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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

19. November 2017 | 11:45 Uhr

Warin : Hetze gegen Asylbewerber

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Insgesamt 27 Männer und Frauen wohnen seit Ende März in der Kleinstadt Warin / Einheimische gründen Runden Tisch.

von
erstellt am 19.Mai.2015 | 08:00 Uhr

Fremdenfeindliche Briefkasteneinwürfe machten die Runde in Warin: An einige private Haushalte wurden Zettel verteilt, auf denen gegen die in der Kleinstadt aufgenommenen Asylbewerber gehetzt wird. Darauf werden die finanziellen Aufwendungen von Seiten des Landkreises aufgeschlüsselt und von „Deutschen Mitbürgern“ ist darin die Rede. „Es ist absolut falsch, was dort steht“, versicherte Wolfgang Griese. Der von 1990 bis zum Vorjahr ohne Unterbrechung der Stadtvertretung angehörte, hält den Kontakt zum Landkreis.

Die daraufstehenden Zuwendungen seien fernab jeder Realität. Demnach erhalten die Asylbewerber ein Begrüßungsgeld von 2800 Euro und bekommen dazu noch eine vollausgestattete Wohnung gestellt. „Diese Aussagen sind absolut falsch“, so Griese. Denn es werden lediglich die Kosten der Unterkunft beglichen und als Erstausstattung bekommt beispielsweise eine Einzelperson einen Tisch, einen Stuhl, ein Bett mit allem was dazu gehört, einen Schrank sowie eine Küche mit den notwendigen Utensilien. Laut einer Sprecherin des Landkreises stehen Hartz-IV-Empfänger die gleichen Leistungen zu „Daran sieht man, dass diese Zettel, die verteilt wurden, nur den Hass schüren sollen“, sagte Griese.

Seit Ende März wurden 27 Asylbewerber in privaten Wohnblocks in Waldeck in Warin untergebracht. Sie kommen aus Albanien, Ghana, Vietnam und Mazedonien, informierte der Bürgermeister Michael Ankermann. Alleinstehende Männer und zwei Familien befinden sich unter den neuen Gemeindemitgliedern. „Wir müssen ihnen helfen, sich bei uns zurecht zu finden“, forderte Wolfgang Griese.

Um die Integration der neuen Nachbarn zu verbessern, hat sich nun ein Runder Tisch gebildet. Fast 20 Freiwillige treffen sich regelmäßig, um den Asylbewerbern unter die Arme zu greifen. „Die Hilfe fängt schon bei alltäglichen Dingen an wie dem Einkaufen in unseren Supermärkten.“ Mit ausrangierter Bettwäsche, Handtüchern, Tellern und Besteck helfen die Warinern den neuen Bürgern aus, damit sie sich willkommen und heimisch fühlen.

Doch ein Problem fällt trotz des guten Umgangs miteinander auf: die Sprache. „Es kann leider nur einer der Asylbewerber gut Englisch und bei uns können es auch nur vereinzelt Leute. Deswegen müssen wir sie beim Erlernen unserer Sprache unterstützen“, plädierte Griese. Nur wenn die jungen Männer die Sprache beherrschen, könnten sie sich bei uns eine Arbeit suchen, so Griese.

Helfen sollen dabei unverbindliche Treffen, bei denen gemeinsam gegessen und erzählt wird. „Die Asylbewerber bleiben noch eine ganze Weile bei uns, da müssen wir doch auch gut mit ihnen zusammenleben“, sagte Griese.

 

 

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