Tempzin/Bibow : Historisches samt Turmbesteigung

Die Klosterkirche in Tempzin erwartet am Sonntag, dem Tag des offenen Denkmals, zahlreiche Besucher. Diese können auch den Turm besteigen.  Fotos: Rüdiger Rump
1 von 2
Die Klosterkirche in Tempzin erwartet am Sonntag, dem Tag des offenen Denkmals, zahlreiche Besucher. Diese können auch den Turm besteigen. Fotos: Rüdiger Rump

Die Klosterkirche Tempzin und die Dorfkirche Bibow beteiligen sich am Tag des offenen Denkmals. Abschluss in Bibow wird mit dem Gospelchor „Spirit of Joy“ sein.

von
10. September 2015, 20:33 Uhr

Bereits zum 23. Mal findet an diesem Sonntag, 13. September, bundesweit der Tag des offenen Denkmals statt. Er steht in diesem Jahr unter dem Motto „Handwerk, Technik, Industrie“. Die Palette der Bau- und Kulturdenkmale, die besichtigt werden können und Besuchern ganz unterschiedliche Programme bieten, ist jedoch bedeutend breiter gefächert.

Der Förderverein „Antoniter-Hospital-Tempzin“ beteiligt sich seit seiner Gründung 1997 am Tag des offenen Denkmals und lädt wieder ab 10 Uhr in die Klosterkirche ein. Besucher erfahren nicht nur Wissenswertes über dieses historische Bauwerk, sondern haben auch die sonst kaum
bestehende Möglichkeit, den Kirchturm zu besteigen. Ein wenig Kondition ist gefragt, denn zuerst müssen 60 Beton-, dann 29 Holzstufen und zuletzt eine Holzleiter bewältigt werden. Doch der wunderbare Ausblick entschädigt allemal.

Das Antoniterkloster ist 1222 als Präzeptorei und Hospital gegründet und 1589 in eine Pfarrkirche umgewandelt worden. Zur Anlage gehören neben der spätgotischen Kirche und der Klosterruine auch die Pilgerherberge Kloster Tempzin mit Gutspächter- und aufwändig saniertem Warmhaus. Letzteres diente einst als Krankenstation und bot Pilgern Obdach.


Abschluss in Bibow mit Gospelchor „Spirit of Joy“


Die Dorfkirche in Bibow öffnet am Sonntag von 14 bis ca. 18 Uhr. Das diesjährige Thema passt „haargenau“ zu diesem Gotteshaus, meint Barbara Reimer vom Bibower Kirchenbauverein. Dieser setze sich seit Jahren für den Erhalt dieses Baudenkmals ein und könne ein Lied davon singen, wie viel Handwerk und Technik dazu gehört, so eine Dorfkirche zu restaurieren. „Sie ist ein Schmuckstück der Gemeinde.“ Vereinsmitglied Erke Kurmies wird die Besucher gern in die Backsteingotik einführen. Auch eine Turmbesteigung ist möglich, wobei die Geschichte von Kirche und Kirchenbauvereins nicht zu kurz kommt.

Der hochgotische Backsteinbau ist bei der Bombardierung der nahen Bahnstrecke im zweiten Weltkrieg stark beschädigt und erst 1999 bis 2005 saniert worden. Seitdem wird die Dorfkirche wieder regelmäßig genutzt, nicht nur für Gottesdienste und andere sakrale Anlässe, sondern ebenso für verschiedenste Veranstaltungen, von Konzerten über Lesungen bis zu Kinoabenden. Sie wurde Ende des 13. Jahrhunderts auf Feldsteinsockel errichtet mit angebauter Kapelle im Norden. Den Chorraum überspannt ein Kreuzrippengewölbe, hinter dem Glockenturm befindet sich ein gotisches Doppelportal. Der Rokoko-Kanzelaltar ist von 1745, die Friese-III-Orgel von 1872, eine Skizze der Kirche von Lyonel Feininger um 1921. Die Dorfkirche ist ein Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Am Tag des offenen Denkmals tritt zum Abschluss um 17 Uhr der Gospelchor „Spirit of Joy“ auf. Dessen Motto stammt aus der Bibel und heißt „Nichts besseres gibt es, als ein Herz voller Freude!“. Der Chor wurde 1996 als Einrichtung der Jugendarbeit des Evangelischen Kirchenkreises Pasewalk gegründet und ist seit Ende 2008 in Schwerin zu Hause. Das wesentliche Qualitätsmerkmal von Gospeldarbietungen ist weniger die musikalische Genauigkeit, sondern vielmehr, dass der Funke auf das Publikum überspringt und Begeisterung auslöst – eben den Geist der Freude. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen