Sternberger Seenland : Historie, Landpartie, Pferdeschau

Nile Pils (l.) führt durch den Park von Schloss Neuhoff. Dieser verlange wie das Gebäude viel Arbeit, solle aber ursprünglich bleiben.
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Nile Pils (l.) führt durch den Park von Schloss Neuhoff. Dieser verlange wie das Gebäude viel Arbeit, solle aber ursprünglich bleiben.

Die MittsommerRemise erfreut Besucher mit vielfältigen Angeboten. Stationen im Seenland waren Häven, Kaarz, Kobrow, Neuhof und Weitendorf.

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25. Juni 2017, 21:00 Uhr

Bei ihnen in Kuhlen habe es auch ein imposantes Herrenhaus gegeben. Ihre Mutter sei 1. Hausmädchen bei Gutsbesitzer Franz Wulf gewesen, erzählen Ilona Behnke und Ingrid Juhasz. 1986 sei es abgerissen worden. Daraus hätte sich bestimmt was machen lassen, meinen die beiden Frauen, die Schwestern sind, es sei besser erhalten gewesen als das Schloss in Neuhof, das das Schicksal von dem in Kuhlen zum Glück nicht teilen musste. Sie wünschen den neuen Besitzern, dass sie die begonnene Sanierung gut zu Ende bringen.
Lange Zeit sei nichts gemacht worden, der Zustand des Hauses habe sich zusehends verschlechtert. „Ich bin hier oft auf dem Weg zum Einkaufen vorbei gefahren und habe immer gedacht, schade, dass es so verkommt“, sagt Ilona Behnke. Am Sonnabend hat sie und ihre Schwester die MittsommerRemise in das beinahe benachbarte Neuhof geführt.

Familie Pils aus Oberösterreich hat das Herrenhaus im Oktober 2012 gekauft und wohnt dort seit Dezember 2014. Schrittweise und mit viel Eigenleistung wollen es die neuen Besitzer nach historischem Vorbild wieder herrichten. Sie haben die Initiative Schloß Neuhoff e.V. gegründet, dafür die alte Schreibweise gewählt, um nicht mit einem gleichnamigen Herrenhaus in der Nähe des Schaalsees verwechselt zu werden. Mit einer Reihe von Veranstaltungen zog ins 1235 erstmals urkundlich erwähnte Herrenhaus neues Leben ein.

Das zweite Mal dabei, freuen sich Pils’ über die Resonanz bei der MittsommerRemise. Besucher schätzen die Ursprünglichkeit des Gebäudes, die bei der behutsamen Sanierung erhalten bleiben soll. Das betont Nile Pils, die Tochter der Familie, auch bei einer kleinen Führung durch den Park. Der werde „ immer mehr entwildert“, doch es gebe keinen Kahlschlag. Die Äpfel aus dem Obstgarten, alles alte Sorten, eigneten sich bestens für Apfelstrudel, Heilpflanzen, die dort stehen, bei Husten oder Entzündungen. Der Teich sei einst 59 Meter lang und 30 Meter breit gewesen, auch habe es eine Bogenholzbrücke gegeben. Geblieben seien lediglich Reste eines Stegs. Es werde überlegt, die zugewachsene Sichtachse vom Schloss wieder herzustellen, „aber schonend, Zug um Zug“, so Nile Pils. Es solle so was wie „ein verwunschener Park“ bleiben.

In der Galerie, in die es direkt durch den Haupteingang im Mitteltrakt geht, hat Egon Stöbe aus Jülchendorf seine Fotoausstellung „Mecklenburger Sommerimpressionen“ eröffnet. Sie umfasst vor allem Blumen- und Ostseemotive, aber auch fünf Thurow-Bilder aus der Ausstellung „Gegen das Vergessen“, die noch im Brüeler Bürgerhaus zu sehen ist. Auf die habe Hausherr Herbert Pils großen Wert gelegt. Die Ausstellung in Neuhof bleibe bis 27. August.

Gerhard Köhler spielt auf seinem Akkordeon, zwei Oldtimer-Autos kommen, bevor das Johannifeuer brennt. Dazu hat sich Herbert Pils belesen, denn es soll nach altem Mecklenburger Brauch sein, mit sieben Sorten Holz und von einem jungen Mann namens Johannes entzündet. In Ermangelung Letzteren springt als Junggebliebener Hans Kreher aus Bad Kleinen ein.

In Häven, wo zwar wie in Kuhlen das Gutshaus vor der Wende abgerissen wurde, aber noch denkmalgeschützte Stallungen und der Maschinenschuppen stehen, ist eine Vorführung mit Friesenpferden am frühen Abend der Höhepunkt. Jana Thumann und Sonja Althen zeigen eine kleine Schau, Letztere eine so genannte Zirkuslektion, erhalten Zwischenapplaus. Gastgeberin Birthe Helbing führt ihren vierjährigen Hengst „Pojke“. Sie habe ihn seit Februar, er sei erst angeritten. Zuvor stellten Reiter, darunter die zwölfjährige Maya aus Langen Jarchow mit ihrem Haflinger, Pferde vor, die sie in Gut Häven in Pension haben,

Zu Beginn der MittsommerRemise habe es „sich zurecht gekleckert“, wie Birthe Helbing die Besucherresonanz umschreibt, „wohl wegen des unbeständigen Wetters“. Zum Kaffee trinken wurden es mehr und die von ihrer Kollegin Birte Nemitz selbst gebackenen Torten „sehr gelobt“.

Schloss Kaarz, das Gutshaus in Weitendorf und das Kutschenmuseum in Kobrow II waren weitere Stationen bei der MittsommerRemise.

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