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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

22. August 2017 | 18:39 Uhr

Sternberg : Hier funktioniert Integration

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Vereine kümmern sich in Sternberg, Dabel und Warin mit viel persönlichem Einsatz um Flüchtlinge

Wenn Flüchtlinge nach Deutschland kommen, finden sie in der Regel erst mal bei den Kommunen eine Bleibe. Sie sind es, die für die Unterbringung sorgen – wenn auch häufig nur vorübergehend, das heißt bis zur Anerkennung des Asylantrags.

Im Landkreis Ludwigslust-Parchim gibt es derzeit 1004 Flüchtlinge (Stand 8. Juli). „656 Menschen sind dezentral in Wohnungen untergebracht, die vom Land angemietet worden sind. Alle anderen wohnen in Gemeinschaftsunterkünften in Ludwigslust und Parchim“, teilt Andreas Bonin, Pressesprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim, auf SVZ-Nachfrage mit. 26 Asylbewerber wohnen in der Stadt Sternberg.

Viele Vereine und Einrichtungen auch in unserer Region engagieren sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe und unterstützen zu uns geflüchtete Menschen bei der Organisation ihres neuen Alltags. Sie sind Beispiele dafür, dass Integration vor Ort funktionieren kann.

„Eine der größten Herausforderungen war im vergangenen Herbst, 14 unbegleitete Minderjährige im Seehotel ehrenamtlich zu betreuen“, erinnert sich Irene Werner, Vorsitzende des Vereins Dialog+Action Sternberg. Nach dessen Schließung zum Jahresanfang mussten alle kurzfristig umziehen, nach Dargelütz, Demen, Golchen und Horst.

Vier Jugendliche aus Eritrea und Afghanistan wollten zurück nach Sternberg. „Sie wohnen jetzt in einer Wohngemeinschaft in der Karl-Marx-Straße und wollen heimisch werden“, sagt Werner. Hilfsbereite Sternberger spendeten Mobilar und richteten die Wohnung gemeinsam mit den jungen Männern ein. Der Verein übernimmt weiterhin als Pate und Ansprechpartner die Betreuung. Informationen gibt es bei Katja Fregien, Tel. 03847/44 45 12 und Irene Werner, Tel. 03847/ 31 22 12 oder unter 0170/ 155 14 14.

Jörg und Christine Klingohr haben auf dem Golchener Hof sieben syrische Flüchtlinge in ihre Obhut genommen. Betreut werden sie von der Soziale Dienste Golchen GmbH, deren Geschäftsführerin Christine Klingohr ist. „Zwei verlassen uns jetzt, weil sie in Rostock studieren werden. Fünf gehen in Sternberg aufs Gymnasium“, sagt Jörg Klingohr.

Als im vergangenen Jahr der Flüchtlingsstrom nach Deutschland am größten war, gründeten Einwohner aus Dabel, Sternberg, Kukuk, Kobrow, Zülow, Hohen Pritz, Rothen und weiteren Nachbargemeinden spontan einen Helferkreis. „Wir organisieren Nachhilfe, Gemeinschaftsfahrten zum Einkaufen, übersetzen Beschreibungen von Lebensmitteln, begleiten die Bewohner zu Ärzten und Behörden“, erklärt Solveig Witt.

Untergebracht sind die Flüchtlinge in der Sammelunterkunft in der Straße der DSF in Dabel. Einmal in der Woche wird hier interkulturell gekocht oder gemeinsam gegrillt und es gibt kreative Angebote für die Kinder. „Mit derzeit rund 30 Flüchtlingen ist die Unterkunft nicht voll ausgelastet“, sagt Witt. Das liege daran, dass bei vielen mittlerweile die Asylanträge anerkannt seien, die Flüchtlinge Dabel verlassen und sich eigene Wohnungen suchen würden. Auch hierbei unterstütze der Helferkreis, denn Sprache und Formulare wie z. B. ein Mietvertrag stellten die Flüchtlinge vor große Herausforderungen.

Der Helferkreis Dabel freut sich über weitere Menschen, die sich in der Unterstützung der Flüchtlinge engagieren möchten. Kontakt und Infos: Solveig Witt, Tel. 038485/ 5 04 94 und Thomas Hansen, Tel. 0176/ 23359945.

Im Landkreis Nordwestmecklenburg sind aktuell 768 Asylbewerber registriert, davon 55 Personen im Amt Neukloster-Warin, teilt Dörte Suhling, Sachbearbeiterin Medien- und Öffentlichkeitsarbeit des Landkreises Nordwestmecklenburg, mit.

In Warin sind die Flüchtlinge bis zur Anerkennung ihres Asylantrags in Wohnungen in Waldeck untergebracht. „Die wurden vom Land angemietet“, sagt Barbara Reimer vom Verein Flüchtlingshilfe Warin. Jeden Montagabend um 19 Uhr veranstaltet der Verein ein gemeinsames Treffen mit Flüchtlingen und Deutschen im Haus der Zukunft in Warin, u.a. zum Deutsch lernen, Spielen, Ausfüllen von Anträgen. „Das fördert die Verständigung und Toleranz“, sagt Reimer. Auch gehören Kulturveranstaltungen mit Einheimischen zum Angebot. Ansprechpartner sind Martin Graffenberger, Tel. 038482/ 2 23 90 und Barbara Reimer, Tel. 038482/ 2 25 31.

 

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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von
erstellt am 15.Jul.2016 | 05:00 Uhr

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