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Straße in Warin sorgt weiter für Disput : Immer wieder das "liebe" Geld

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Es bleibt Warins heißestes Thema. Trotz des Beschlusses zum Bau der Straße am Glammsee im März hält die Diskussion an: Es geht ums Geld. Eines steht aber außer Frage: Der Zustand der Schotterpiste ist katastrophal.

svz.de von
erstellt am 26.Apr.2013 | 07:31 Uhr

Warin | Es ist und bleibt offensichtlich Warins heißestes Thema - der Zustand sowie der geplante Ausbau des Weges am Glammsee Richtung Feriendorf. Seit Jahren schon wird über die miserablen Zustände gestritten. In der Tat ist das aufgestellte Schild "Bodenwelle" noch geschmeichelt, ein Schlagloch reiht sich ans andere auf dieser Schotterpiste.

Auf 260 Metern von der Schweriner Straße bis zum Ende der Kleingartenanlage soll der Weg dieses Jahr noch ausgebaut und mit Betonsteinen gepflastert werden (SVZ berichtete). So hatten es die Stadtvertreter am 7. März beschlossen, indem sie seinerzeit grünes Licht für das 181 000 Euro teure Projekt gaben. Damit wäre ein Drittel des Weges saniert. Ob und wann es weitergeht mit dem zweiten oder gar dritten Abschnitt, steht derzeit freilich in den (finanziellen) Sternen.

Anlieger, die Grundstücke entlang des Weges besitzen - egal, ob Eigentum oder Erbbaupachtrecht - müssen sich anteilig an den veranschlagten Kosten von 181 000 Euro finanziell beteiligen. Deren Höhe ist noch offen und hängt u.a. auch davon ab, ob der Weg als Ortsverbindungs- oder Anliegerstraße eingestuft wird. Bei Letzterer müssten die von der Straßenbau-Umlage betroffenen sieben Eigentümer 15 Prozent mehr löhnen.

Und auch das sorgt für Gesprächsstoff, wie die Stadtvertretersitzung vom Donnerstagabend bewies. Unter den sieben interessierten Bürgern, die dem öffentlichen Teil beiwohnten, waren auch Hans Kaiser aus der Waldheim-Siedlung sowie Peter Krause. Kaiser traute dem Braten nicht, dass die ins Auge gefasste Trasse wirklich nicht über Waldheim geht und fragte nach, warum die 60 Personen umfassende Bürgerinitiative auf ihre schriftliche Anfrage von vor einem Jahr immer noch keine schriftliche Antwort enthalten habe. Bürgermeister Michael Ankermann verwies darauf, dass die Waldheim-Variante seit der Sitzung vom März bereits definitiv vom Tisch sei: "Die Zuwegung nach Waldheim bleibt unverändert. Bis kommenden Donnerstag bekommen Sie dazu auch noch schriftlich Antwort."

Der in der benachbarten Wismarschen Straße wohnende Elektromonteur Peter Krause ist durch seinen 1800 Quadrat meter großen Garten am Weg zum Glammsee einer der sieben Eigentümer, die nach dem Straßenbau zur Kasse gebeten werden. "Natürlich bin ich bereit, auch was zu zahlen für eine gewisse Straße, aber nicht für eine Superstraße", betont Krause und fährt fort: "Der Weg soll ab der Schweriner Straße auf einer Länge von 30 Metern in einer Breite von 5,5 Metern ausgebaut werden und dann von 230 Metern auf 3,5 Metern bis zum Ende der Kleingartenanlage."

Es brauche sich keiner auf die Straßenausbauordnung zu berufen. In anderen Gemeinden würden die Wege auch kleiner und dem Verkehrsaufkommen entsprechend gebaut. "Wo sind die Daten für eine Verkehrszählung? Wo sind die Daten für die Genehmigung des Straßenbaus im Uferschutzbereich?" Und noch eines hinterfragt Peter Krause: "Wenn 2008 laut damaliger Planung ca. 100 000 Euro für den Ausbau des unbefestigten Weges von der Schweriner Straße bis zur Feriensiedlung" veranschlagt wurden, warum sind es jetzt 181 000 für die Hälfte des Weges. Das ist ,Stuttgart 21!"

Darauf entgegnete der seit 2009 im Amt befindliche Bürgermeister, er kenne die Zahlen aus früheren Zeiten nicht. Der Stadt gehe es darum, endlich "ein seit vielen Jahren bestehendes Übel " zu beseitigen. Zudem stellte Ankermann klar: "Niemand muss sein Grundstück verkaufen, um die Beiträge zu bezahlen. Das gab es seinerzeit im (Viertel - d. Red.) ,Vogelberg nicht und das wird es auch an der Ernst-Lübbert-Straße nicht geben." Hier würden die Kosten gemäß der Straßenbaubei tragssatzung gerade erstellt. Zudem würden durch den Bau der Straße am Glammsee die Grundstücke aufgewertet.

Spannend und nach wie vor unbeantwortet ist am Glammsee die Frage, was mit den 17 Häusern in der dortigen Feriensiedlung ist: Werden die auch anteilig zur Kasse gebeten? Oder sind deren Besitzer, wie Krause vermutet, "fein raus"?

Die 18 Garagen auf dem Weg dahin werden mittelfristig abgerissen, um hier Stellplätze zu schaffen. Auf denen soll einmal u.a. derjenige sein Auto abstellen können, der den Glammsee umrunden will. Damit könnte sich Warin ein Stück weit touristisch aufwerten - auch das eine Bürgerforderung in der Stadt.

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