Mecklenburger Schnauferlrallye in Brüel : Im Oldtimer die Landschaft genossen

Heinz-Jürgen Schunke genießt seinen Kaffee am Opel P4, Baujahr 1937. Er war per Trailer aus Lochau, Saalekreis, angereist.
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Heinz-Jürgen Schunke genießt seinen Kaffee am Opel P4, Baujahr 1937. Er war per Trailer aus Lochau, Saalekreis, angereist.

Weinrot, gelb, blau, grün und schwarz leuchteten die Limousinen auf dem Festplatz in Brüel - startklar für die 4. Mecklenburger Schnauferlrallye. 75 Teilnehmer absolvierten mit ihren Zwei- und Vierrädern die Ausfahrt.

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29. Mai 2012, 09:50 Uhr

Brüel | Weinrot, gelb, blau, grün und schwarz leuchteten die alten Limousinen auf dem Festplatz in Brüel - startklar für die 4. Mecklenburger Schnauferlrallye. 75 Teilnehmer aus Schweden, Polen und Deutschland absolvierten am Sonnabend mit ihren Zwei- und Vierrädern die 113 Kilometer lange Ausfahrt. Unter ihnen auch sechs Frauen. Das älteste Motorrad war eine Harley Davidson aus dem Jahre 1922, das älteste Auto ein Citroen B2 Torpedo Baujahr 1922, gefahren von Martin Grundmeyer aus Wiesbaden. Er hatte übrigens auch die längste Anfahrt aus Deutschland. Viele Kilometer unter den Reifen hatten auch die elf polnischen Kradfahrer. "Vier Fahrer sind mit ihren Maschinen aus Danzig in 15-stündiger Fahrt am Freitagabend angereist", erzählte Organisator Michael Przibilski. Er hat die Schnauferlrallye initiiert und die Kontakte zu den polnischen Gleichgesinnten geknüpft. Das zweite Mal dabei waren Marcin und Daria Klimczak mit ihren Söhnen. Aus dem Kreis Ostprignitz-Ruppin waren Herbert und Kerstin Zaharanski auf einer R11 und einer R 35 dabei. "Es macht Spaß, Gleichgesinnte zu treffen. Die Ausfahrten sind schön, wir bekommen viel zu sehen", so die Bikerin.

Im Schatten, fast verborgen vor neugierigen Blicken, saß Heinz-Jürgen Schunke auf einem Campingklappstuhl und genoss eine Tasse Kaffee. Dazu hatte er sich ein altes Schwarzweißfoto aufgestellt von seinem Urgroßonkel Kurt, ebenfalls mit Schnauzbart. "Ich habe das Fahrzeug auf einem Trailer hergefahren. Die Fahrt aus dem Saalkreis wäre sonst zu anstrengend und doch recht weit gewesen", so der ehemalige Fernfahrer, der seit diesem Jahr seinen Ruhestand genießt, mit seinem Opel P 4 morgens um sieben Uhr auf den Halleschen Straßen unterwegs ist und an der August-Horch-Klassik in Zwickau teilnimmt. "Früher fuhr der Opel 85 km/h. Ich fahre heute maximal 60 km/h. Er braucht nicht mehr so zügig unterwegs zu sein mit seinen 75 Jahren", plauderte der 63-Jährige weiter. Den Opel mit dem originalen Farbanstrich blau, mit gelben Streifen rundherum, hatte er sich vor drei Jahren zugelegt. Da war das Auto bereits neu aufgebaut und in bestem Zustand. "Der Opel war eine Speziallimousine. Das Reserverad befindet sich stilvoll überm rechten vorderen Kotflügel und hinten war ein Holzkoffer für die mitzuführende Bagage. Es passten zwei Koffer unter die Holzhaube, die so geschützt waren. Ein sprichwörtlicher Kofferraum also", erzählte Schunke. Früher hatte er selber alte Fahrzeuge aufgebaut, heute möchte er die Ausfahrten mit solchen lieber genießen. Übrigens fährt Urgroßonkel Kurt immer im Kofferraum mit.

Mit ihrer fünf Monate jungen Retrieverhündin Smilla spazierte Gabriele Stannius durch die Reihen der Oldtimerfahrzeuge und machte Fotos fürs Erinnerungsalbum. "Wir sind aus Schweden und Travemünde angereist mit unserem Ford Modell A, Baujahr 1931. Den Ford haben wir uns vor drei Jahren zugelegt, in Schweden entdeckt und selber aufgebaut. Das Fahren mit dem alten Fahrzeug macht Freude. Durch den gemütlichen Fahrstil können wir die Landschaft genießen und das Auto schnurrt wie eine Nähmaschine. Es kann mehr beansprucht werden, als man dem Fahrzeug zutraut", sagte Hans-Peter Stannius. Ganz zum Schluss fuhr der Barkas B 1000, Baujahr 1976, der Dringlichen Medizinischen Hilfe vom Gelände. Am Steuer saß Schwester Angelika Koss. Die Rostockerin ist tatsächlich Krankenschwester und - sollte es notwendig sein - auch zum Einsatz kommen, wie Moderator Przibilski sagte. Er hat die Fahrt wieder uneigennützig organisiert und dankt allen Helfern und den Sponsoren, die auch die Sachpreise zur Verfügung stellten und der der Polizei, die für eine ungehinderte Ausfahrt auf der Bundesstraße sorgte.

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