Keez: Verein für Fundhunde lädt zu einer Tour ein : Hündin "Biene" hat ein neues Zuhause

<strong>Auf vier Pfoten</strong> nach Häven: Rund 30 Hunde und ihre Besitzer folgten der Einladung zur Neujahrswanderung. <fotos>Franziska Sanyang </fotos>
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Auf vier Pfoten nach Häven: Rund 30 Hunde und ihre Besitzer folgten der Einladung zur Neujahrswanderung. Franziska Sanyang

Der Verein Mecklenburger FundHunde e.V. hat am Sonnabend eine Wanderung von Keez nach Gut Häven mit ehemaligen Fundhunde und ihren neuen Besitzern veranstaltet. Auch die Jack Russel Terrier-Dame "Biene" war mit dabei.

svz.de von
07. Januar 2013, 11:10 Uhr

Keez | Übermütig springt "Malli" hin und her. Der junge Schäferhundmischling freut sich sichtlich auf den Spaziergang. Er kann es kaum erwarten, dass es endlich losgeht. Hans-Peter Auert aus Warin, Mallis Herrchen für einen Tag, hat noch ein wenig Mühe, den aktiven Hund zu bändigen. "Wir müssen uns erst noch ein wenig aneinander gewöhnen", sagt er mit einem Augenzwinkern.

Der Wariner ist am Sonnabend der Einladung von Kerstin Westhoff zu einer Neujahrswanderung von Keez nach Gut Häven gefolgt. Die Besitzerin einer Hundeschule im Ort und Vorsitzende des Vereins Mecklenburger FundHunde e.V. hatte alle ehemaligen Fundhunde mit ihren neuen Besitzern dazu eingeladen. Aber auch Tierliebhaber, die einen herrenlosen Hund auf der Wanderung führen wollten, waren willkommen. Ebenso, wie alle Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern.

"Ich bin heute hier hergekommen, weil ich aus Platzgründen keinen eigenen Hund halten kann", sagt Hans-Peter Auert. "Weil ich Hunde so mag, hat meine Frau gesagt, dass es gut wäre, wenn ich hier mitgehe", erzählt er schmunzelnd. Er freue sich sehr auf den Spaziergang mit Malli. Dass Hans-Peter Auert ein wahrer Hundefreund ist, zeigt sich aber nicht nur daran, dass er den Mischling auf der Tour begleitet. Um Kerstin Westhoff und ihren Verein zu unterstützen, welcher sich um ausgesetzte und herrenlose Hunde in der Region kümmert, hat er auch einen Sack mit zwanzig Kilo Trockenfutter als Spende mitgebracht.

Das Futter kann Kerstin Westhoff gut gebrauchen. Denn wenn im Amtsbereich Sternberger Seenlandschaft ein Hund gefunden wird, wird er erstmal zu ihr nach Keez gebracht. "Wir versuchen zunächst, den Besitzer ausfindig zu machen", erzählt Kerstin Westhoff. Manchmal sei die Suche erfolgreich. Wie zum Beispiel bei der Jack Russel Terrier-Dame "Biene". Die sei im Sommer 2012 in einer Gartenanlage in Sternberg aufgefunden worden. Niemand kannte die Hündin. Später konnte ihr Besitzer zwar ausfindig gemacht werden. Aber der wollte Biene nicht mehr. Denn er wurde für die Zeit, in der die Hündin in Keez versorgt wurde, zur Kasse gebeten. "Aber er wollte nicht zahlen", berichtet Kerstin Westhoff. Biene hatte Glück im Unglück: Für sie wurde eine neue Familie gefunden. Sie lebt jetzt bei Gudrun und Kay Guse aus Keez, die ebenfalls an der Neujahrswanderung teilgenommen haben.

"Sie konnte gar nichts und war mit vier Jahren noch nicht stubenrein. Wir vermuten, dass sie nur in einem Käfig oder im Zwinger gehalten wurde", erinnert sich Gudrun Guse an die Anfangszeit mit Biene. Mittlerweile hat sich die Hündin gut eingelebt und fühlt sich wohl bei der Familie. Mit dem Geschäft draußen klappe es gut und Befehle wie Sitz befolge sie, erzählt die Keezerin. Auch mit "Henry", dem anderen Jack Russel der Familie, verstehe sie sich gut. "Wir müssen nur manchmal aufpassen, denn sie klaut immer noch vom Tisch", so Gudrun Guse schmunzelnd.

Während Biene bereits ein liebevolles Zuhause gefunden hat, warten bei Kerstin Westhoff weitere Hunde auf ein neues Herrchen oder Frauchen. So zum Beispiel der Golden-Retriever-Collie-Mischling "Prinz". Er habe eigentlich einen lieben Besitzer, der sei aber mittlerweile 85 Jahre alt und musste in ein Pflegeheim, weiß Kerstin Westhoff über das Schicksal des Rüdens zu berichten. "Prinz ist ein sehr freundlicher Hund und trotz seiner zehn Jahre noch aktiv", sagt sie.

Neben Prinz wartet auch noch "Happy", ein Weimaraner Rüde, auf ein neues Heim. "Weimaraner sind sehr intelligente Tiere", so Kerstin Westhoff. Deshalb brauche der dreijährige Happy viel Beschäftigung, eine konsequente Führung und jemanden, der sich Zeit für ihn nehmen kann. Der Rüde ist - ähnlich wie Prinz - nicht herrenlos, aber sein Besitzer sei schwer erkrankt, weshalb er nicht mehr bei ihm bleiben konnte. "Happy ist sehr gut im apportieren. Ein Jäger wäre das ideale Herrchen für ihn". Kerstin Westhoff kann sich aber auch eine andere Karriere für den Rüden vorstellen: "Er wäre für eine Ausbildung zum Rettungshund geeignet."

Wer einem der Hunde ein neues Zuhause bieten möchte, kann sich bei Kerstin Westhoff unter Tel. 0172/ 6097794 melden.

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