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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

11. Dezember 2017 | 18:22 Uhr

Weberin : Hundehalter auf Kräutersuche

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Wenn Ursula Schönfeld auf ihren Führungen erklärt, was in der Natur für die Hausapotheke heranwächst, sind auch Vierbeiner dabei

von
erstellt am 12.Okt.2017 | 06:00 Uhr

15 Menschen, aber auch zehn Hunde waren für die letzte Kräuterwanderung in diesem Jahr bei Ursula Schönfeld in  Weberin angekündigt. Bei ihren kurzweiligen Führungen - 29 in diesem Jahr - gibt die ausgebildete Naturheilpraktikerin und Diplom-Biologin einen Einblick, was für die Hausapotheke heranwächst, von vielen übersehen oder sogar als Unkraut im Garten bekämpft wird.

Kräuterwanderungen für Mensch und Hund führe sie erst seit drei Jahren durch, sagt die 72-Jährige. Sven Kunkel von „Martin Rütter Dogs Schwerin“ hatte bei ihr angefragt. „Wenn sonst manches Mal ein Hund mitläuft, kläre ich zu Beginn mit den Teilnehmern, ob das in Ordnung geht. Bei dieser  sind nun Gleichgesinnte unter sich“, nennt sie einen Vorteil.

„Ich bin zertifizierter Ernährungsberater für Katzen und Hunde. Kräuter kommen auch bei meinen eigenen Hunden zum Einsatz“, erklärt Sven Kunkel. Seit   drei Jahren komme er regelmäßig mit Tierfreunden zu Ursula Schönfeld.  „Löwenzahn und Brennnessel zum Beispiel kosten nichts und  man findet sie überall. Die Nachfrage nach  Kräuterwanderungen ist gut. Einige aus der Gruppe haben schon mehrmals daran teilgenommen. Man merkt sich beim ersten Mal doch nicht alles.“

Sigrid Pröscher und ihre Freundin Angela Nebeling aus Hessen, letztere mit ihrem Labrador,  machen Urlaub in Mecklenburg. „Wir wollten in Weberin schon im letzten Jahr an der Kräuterwanderung teilnehmen, haben uns aber verfahren. Um so mehr freuen wir uns jetzt darauf. Ich bin sehr naturverbunden. Weil ich in der Stadt wohne, fahre ich jeden Tag mit meinem Hund in den Wald“, sagt Angela Nebeling.

Eineinhalb Stunden waren Menschen und Vierbeiner dann mit Ursula Schönfeld am See unterwegs, um anschließend  noch eine Stunde bei Essen und Austausch zusammen zu sitzen.

Für die Suppe und den Salat hatte die Weberinerin am Vortag bei schönem Wetter bereits frische Kräuter gesammelt. Besonders viel Malve –  „die ist gut für alle Schleimhäute. Die zarten Blätter sind noch nicht vom Malvenrost befallen“. In die Suppe kamen  aber auch nachgewachsene Vogelmiere, Brennnesselspitzen, Spitzwegerich, Kartoffeln und Zwiebeln.  „Keine Suppe ist wie die andere.“

„Das schulvermittelte Wissen über Kräuter ist schon sehr gering“, sagt Ursula Schönfeld, wenn sie über die Jahre gesehen an die Teilnehmer denkt.  Eine der Fragen, die immer wieder gestellt wird, sei, ob man dies und das, was unterwegs wachse, essen könne.  „Zu meinen Wanderungen kommt vorrangig die Altersgruppe 20 plus, die sich sehr interessiert, beispielsweise welche Kräuter in einen Smoothie können. Es wächst ein neues Gesundheitsbewusstsein.“ Die 72-Jährige nennt ein weiteres Beispiel: „Spitzwegerich ist das Pflaster am Wegesrand. Den zerreibe ich und drücke den Saft bei einem Mückenstich direkt darauf. Schwellen und Jucken klingen durch den Zellsaft ab“ – auch einen solchen Tipp  für die   Hausapotheke bekommen die Teilnehmer auf ihren  Wanderungen.

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