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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

25. September 2017 | 15:10 Uhr

Wismar : Historische Grabplatten freigelegt

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Aktuelle Grabungen durch Archäologen im Vorhof der St. Marien-Kirche. Das Ganze ist Teil des Projekts „St. Marien Forum Wismar“.

von
erstellt am 29.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Seit vier Wochen bereits sind drei Archäologen des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege auf dem Kirchvorhof der St. Marien- Kirche in Wismar zugange. Ferner nahm die Baufirma René Brüsewitz aus Neukloster in enger Absprache mit den Experten immer Stück für Stück die oberste Erdschicht ab. Für die Bauleute war und ist das eine echte Puzzlearbeit.

Dabei kamen diverse Grabplatten vor allem aus dem 17. Jahrhundert zu tage. So etwa die von Johann Rav (1697). Andere wie die von Agneta Schmiedel (1627), Joachim Jorcke (1640) und Johann Jorcke (1670) waren bereits bei vorherigen Grabungen freigelegt worden und befinden sich im aktuell frei zugänglichen Teil des Kirchhofs.

Die neuen Grabplatten werden entsprechend ihrer Lage von den Archäologen katalogisiert. Einige dieser Grabplatten sollen später, archäologisch aufbereitet, im Rahmen des Projekts St. Marien Forum Wismar mit aufgestellt werden.

„Mit dem Projekt soll die Kultur und Geschichte des Stadtraums um die St.-Marien Kirche für die Bewohner und Besucher der Hansestadt Wismar im Zentrum des Unesco-Welterbes wieder sichtbar und erlebbar gemacht und der vorhandene städtebauliche Missstand beseitigt werden“, betont Wismars Pressesprecher Marco Trunk. Als erster Abschnitt soll dabei das ehemalige Kirchenschiff zum archäologischen Garten mit hoher Aufenthaltsqualität umgestaltet werden.

Dabei ist laut Trunk neben der Gewährleistung der Barrierefreiheit mittels Rampen unter anderem Folgendes geplant: Ausbau von alten Pflasterbelägen; Vereinheitlichung der Mauerkrone des ehemaligen Kirchenschiffs sowie Komplettierung des Säulenmauerwerks im Chorbereich; Abdeckung der Mauerkrone sowie Einbau einer wassergebundenen Decke als Kirchenschifffußboden.

Zudem sind archäologische Fenster innerhalb des Bodens vorgesehen, um so zum Beispiel Vorgängerbauten sichtbar zu machen. Und außerhalb des gegenwärtigen Grabungsareals befindet sich in Kirchennähe im Boden eingelassen und mit einer Glasplatte abgedeckt eine Skulptur zum Thema der „Dualität von Licht und Finsternis“ des Schweden Anders Kappel; entstanden im Rahmen der 2005er-Ausstellung „Zum Wasser – ins Licht / Kunst im Stadtraum“.

Die Erdarbeiten unter archäologischer Begleitung werden „den Sommer über andauern“, so der Stadtsprecher gegenüber SVZ. Trunk: „Nach der Umsetzung der Arbeiten sollen Lebensqualität, Kultur und Geschichte gleichberechtigt nebeneinander stehen. Damit erfolgen eine Weiterentwicklung als touristischer Anziehungspunkt und eine verstärkte Außenwirkung des stadtbildprägenden Ortes.“

Das Projekt St. Marien Forum Wismar wird mit einer Million Euro aus Bundesmittel des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit im Rahmen des Programms „Nationale Projekte der Stadtentwicklung“ gefördert.  





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