dank weiterer Fördermittel und Spenden bald auch in der Klosterkirche. Gratz erinnert sich besonders an die Jahre 2000 und 2001, „da waren fast an jedem Wochenende Leute im Einsatz, auch im Winter. Sie haben Buschwerk entfernt, Steine geklopft, das Gewölbe von Schutt beräumt... Da wurde viel Kraft und Zeit investiert“.

Unterstützung hatte der Verein in seinem Wirken auch durch drei Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, innerhalb derer die Kirche ringsherum trocken gelegt, die historische Friedhofsmauer neu gesetzt, Weg und Traufe gepflastert wurden.

2005, nach dem Wegzug von Karl-Heinz Jolitz aus Tempzin, übernahm Bärbel Hogrefe die Vereinsleitung, 2012 Dörte Gratz.

Fast 20 Jahre seien nötig gewesen, um die Ziele zu erreichen. „Nach Abschluss der Außensanierung haben wir nach unseren Möglichkeiten weitergemacht. Im Kirchengestühl wurde der Holzwurm bekämpft, die Haupteingangstür an der Westseite aufgearbeitet, innen Nischen geweißt, lose Ziegelfugen verschmiert, die Friedhofsmauer ausgebessert, lange Zeit auch der Friedhof gepflegt“, zählt die Vereinsvorsitzende auf.

Noch nicht abgeschlossen sind die Arbeiten an der Orgelempore. Weil es durchgeregnet hatte, war das Holz morsch geworden. Gern würde der Verein auch weitere Dachentwässerung anbringen, was bei der Dachsanierung aus Gründen des Denkmalschutzes noch nicht möglich war. „Das Wasser platscht auf das Traufpflaster. Es gibt schon Ausspülungen. Jetzt dürften wir eine Dachrinne anbringen, aber uns fehlen die finanziellen Möglichkeiten“, bedauert sie.

Voller Freude erzählt die Vereinsvorsitzende über den Einbau der zwei kleinen Glocken in der Klosterkirche im November vorigen Jahres, durch den jetzt sogar ein Dreifachklang möglich wird. Dafür hatte der Verein mehrere Jahren Geld gesammelt.


Führungen und Fotoausstellung


Ihr Erreichtes wollen die Vereinsmitglieder nun öffentlich präsentieren und laden am 27. Mai um 15 Uhr ins Warmhaus des benachbarten Vereins „Pilgerherberge Kloster Tempzin“ ein. Es gibt Kirchenführungen, Erzählungen, eine Fotoausstellung, natürlich Kaffee und Kuchen, zudem wird abends gegrillt.

„Diese Veranstaltung ist auch ein Dankeschön an alle, die uns unterstützen. Einige sind von Anfang an dabei. Dazu gehört auch Bauingenieur Wolfgang Sagasser, der unseren Verein und sämtliche Sanierungsmaßnahmen begleitet hat“, sagt Gratz. Sie erinnert ebenso an die gemeinsamen Veranstaltungen in der Klosterruine mit dem inzwischen aufgelösten Hinstorff-Förderkreis. „Wenn wir Veranstaltungen organisieren wie Kirchweihfest, Johannifeuer mit Musik und Gegrilltem, den Sommerabend in der Klosterruine und den Adventsbasar in der Klosterkirche, helfen viele Menschen aus den Orten mit, Firmen und Feuerwehr unterstützen“, freut sie sich. „Wir sind ein weltlicher Verein, die Mitgliedschaft ist an keinerlei Konfession gebunden“, macht sie deutlich.

 

zur Startseite

von
erstellt am 20.Mai.2017 | 12:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen