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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

18. Dezember 2017 | 21:41 Uhr

Güstrow/Dabel : „Hurra, mein Buch ist fertig“

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Fünf Jahre hat Christel Wittenburg intensiv an „Mien leiw Brot“ gearbeitet . Eigentlich sollte es nur eine Chronik werden

von
erstellt am 28.Jan.2017 | 12:00 Uhr

„Hurra, mein Buch ist fertig“, freut sich Christel Wittenburg im SVZ-Gespräch. Fünf Jahre hat die 79-Jährige daran gearbeitet – nun hält sie ein ein Kilogramm schweres, fast 400 Seiten und 50 Kapitel umfassendes Werk in den Händen. Der Titel „Mien leiw Brot“ (mein liebes Brot) zieht sich gleichsam durch alle Erzählungen.

Ihre Brot-Geschichten sind eine Art Autobiografie. Die Güstrowerin, die in Dabel geboren ist, dort und in Brüel zu Hause war, hat sie beginnend in der Kriegs- und Nachkriegszeit aufgeschrieben. Die Bewohner von Dabel nehmen einen vorrangigen Platz ein. Christel Wittenburg verknüpft Zeitgeschichte mit ganz persönlichen Erlebnissen.

„Immer mehr kurze Geschichten von Dabel sind aus mir heraus gesprudelt. Es blieb nicht aus, dass ich nach der Dabeler Zeit meinen Blick noch auf Lebensstationen aus Brüel und Güstrow gelenkt habe“, erklärt sie, warum zum ursprünglich geplanten ersten Teil noch ein zweiter und dritter hinzukamen.

Wobei: Eigentlich sollte es nur eine Chronik zur geplanten 750-Jahr-Feier „für mein Dorf Dabel“ im Jahr 2012 werden. „Ich bin selbst erstaunt, dass ich in meinem Alter dann ein ganzes Buch mit wohl 100 Geschichten um ,Mien leiw Brot’, angereichert mit Bildern, erarbeiten konnte“, so die 79-Jährige. Auch Satz und Gestaltung hat sie nicht aus den Händen gegeben.

Christel Wittenburg nimmt in ihren vielen Brotgeschichten die Leser mit zurück in die schlimme Kriegs- und Nachkriegszeit, spannte den Bogen über den Alltag in der DDR bis in die Wendejahre. „Mit meinem Schreiben wollte ich mich in die Reihe meiner Gleichgesinnten, der vergessenen Generation nach Kriegs- und Nachkriegselend begeben, nachträglich einiges aus unserem Schicksal bringen und dann zu unserer Anerkennung beitragen. Ich wollte auch unbedingt das Unnatürliche an kindlicher, mütterlicher und alter Seele beschreiben und die Lebenswege mit ,Mien leiw Brot’ in traurigen, schönen, ungerechten, böswilligen und freudigen Begebenheiten wahrheitsgemäß erzählt haben. Ja, natürlich war das eine große Herausforderung und nun habe ich sie geschafft. Es ist ein tolles Gefühl, das eigene Buch endlich in meinen Händen zu halten. Ich bin voller Lebensfreude und gespannt. Wie nehmen meine Freunde, und später die Leser das Buch an?“

Nach einer ersten Veröffentlichung von 15 Brotgeschichten im Anzeiger für Sternberg-Brüel-Warin und zwei in einem Hamburger Fachjournal hatten Leser ihr von den Gefühlen berichtet, die ihre Geschichten in ihnen ausgelöst haben. Die reichten von eigener Betroffenheit mit Parallelen in ihrem Leben bis hin zum Dank für pädagogische Anregung im Schulunterricht.

Nach der ersten Lesung im vergangenen November in Güstrow – das Buch lag druckfrisch vor – sagte die Hamburgerin Elke Herzig: „… Es ist für mich als ehemalige Dabelerin und für das Dorf Dabel etwas Einmaliges. In aussagekräftigen, gefühlsbetonten Sätzen im Zusammenhang mit unserem Brot ist es Christel Wittenburg gelungen, Aufmerksamkeit zu erlangen, wie es einmal war. Es erfüllt mich mit Freude, so ehrlich und frei das Leben in der DDR nach meinem Wegziehen geschildert zu lesen. Die ganzen, vielen Jahre waren ja zwischenzeitlich wie tot für uns. Ich sage (...) meinen respektvollen Dank für das für mich wunderbare Buch ,Mien leiw Brot‘“.

Das Buch ist erhältlich im Hotel „Borstel-Treff“ in Dabel und beim Eigenverlag in Güstrow (Telefon 03843/ 332794).  

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