Karneval in Dabel : Himmel und Hölle liegen dicht zusammen

In der himmlisch-teuflischen Selbsthilfegruppe hat jeder seine Probleme
In der himmlisch-teuflischen Selbsthilfegruppe hat jeder seine Probleme

Erkältungswelle und ausverkaufter Saal fordern den Karneval Club Dabel

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23. Februar 2020, 20:00 Uhr

In der 64. Saison schien das Motto „Beim Karneval Club Dabel ist es famos, im Himmel ist die Hölle los“ auf die Karnevalisten des Karneval Clubs Dabel abzufärben. Himmlisch: Bereits im Vorverkauf wurden die Karten knapp, so dass anders bestuhlt wurde, um mehr Feierfreudige begrüßen zu können.

Ist der Saal schon mal ausverkauft, da fallen einige Vereinsmitglieder der teuflischen Erkältungswelle zum Opfer. Kein Wunder, dass das in einer himmlisch-teuflischen Selbsthilfegruppe endet. Selbst bei dem Sketch musste beim Erzengel Michael die Zweitbesetzung ran. Die Vergatterung des Innenministeriums führte in Stellvertretung Senator Volker Schliehe durch. Der gab zu: „Ich kann die Sicherheit nicht zu 100 Prozent garantieren, wir werden wohl morgen früh um sechs Uhr noch mal schleifen müssen.“

Eine starke Truppe, die für Ordnung sorgt, hätte gut getan. Denn vor allem die jüngeren Gäste sorgten zwar für viel Stimmung, schossen aber auch manchmal über das Ziel hinaus. Das umfangreiche Programm mit neuen Sketchen, den Showtänzen mit aufwendigen Kostümen und detaillierten Bühnenbildern sowie die Gardetänze, für die lange trainiert wird, hätten mehr Aufmerksamkeit verdient.

Mit ihrem begeisterten Applaus haben die „jungen Wilden“ es wieder gut gemacht und auch Präsident Manfred Schliehe sparte nicht mit Lob an die Mitwirkenden. Eines wurde in jedem Fall klar: Karneval ist in Dabel wieder angesagt. Man trifft sich, feiert wieder zusammen und zwar auch die nächste Generation, die ihre Kinder und Eltern mitbringen. Zur Freude der Karnevalisten erblickten sie viele altbekannte Gesichter. Das Paar Nadin Schönborn und Stefan Schröder war selbst viele Jahre aktiv, bevor Familie und Job es zeitlich nicht mehr möglich machten, sich hundertprozentig einzubringen. „Es geht nur ganz oder gar nicht“, so Stefan Schröder. Jetzt saßen sie im Publikum, um ihre Kinder tanzen zu sehen.

Lana Schrödter tanzt in der Funkengarde und Sohnemann Pascal Schönborn hatte seine erste Saison im Männerballett. Zusammen mit Kumpel Patrick Glinka verjüngt er mit seinen 22 Jahren die „Kaisergarde“. Patrick Glinka ist mittlerweile in Reinbek bei Hamburg Softwareentwickler, Pascal Kraftfahrer. „Ich habe als Kind neun Jahre lang in der Showtanzformation mitgetanzt und nichts verlernt“, sagt Patrick Glinka. Im letzten Jahr seien beim Ausklang nach der Karnevalsveranstaltung alte Erinnerungen hochgekommen und er hat sich entschieden, wieder mitzumachen.

Tanztrainerin Tina Neumann kennt das Phänomen: „Nach und nach kommen ehemalige Mitglieder zurück, engagieren sich als Erwachsene und bringen ihre Kinder mit.“ Pascal Schönborn sorgte dafür, dass in diesem Jahr die Eltern wieder im Publikum sitzen, kräftig mitfeiern und sich freuen, alte Bekannte zu sehen. Für die Karnevalisten endet die Sause erst nach dem Rosenmontag, an dem noch einmal alles gegeben wird. Bei drei Tagen Dauerkarneval kann dann bei Muskel und Feierkater durchaus der Gedanke kommen: Himmel und Hölle liegen manchmal dicht zusammen.

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