Leser schenken Freude : „Ich bin begeistert und gerührt“

Nach dem Schmücken des Hauses freuen sich alle auf Weihnachten.  Fotos: Ilja Baatz
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Nach dem Schmücken des Hauses freuen sich alle auf Weihnachten. Fotos: Ilja Baatz

Schönes Fest für alle: Erste Päckchen für SVZ-Weihnachtsaktion in integrativer Kindertagesstätte Am Berge in Sternberg abgegeben

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27. November 2015, 15:12 Uhr

In Sternberg ist der integrative Kindergarten Am Berge Partner der Weihnachtspakete-Aktion der Schweriner Volkszeitung. Jeder Leser, der möchte, kann dort einen von ihm mit kleinen Geschenken bestückten und anschließend wieder verpackten, bitte nicht zugeklebten, sondern nur mit einem Gummiband verschlossenen (Schuh)Karton abgeben. Jeder sollte außen mit einem kleinen Hinweis versehen sein, ob er für einen Jungen oder ein Mädchen und für welche Altersgruppe er gedacht ist. Die Spenden werden an die Kinder übergeben, von denen die Erzieher wissen, dass sie sich besonders darüber freuen.


Diejenigen bedenken, die sich besonders freuen


Es ist kurz nach 10 Uhr, als eine Sternbergerin gestern die ersten drei Pakete bringt. Auf einem Foto verewigen lassen möchte sie sich nicht, was der Wirkung in der Einrichtung keinen Abbruch tut. „Ich bin begeistert und gerührt, ein überwältigendes Gefühl, ohne damit zu übertreiben“, sagt Erzieherin Claudia Handl. „Sonst machen immer wir etwas, führen zum Beispiel ein Programm auf und sind jetzt einmal auf der anderen Seite. Ein Vorwurf soll dadurch nicht zum Ausdruck kommen – wir geben gern, was wir können.“

Die Kita besuchen 53 Kinder, die in drei Gruppen aufgeteilt sind: Die gelbe und die grüne im Erdgeschoss mit jeweils 15 Mädchen und Jungen, von denen in jeder vier in ihrer Entwicklung eingeschränkt sind. Dies kann eine körperliche/geistige Behinderung, zum Beispiel die Erkrankung an Epilepsie oder eine Verhaltensauffälligkeit sein. Die Betreuung gewährleisten jeweils eine staatlich anerkannte Erzieherin und ein Heilerzieher.

Im ersten Stock residiert die rote, ausschließlich aus 23 Regelkindern bestehende Gruppe, allerdings schon ab einem Alter von zwei bis sechs Jahren (unten ab drei). „Ein Spagat, dessen sich jeder bewusst sein muss, der hier arbeitet“, so Claudia Handl. Zu leisten, dass der eine noch auf intensive Körperpflege angewiesen ist, während der andere schon individuelle pädagogische Förderung benötigt, sei eine große Herausforderung.

Die DRK-Einrichtung setzt allerdings nicht nur auf neueste Erkenntnisse, sondern zum Beispiel auch auf altbewährtes Spielzeug aus Holz, das sich in den Gruppenräumen in Massen findet. Auch den aus Kunststoff bestehenden Nachfolger Lego gibt es hier, doch auch er ist mittlerweile schon viele Jahrzehnte alt. Der Wert von allem steht für Claudia Handl fest: „Beides ist sehr beliebt, fördert die Entwicklung der Feinmotorik und der Phantasie.“ Festzustellen sei, dass die Kinder generell offener geworden sind. Für maximal eine halbe Stunde dürfen sie mittlerweile die Spielräume wechseln, um auch mit anderen in Kontakt zu kommen, doch dafür gibt es ebenfalls Regeln: Wer diese Möglichkeit in Anspruch nehmen möchte, muss sich beim Erzieher mit einem Zettel oder zumindest mündlich abmelden. „Unser oberster Grundsatz ist, dass das Kind hier bei uns geschützt ist, weshalb wir ihm einen schönen Tag gestalten“, so Claudia Nadl. „Wir arbeiten ergänzend und wenn wir sehen, dass Liebe fehlt, versuchen wir, sie zu geben. Oft ist es nur eine Kleinigkeit.“


Ganzjährig Freude auf zahlreiche Rituale


Einmal in der Woche kommt eine Logopädin in die Kita und kümmert sich um die Kinder mit Sprachstörungen. Dies ist jedoch nur eine von zahlreichen Regelmäßigkeiten/Ritualen: Einmal im Jahr werden Plätzchen gebacken, die Mädchen und Jungen fahren zum Weihnachtsmärchen im Schweriner Staatstheater, eine Puppenstube kommt zu ihnen, sie studieren Gedichte und Lieder ein, es gibt eine enge Zusammenarbeit mit dem benachbarten Seniorenzen-trum, die Kinder gestalten regelmäßig die Wandtafel im Verwaltungsgebäude der Sternberger Wohnungsverwaltung, von Oktober bis März ist Sauna-Zeit, es gibt Sport-, Spielzeug- und Vorschultage und in der „Kita mit Biss“, in der demzufolge auch mittags die Zähne geputzt werden, ist die Ganztagsverpflegung gesichert. Als Partner hat sie außerdem die Sertürner-Apotheke gewonnen, die Geld für Projekte der Kita sammelt. Nächstes Vorhaben ist ein Wanddurchbruch für die beiden Gruppen im Erdgeschoss.

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