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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

21. November 2017 | 15:08 Uhr

Sternberg : Herbert Köfer in Sternberg gefeiert

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Der 96-jährige Schauspieler zieht mit dem Theaterstück „Ein gesegnetes Alter“ 220 Zuschauer ins Hotel „Dreiwasser“.

von
erstellt am 23.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Die Pointe am Ende des Theaterstücks hat was makaberes, sitzt aber und bringt die Zuschauer herzhaft zum Lachen. Sie erheben sich und applaudieren begeistert dem Hauptdarsteller: Herbert Köfer. Für Augenblicke steht er allein im Scheinwerferlicht und verbeugt sich, bevor die weiteren Mitwirkenden auf die Bühne kommen. Der Beifall hält an, die Schauspieler gehen mehrmals hinter die Kulissen und treten wieder vor das Publikum. Köfer, für alle im Saal des Sternberger Hotels „Dreiwasser“ ein Begriff aus Film und Fernsehen, beweist sich auch mit seinen 96 Jahren als Meister seines Fachs, spielt in jeder Szene des knapp zwei Stunden dauernden Stücks und wirkt am Ende erfreut über den Erfolg, den er einmal mehr hat. Die rund 220 Zuschauer sind vor allem seinetwegen gekommen.

Sternberger sagen, Hut ab vor dieser Leistung

Hut ab vor dieser Leistung, sind sich Karin und Jürgen Klabunde aus Sternberg einig. „Ich mochte ihn schon immer, in den Schwanks zu Silvester oder in der Serie ,Rentner haben niemals Zeit’ mit Helga Göring“, sagt Johann-George Rettig. „Als wir erfuhren, dass Herbert Köfer nach Sternberg kommt, war klar, da gehen wir hin. Wie er das jetzt noch hinkriegt, ist beachtlich, ein bisschen mit hintergründigem Humor, das gefällt mir“, so Rettig. Kurz entschlossen erst an dem Tag hatte sich dagegen Ulrich Ritschel Karten geholt und es nicht bereut. „Ich finde es sehr interessant, dass Herbert Köfer hier ist und ich ihn mal original sehen kann. Alle Achtung, er hat sich gut gehalten.“ Für Gerda Köpke aus Brüel sei es „ein Muss“ gewesen, zu der Vorstellung zu kommen. „Ich habe ihn immer bewundert. Das wirkt alles echt, nicht so einstudiert. Unser Vater war auch 90 und hat oft so geredet.“ Zu Weihnachten gehöre jedes Jahr eine DVD mit Herbert Köfer, die damit ende, dass der Enkel frage, was ein Baum sei. Gerda Köpkes Schwester Karin Langhammer ist extra aus Schwerin gekommen. „Stimmt, vieles, was Herbert Köfer in seiner Rolle sagt, erinnert an unseren Vater.“ Die Karten habe ihr die Tochter Simone Seidel, die in Sternberg wohnt und ebenfalls im Saal sitzt, geschenkt. Und Enkel Leon helfe hier beim Kellnern aus, bevor er wieder nach Australien gehe. Vielleicht bediene er sie nachher sogar beim Abendessen. Die Brüelerin Anke Holst sieht sich das Stück mit ihrer Schwägerin Christel Drawann aus Schwerin an. Manche Dialoge seien etwas leise und hinten schwer zu verstehen. Die Darsteller hätten ein kleines Headset-Mikrofon gebraucht. „Das ist aber wirklich das einzige Manko“, so die Brüelerin.

Kurz zu der Geschichte: Der 90jährige Georg Neumann (Herbert Köfer) soll aus dem Haus, in dem er seit 40 Jahren lebt, weil der neue Besitzer es abreißen will. Das teilt ihm die bisherige Vermieterin (Heike Köfer) mit, die unter ihm wohnt und von seinen täglichen Rundgängen mit Stiefeln in seiner Wohnung genervt ist. „Sie werden mich kennen lernen“, droht sie ihm, „und Sie auch, wenn Sie da nicht gleich weggehen.“ Letzteres ist gedankenschnell improvisiert und gilt einem Zuschauer, der direkt vor der Bühne privat fotografiert. Die Architekturstudentin Christa (Anja Thiemann), die den 90-Jährigen im Haushalt unterstützt, kann mit Hilfe ihres Professors den Abriss des Hauses verhindern. Doch da hat es außer der erbsüchtigen Enkelin auch Gitta Eckstein (Heidemarie Wenzel), mit der Neumann einst eine Liaison hatte, auf seine Barschaft abgesehen, hintergeht ihn, ohne dass er es merkt, und macht gemeinsame Sache mit der Firma, die das Haus abreißen will. Ein Journalist (Uwe Karpa) klärt ihn über die habgierige Blondine auf und Christa hilft ihm, deren Pläne zu durchkreuzen. Als Gitta Eckstein nach einem Weingelage am Abend zuvor in Neumanns Wohnung am nächsten Tag dort eine Kopfschmerztablette sucht, findet sie die, die sich Neumann für alle Fälle aufbewahrt hatte. Bevor er es verhindern kann, nimmt sie die und fällt tot um. Und was macht nun der 90-Jährige zuerst? Er bestellt beim „Rollenden Mittagstisch“ ein Essen ab. Vorhang!

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