Mischling kämpfte nach Vergiftungen zweimal mit dem Leben : Hundehalterin warnt vor Rattengift

<strong>Die Wismarerin</strong> Annika Appel (26) mit ihrem Mischlingshund Damon - sie will andere Hundehalter warnen.<foto>Nicole Hollatz</foto>
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Die Wismarerin Annika Appel (26) mit ihrem Mischlingshund Damon - sie will andere Hundehalter warnen.Nicole Hollatz

Beim "Gassi gehen" guckt Annika Appel (26) ganz genau, wo ihr Mischlingshund Damon schnuppert oder schleckt. Zwei Mal schon in den vergangenen Monaten hatte er starke Vergiftungserscheinungen nach dem Spazierengehen.

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07. Januar 2013, 07:06 Uhr

Wismar | Beim "Gassi gehen" guckt Annika Appel (26) ganz genau, wo ihr Mischlingshund Damon schnuppert oder schleckt. Zwei Mal schon in den vergangenen Monaten hatte er starke Vergiftungserscheinungen nach dem Spazierengehen. Sie will andere Hundehalter warnen.

Im Sommer 2012 der erste Vorfall: Annika Appel war mit ihrem wuseligen Hund im Park am Hochschulcampus spazieren. "Er legte die Schnauze in meine Hand und ist zitternd zusammen gebrochen", erinnert die ehemalige Studentin sich an die Stunden danach zu Hause. Sie ist sofort zum tierärztlichen Notdienst gefahren, der den eineinhalb Jahre alten Hund versorgte und retten konnte. Zum Glück.

Dann der Vorfall Mitte Oktober. "Damon fing an Blut zu erbrechen", schildert Annika Appel. Der Tierarzt stellte fest, dass die Blutgerinnung des Tieres nicht mehr funktionierte. So wirkt Rattengift. "Er hat ein Gegengift bekommen", so Annika Appel. Es dauerte lange, bis der Mischling wieder fit war. Annika Appel hat in der Zeit Zettel mit Warnungen für andere Hundehalter ausgehängt. Sie ist sich sicher, dass der Hund irgendwo draußen mit dem Giften in Kontakt gekommen ist. Ihre Vermutung: jemand legt dort, wo Hunde zum "Gassi gehen" unterwegs sind, Gift aus.

Hundehalter sind durch die Mundpropaganda alarmiert. "Ich hatte in den letzten Wochen einige wenige Anfragen von Kunden in dieser Hinsicht, weil sie etwas gehört hatten", so Tierarzt Dirk Fechner. In seiner Praxis gab es zuletzt einen Fall, in dem möglicherweise eine Vergiftung mit Rattengift vorlag. "Vor fünf Monaten hatte ich einen gesicherten Fall von Vergiftung mit Schneckengift, Ursache waren aber nicht böse Nachbarn, sondern die unsachgemäße Lagerung des Giftes, so dass der Hund, der zu Besuch war, Zugang hatte. Dank des konkreten Vorberichtes und schnellen Eingreifens hat der Hund überlebt", berichtet der Veterinärmediziner aus Wismar. Er warnt vor den mitunter schnell wirkenden Giften.

Bei der Stadt Wismar und dem zuständigen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt (VLA) des Landkreises liegen keine Anzeigen über vergiftete Hunde vor. Aber: laut VLA dürfen auch Privatpersonen Rattengift erwerben und in Köderboxen auslegen. Die Stadt hat vor Jahren im Stadtteil Friedenshof an der Grünanlage mit Teich Rattengift auslegen lassen. "Aufgrund der Rattenzunahme im Lindengarten werden derzeit die Möglichkeiten der Bekämpfung geprüft", so Sabine Schmidtke von der Stadtverwaltung.

Tierarzt Dirk Fechner warnt vor unsachgemäßem Umgang mit den Giften. Tierhalter sollten bei einem Verdacht schnellstmöglich einen Tierarzt aufsuchen

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