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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

21. Oktober 2017 | 05:14 Uhr

Immer mehr Fundhunde im Seenland

vom

svz.de von
erstellt am 12.Okt.2012 | 07:05 Uhr

Keez | Die drei quirligen Shi-Tzu-Mischlinge machen es Kerstin Westhoff in der Fundhundestation in der Hundeschule Keez nicht leicht, sie gleichzeitig auf dem Arm zu halten. Einfacher wird es da mit Mutter "Trine", einer in Sternberg ausgesetzten Dackelmischlingshündin, die schon tragend zu Kerstin Westhoff kam und nun auch schon sehr lange bei ihr ein Zuhause bekommt. Auch "Leo", ein Bordercolliemix, sitzt schon über einen Monat in der Fundhundestation. "Leo wurde völlig durchnässt und erschöpft im Straßengraben an der B 104 nahe Nutteln gefunden. Er will eigentlich nur spielen, ist sehr freundlich und intelligent", bescheinigt Kerstin Westhoff dem ca. fünfjährigen Rüden. Auch mit Blick auf die kalte Jahreszeit hofft Westhoff, die sich vertraglich geregelt um Fundhunde im Amt Sternberger Seenlandschaft kümmert, auf ein neues Zuhause für "Norca". Weil der Jagdterrier gechipt ist, weiß sie, dass der Besitzer verstorben ist und die Erben das Erbe nicht antreten wollen. "Norca ist 13 Jahre alt und nur freundlich mit Mensch und Hund. Sie wäre etwas für ältere Leute, die ihr im Winter auch ein warmes Plätzchen geben können", sagt sie.

20 Fundhunde nimmt die Keezerin im Jahresdurchschnitt auf. Im Februar und September, wenn die meisten Hündinnen läufig sind, gibt es mehr Arbeit. Denn dann bekommt manch Rüde das Rennen. "Ein Viertel der gefundenen und zu mir gebrachten Hunde geht zu den Besitzern zurück", schätzt sie ein. Für alle anderen beginnt die Suche nach einem neuen, guten Zuhause. Sie freut sich für jeden Vierbeiner, wenn es klappt. "Ich freue mich immer, wenn ich bei der Vermittlung ein gutes Gefühl habe. Dass ist, wenn ein Hund nicht im Zwinger leben muss, wenn er nur vier, fünf Stunden am Tag alleine bleibt und wenn die Leute, die zu mir kommen, viel wissen wollen", erklärt sie.

Alle Hunde kommen gechipt zu ihren neuen Besitzern. Das ist dank des Mecklenburger FundHund e. V., zu dessen Gründungsmitgliedern Kerstin Westhoff gehört und dessen erste Vorsitzende sie ist, nun auch möglich. Damit kann ein Hund, egal wo er gefunden wird, zugeordnet werden. Mit der Kraft, auch finanziell, des Vereins im Rücken können jetzt aber auch deutschlandweit Nachkontrollen nach einer Vermittlung durchgeführt werden. Dabei arbeitet der Mecklenburger FundHund e. V mit anderen Tierschutzvereinen zusammen. Wie bei "Anne", "Anna" und "Anni", den drei im August auf ihrem Hundeplatz ausgesetzten, völlig ausgehungerten Miniwelpen. Über deren Vermittlung habe sie sich dann ganz besonders gefreut, sagt sie, habe sie doch viel Kraft und Liebe investiert, um die drei aufzupäppeln. Die kleinen Vierbeiner wohnen jetzt in Dresden, Wismar und Schleswig-Holstein.

Kerstin Westhoff hört nicht auf, Leute, die einen Hund ins Haus holen wollen, zu ermuntern, sich vorher beraten zu lassen und dann mit der ganzen Familie über einen Vierbeiner zu entscheiden. Bei "Leo" waren es nur Vater und Sohn. So landete der Bodercolliemix leider nur einen Tag später bereits wieder in Keez. "Ich bekomme jetzt auch Anfragen zu Auslandshunden. Ich rate, davon die Finger zu lassen. Die Hunde sind frei geboren und haben gelernt, dass der Mensch nicht ihr Freund ist. Diese Hunde bleiben ihr Leben lang sehr verängstigt", so Westhoff. Auch bei so einem Wunsch rät sie, sich vorher genau zu informieren.

Übrigens: Die Shi-Tzu-Mischlinge sind ab der kommenden Woche abgabebereit. Die drei laufen nicht nur mit den anderen Hunden in der Fundhundestation mit, sondern haben auch viel menschlichen Kontakt. Mehr zu den Fundhunden und zum Verein gibt es auch unter www.Mecklenburgerfundhund.jimdo.com oder Tel. 0172/6097794.

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