Deutschlandweiter Tag der Imkerei : Imker der Region zusammen gebracht

<fettakgl>Rita Klammer</fettakgl> (M.) führte durch die kleine Imkerschule für Schüler mit Arbeitsmaterialien.
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Rita Klammer (M.) führte durch die kleine Imkerschule für Schüler mit Arbeitsmaterialien.

Zum deutschlandweiten Tag der Imkerei luden Rita und Willfried Klammer vom Imkerverein Sternberg-Brüel am Sonntag die Vereine aus Warin und Neukloster zum Erfahrungsaustausch in den Bienengarten ein.

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11. Juli 2012, 10:18 Uhr

Brüel | Zum deutschlandweiten Tag der Imkerei luden Rita und Willfried Klammer vom Imkerverein Sternberg-Brüel am Sonntag die Vereine aus Warin und Neukloster in den Bienengarten ein.

"Wir wollten alle umliegenden Vereine einmal zusammen bringen an einem Tag zu einem Erfahrungsaustausch. Dazu bot sich der heutige Tag an", so Willfried Klammer. Seit drei Jahren gestaltet er mit seiner Frau, die für Öffentlichkeitsarbeit, Umweltbildung und Nachwuchsförderung tätig ist, ein ehemaliges Werksgelände um. Inzwischen blühen zahlreiche Bienenblumen wie Muscatella, Phacelia, Lavendel, Natterkopf und Steinklee, auf angefahrenen Mutterboden und auf Schotterboden.

"Wenn der Raps verblüht ist, verhungert die Biene. Die Lobby der Honigbiene ist der Imker, denn wir tragen dazu bei, dass die Natur bunt bleibt. Immerhin werden 80 Prozent unserer Blumen durch die Biene bestäubt", so Rita Klammer bei ihrer Gartenführung. Sie erzählte von ihrer Arbeit mit einer Brüeler Schulklasse und wünschte sich diese Aktivität auch in anderen Orten an den Schulen. Die 56-Jährige ermunterte die Imkerfreunde dazu, an die Schulen zu gehen und sich mit einem Biologielehrer kurz zuschließen. Die Schüler in MV wissen sehr wenig über die fleißigen Bienchen. Leider. "Mecklenburg Vorpommern gehört nicht mehr zu den fünf Ländern, wo die Honigbiene im Lehrplan behandelt wird", so die ehemalige Lehrerin. Darüber ist sie nicht erfreut und wünscht sich von den Umwelt- und Bildungsministern der Landesregierung, diesen Stoff wieder in den Schulen aufzunehmen. Die Brüelerin hat sehr gute Erfahrungen mit den Kindern gemacht. Gemeinsam mit dem Naturpark Sternberger Seenland wurde ein Quiz erarbeitet, das den Schülern Spaß macht, die Bienen-Natur zu entdecken, bei der gleich die gesamte Nahrungskette behandelt wird. Denn welcher Honiggenießer weiß schon, dass ein Bienenvolk aus 50 000 Bienchen besteht und dass eine einzige Arbeitsbiene am Tag 1200 Blüten bestäubt.

Gemeinsam mit den Gärtnereien Syringa und Meyen werden Bienenweiden zusammengestellt, die sich jeder kaufen kann. Ein Bienenlehrpfad befindet sich im Sternberger Seenland, der im August von 14 Studenten aus fünf Ländern in einem Workcamp bearbeitet wird. Aus Fördermitteln der Bingo Umweltlotterie wurden Entdeckerrucksäcke für Kinder angeschafft. Über das Leader-Programm wurden Fördermittel beantragt für einem themenorientierten Naturerlebnisspielplatz, der 2013 am Roten See gebaut werden soll. Als Partner haben sich die Sternberger-Brüeler Imker die Sparkasse und Raiffeisenbank ins Boot geholt.

"Jede Person selbst kann ein Förderer für die Bienen werden, indem er sich einen Imker sucht, mit ihm spricht und ihn faktisch finanziell unterstützt. Bisher sind auch Sachspenden, wie von ehemaligen Imkern, sehr hilfreich", erzählte Rita Klammer. Sie sagte, dass Brüel eine Bienenstadt werden möchte, wozu im August 10 000 Frühblüherzwiebeln in der Stadt in die Erde gesteckt werden.

Eine Jungimkerin ist Sabine Schuch. Seit zwei Jahren betreut die Langen-Jarchowerin ein kleines Bienenvölkchen. Sie hatte ihrem Vater versprochen, dass sie sich ebenfalls mit den summenden Insekten beschäftigen wird. "Die Imkerei ist für mich beruhigend. Ich kann ungestört arbeiten, beobachten, wie das Bienenvolk wächst", sagt sie. Außerdem macht es Freude, den Honig zu ernten, fügt ihre Freundin Gesine Böhm an, die als Gast mitkam und aus der Landwirtschaft stammt.

Seit 1980 beschäftigt sich Heinz Gotham mit der Honigbiene. Gemeinsam mit Sohn Uwe und seiner Schwiegertochter betreut er 24 Bienenvölker. Der Sternberger hatte Fotos mitgebracht und erzählte über seine Arbeit mit den Magazinbeuten, von der Wachsherstellung und der Entdecklungsmaschine, wodurch er weniger Wabenbruch hat.

Die Mitglieder des Imkervereins aus Neukloster unternehmen eine jährliche Reise rund um die Honigbiene, z. B. ins Bundesinstitut nach Celle. "Was wir hier gesehen haben, war lehrreich und wir können darüber erzählen. Es geht uns Imkern auch um vernünftiges Zuchtmaterial, um eine leistungsfähige, nicht aggressive Biene zu züchten. Unsere Hauptaufgabe ist es, für die Blütenbestäubung zu sorgen und dass das Leben des Menschen damit erhalten bleibt. Ich finde, dass die Hobbyimkerei das größte Ehrenamt ist", so Siegfried Naedler, Vorsitzender des Imkervereins Neukloster. Seit zwölf Jahren betreibt er das Hobby gemeinsam mit seiner Frau. Er begrüßt das nähere Zusammenrücken der Imkervereine. Gemeinsam lässt sich vieles leichter finanzieren, wie Fahrten, Fachvorträge, Ausflüge und Dokumentationen.

Als Tipp gibt er mit auf den Weg, Getränke wie heiße Milch und Tee auf 30 Grad Celsius herabkühlen zu lassen, ehe mit Honig gesüßt wird. Honig wird nicht nur in der Medizin angewandt, sondern ist auch ein Energiespender.

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