Loiz bei Sternberg : Im Sprachkurs wird auch gebacken

Das Schabbath-Brot (in Hebräisch Chaloth) wird zum Abschluss noch verfeinert. Efrat Keha-Haas (r.), eine der beiden Dozentinnen beim Sprachkurs im Beth-Emmaus Loiz, macht das viel Spaß wie der Lehrgang über eine ganze Woche überhaupt.  Fotos: Rüdiger Rump (3)
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Das Schabbath-Brot (in Hebräisch Chaloth) wird zum Abschluss noch verfeinert. Efrat Keha-Haas (r.), eine der beiden Dozentinnen beim Sprachkurs im Beth-Emmaus Loiz, macht das viel Spaß wie der Lehrgang über eine ganze Woche überhaupt. Fotos: Rüdiger Rump (3)

Hebräisch für Fortgeschrittene gab es im Christlichen Gästehaus Beth-Emmaus Loiz. Die Teilnehmer kamen aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz.

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20. November 2017, 21:00 Uhr

Es geht fröhlich zu. Aber auch konzentriert, denn was da entsteht, soll gut werden. Die Teilnehmer, die eine Woche lang im Christlichen Gästehaus Beth-Emmaus in Loiz einen Konversationskurs in Hebräisch absolvieren, backen zur Abwechslung Schabbath-Brot für den Freitagabend. Sie sprechen das natürlich in der Sprache aus, die sie lernen: Chaloth.

Es ist ein Fortsetzungskurs, um richtig in Hebräisch hineinzukommen und sich in der Sprache unterhalten zu können. Er findet alle zwei Jahre statt, erklärt Uwe Seppmann, der das Gästehaus mit seiner Frau führt. Er selbst leite jährlich zwei Sprachkurse, die die Grundkenntnisse vermitteln. Bei diesem eine Woche von Sonntag zu Sonntag gehe es „ans Eingemachte“, wie Seppmann die deutlich höheren Anforderungen bezeichnet. Deshalb kämen Muttersprachler als Dozenten hinzu, in diesem Kurs Nava Eshel, eine Lehrerin aus Israel, und die Deutsch-Israelin Efrat Keha-Haas, die ihr Herz an einen Deutschen verloren hat, wie sie fröhlich erzählt, und weit über zwei Jahrzehnte in Heidelberg lebt.


Gleichzeitig kulturelle Begegnungswoche

Die 22 Teilnehmer sind aus dem ganzen Bundesgebiet, aus Österreich und der Schweiz, zählt Seppmann auf. Eine in Hamburg lebende US-Amerikanerin, die von dem Kursangebot erfahren habe, komplettiere die Gruppe, die sich aus Mitgliedern unterschiedlicher Kirchen und jüdischer Gemeinden zusammensetze. Insofern sei dies auch eine kulturelle Begegnungswoche. Die umfasse neben den vielfältigen Aktivitäten vor Ort ein Treffen mit der jüdischen Gemeinde in Schwerin sowie eine Buchlesung des Autors Lutz Dettmann, der in Schwerin aufgewachsen ist und jetzt in der Nähe auf dem Lande lebt. Letztere sei durch Kontakte mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und der Synagoge in Schwerin zu Stande gekommen.

Was Besonderes sei auch, sagt Uwe Seppmann, dass die traditionelle Schabbath-Feier am Freitagabend in Loiz für die gesamte Gruppe mit einem jüdischen Gottesdienst in deutscher Sprache beginne und dazu Erklärungen gegeben würden, was dies für Christen bedeuten könne, denn das seien die meisten unter ihnen. Die festliche Ausgestaltung des Saales, in dem dann israelische Spezialitäten wie das Schabbath-Brot gegessen werden, obliege ebenfalls der Gruppe. Gern kämen Menschen aus der Umgebung dazu, die diese Tradition und Kultur kennen lernen möchten, so Seppmann.

Über ein Präsidiumsmitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft war 2014 eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Beth-Emmaus Loiz und dem Kibbutz „Mashabe Sade“ südlich von Beerschewa in der Negev-Wüste entstanden. Dieser hat als einen Schwerpunkt seiner
Arbeit Sprachkurse für Ausländer. Von dort ist Nava Eshel nun bereits zum vierten Mal hier. Für Efrat Keha-Haas ist dies dagegen der erste Besuch in dem kleinen Dorf. „Und ich bin begeistert, von der Arbeit und allem herum.“ Sie gebe sonst an der Volkshochschule in Heidelberg Hebräisch und gelegentlich auch in Firmen. Dies sei ihr erster Blockunterricht. „Der macht unheimlich viel Spaß. Wir haben viel
Abwechslung, tanzen und sind fröhlich. So bauen wir Brücken zwischen den Menschen. Das hier ist was ganz Besonderes“, sagt die Deutsch-Israelin. Und mit den Teilnehmern das Schabbath-Brot zu backen, komme ihrer Passion als Hobbyköchin sehr entgegen, zumal sie vor allem auf jüdische Gerichte stehe.

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