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„Kunst: Offen“ : „Ich folge dem, was das Holz mir an Form vorgibt“

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Zülowerin Ilona Bartels findet ihre Motive im Wald. Erstmals nahm sie an der landesweiten Aktion teil.

Von der Metropole Hamburg, wenn hier auch eher am Rande wohnend, nach Zülow in die gesuchte Einsamkeit zu ziehen – Ilona Bartels und ihr Mann Thomas Hansen haben sich nach dem Arbeitsleben einen Traum erfüllt. „Pfingstsonntag sind wir auf den Tag zwei Jahre hier und haben es keinen Moment bereut“, so Thomas Hansen. Seine Frau nickt: „Wir wollten es lieber einsam als zu belebt. Zudem kann man gut die Ostsee erreichen, in einer dreiviertel Stunde ist man auf Poel.“

Es wurde nach einem interessanten Objekt gesucht, das in Zülow wurde es spontan. Genauer gesagt ist es der vordere Teil des ehemaligen Mitarbeiterhauses des Wasserkraftwerks Zülow. Hier findet Ilona Bartels jetzt die Zeit, intensiver als früher sich mit ihrem Lieblingswerkstoff Holz zu beschäftigen. Die abgestorbene Erle in Sichtweite an der Mildenitz ist für sie eine „fast meditative Baumskulptur“. Ihre Hölzer findet sie denn auch in der Natur, im Wald.

Und so wird aus einem Holzrest am Erdboden ein Phantasieobjekt, verwandelt sie ein Wald-Fundstück für den Betrachter in ein Segelschiff. „Für den einen kann es durchaus das sein, für mich symbolisiert es Zukunft“, sagt Ilona Bartels. Seit 30 Jahren beschäftigt sich die einstige Heil- und Sozialpädagogin (mit Kindern) mit Holz und Steinen. Dabei wird etwa ein Riss mit Pyrit gefüllt, oder für Astlöcher Schiefer gemörsert. „Ich folge dem, was der Werkstoff Holz mir an Form vorgibt“, lautet ihr Credo. Und wenn Ilona Bartels bei einem Fund „spontan Gedanken, Assoziationen kommen; dann bekommt das Werkstück auch einen Namen. Ansonsten überlasse ich das lieber dem Betrachter.“

Inzwischen fühlen sich die Neu-Zülower angekommen, luden zu Pfingsten die Nachbarn ein und machten erstmals mit bei „Kunst: Offen“.

Neben Ilona Bartels war auch die in Alt Jabel, einem Ortsteil von Vielank, lebende Tochter Judith Bartels in Zülow vertreten. Die 35-Jährige, Mutter von drei Kindern, darunter zwei medizinisch bestätigte Autisten, hat sich auch dem Thema Holz im weiteren Sinne verschrieben. In Form alter Fensterrahmen.

„Fenster und Türen geben einen kleinen Blick in die autistische Welt“, betont Judith Bartels. Ihr Sohn Luan (11) sagte vor gar nicht langer Zeit zur Mama: „Ich bin so, wie ich bin; Jeder Mensch ist so, wie er ist; Jeder Mensch hat Angst und Wut; das ist einfach so; Ich will nicht anders sein“. Den Lebenswunsch hat Judith Bartels eingerahmt – „Kunst: Offen“ zum Innehalten und Nachdenken…  

Kommentar

Wege übers Land



Die Pfingstaktion „Kunst: Offen“ verfehlte auch diesmal ihre Strahlkraft nicht. Kunstinteressierte und Naturliebhaber pilgerten von Ort zu Ort, stellten sich ihre ganz persönlichen Route zusammen. Auch das Sternberger Seenland sowie der Raum Neukloster/Warin waren das Ziel Hunderter. Neben längst bekannten „Kunstöffnern“ gab es auch wieder Neues zu entdecken; so in Zülow oder Rothen.

Angebote in Sternberg, Brüel und Warin (ohne Ortsteile) gab es leider nicht. Und so wurde „Kunst: Offen“ für viele Städter – ob aus der Region oder Rostock, Schwerin und Schönberg – zur willkommenen Landpartie. Wege übers Land anno 2016…

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erstellt am 17.Mai.2016 | 06:29 Uhr

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