Bibow : Hommage to Plattdüütsch

Las Geschichten aus ihrem Leben: Susanne Bliemel in der Bibower Winterkirche.
Las Geschichten aus ihrem Leben: Susanne Bliemel in der Bibower Winterkirche.

Mischung aus Lesung und Musik begeisterte Zuhörer in Bibow

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13. November 2018, 10:58 Uhr

„Dat wier de Nachtigall un nich de Uhl“ – man musste mächtig seine Ohren spitzen, um von den ungewohnten fremden Lauten etwas zu verstehen. Es klang nicht hochdeutsch, Plattdeutsch wurde gesprochen.

Auf Einladung des Bibower Kirchenbauvereins und der Kirchengemeinde Warin/Bibow/Jesendorf las die von der NDR-MV-Radiosendung „De Plappermoehl“ bekannte Susanne Bliemel am Freitagabend in Bibow aus ihren Büchern.

Ohren spitzen deshalb, weil plattdeutsch vorgelesen und gesprochen wurde. Susanne Bliemel erzählte auf plattdüütsch Geschichten aus ihrem Leben. Sie handelten von der Großmutter Maria, Baba Maria, die als Zwangsarbeiterin aus der Ukraine kam, den Opa Paul kennenlernte, heiratete und in Mecklenburg blieb. Großmutter sprach meistens Platt. Die Liebe zur Großmuttersprache klingt immer wieder durch. Mit diesen Erinnerungen, zu Papier gebracht, erfreute Susanne Bliemel nun das Publikum. Wie im alten Sprichwort: Wat den ein‘ sien Uhl, is den annern sien‘ Nachtigall“, liegen die Dinge manchmal in den Augen des Betrachters. Aus Hässlichem kann Schönes, aus Negativem kann Positives werden, auch aussichtslose Lagen können sich vorteilhaft verändern. Ihre Geschichten erzählen davon mit Liebe, Witz und Fantasie.

Die Zuhörer kamen bei einem Glas Wein in der Bibower Winterkirche in den Genuss auch familiärer Anekdoten. Es waren ernste wie auch heitere und witzige Geschichten, die hier zu spontanen Lachern führten.

Musikalisch wurde die Lesung vom Trio Saitenspinner unter Leitung von Martin Maercker begleitet. Diese Mischung aus Lesung und dazu passender Musik war es, was den Abend ausmachte.

Es war ein Abend mit einer Hommage to Plattdüütsch, das ja heute leider nicht mehr weit verbreitet ist. Daher gebührt den Anstrengungen von Susanne Bliemel, diesen Dialekt weiter zu vermitteln, eine große Hochachtung. Diese Sprache ist auch ein Teil unseres Landes.

Es war ein Abend, den die Zuhörer sichtlich genossen haben.




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