Zahrensdorf : Hier war vor 600 Jahren die Brücke

Bei Baggerarbeiten kamen die hölzernen Überreste der alten Brücke ans Tageslicht.
Bei Baggerarbeiten kamen die hölzernen Überreste der alten Brücke ans Tageslicht.

Überraschendes Untersuchungsergebnis: Hölzer aus dem Tempziner Mühlenbach sind uralt. Die Bäume wurden zwischen 1300 und 1366 gefällt.

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14. März 2018, 05:00 Uhr

Vor mehr als 600 Jahren gab es vermutlich schon eine Brücke über den Mühlenbach in Tempzin. Das belegen jüngste Untersuchungen von Archäologen.

Derzeit wird der Bach in sein ursprüngliches Bett zurückverlegt. Wie SVZ berichtete, waren Bauarbeiter dabei unter der Straße auf Hölzer gestoßen, die in einem recht guten Zustand waren. Zunächst hatten die Fachleute vermutet, dass das Holz noch nicht so alt ist. Doch jetzt sind die Untersuchungen im Deutschen Archäologischen Institut in Berlin abgeschlossen.

„Die Ergebnisse der dendrochronologischen Untersuchung der Holzproben von der alten Brücke in Tempzin waren eine Überraschung. Diese sind wesentlich älter als zunächst vermutet“, erklärt Bernd Wollschläger vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern. Das Fälldatum von sechs Hölzern, es handelt sich sowohl um Pfähle als auch um Spaltbohlen, liege demnach im 14. Jahrhundert. Die Spezialisten bestimmten, dass die betroffenen Bäume zwischen 1300 und 1366 gefällt wurden. Möglicherweise fällt die Errichtung dieser Brücke mit einem Sperrwerk – die horizontal zwischen den Pfählen gelegenen Spaltbohlen erweckten den Eindruck – mit dem verstärkten Ausbau des Antoniter Klosters Tempzin ab 1390 zusammen, so Wollschläger. Zu diesem Zeitpunkt erwarb das Kloster auch den Hof Werder am Nordwestende des Tempziner Sees, womit eine Überquerung des Mühlenbaches, zum Erreichen der Örtlichkeit notwendig wurde.

Einer der jetzt gefundenen Eichenpfähle hatte das Fälldatum 1596, womit sicherlich eine Reparatur der Brücke belegt ist, so Bernd Wollschläger.

Wie er erklärte, hatte ein ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger die Arbeiten in Tempzin beobachtet und ihn über den Fund informiert. Die Tätigkeit dieser Ehrenamtlichen sei sehr wichtig, sagt Wollschläger. Parallel erhielt er eine Information vom zuständigen Ingenieurbüro über die aufgetauchten Hölzer.

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