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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

13. Dezember 2017 | 14:07 Uhr

Brüel : Helmut Strauß sorgt für Ordnung

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

57-Jähriger sammelt im Brüeler Stadtpark Papier und harkt Wege.

von
erstellt am 27.Feb.2015 | 22:29 Uhr

Die Temperaturen liegen nur leicht über dem Gefrierpunkt. Vereinzelnd durchbricht Pfeifen und Zwitschern von Amsel und Co. die Stille im Brüeler Stadtpark. Hier und da zeigt sich erstes Grün im noch von den Herbstblättern bedeckten Boden. Trotz der frühen Stunde ist Helmut Strauß, wie an vielen anderen Tagen, längst wieder auf dem Vogelstangenberg unterwegs. Er sammelt Flaschen und Papier ein, harkt die Wege und sorgt an den beiden dortigen Denkmälern für Ordnung. Angestellt bei der Stadt ist der 57-Jährige aber nicht.

Helmut Strauß kümmert sich, weil er es gern ordentlich und sauber hat. „Auch als ich noch in Langen Jarchow gewohnt habe, habe ich dort am Buswartehäuschen nach dem Rechten gesehen“, sagt er.

Zum neuen Wohnort Brüel hatte anfangs auch ein Garten im Alleeweg gehört, erzählt er. Doch den habe er krankheitsbedingt und damit schweren Herzens aufgeben müssen. „Nur zu Hause zu sitzen, das ist nichts für mich. Ich muss mit Leuten ins Gespräch kommen“, begründet Helmut Strauß. Für ihn stand schnell fest: „Du musst was tun. Du sammelst Papier“, sagt er.

Und das macht der 57-Jährige nun seit fast sieben Monaten. Regelmäßig ist er seitdem im Stadtpark mit Rechen, Harke und blauen Säcken unterwegs. Von seiner Idee, am Denkmal Blumentöpfe aufzustellen, hat er wieder Abstand genommen. Die würden da doch nicht lange stehen bleiben, bedauert er. Bücken tut er sich übrigens auch, wenn er in der Stadt unterwegs ist, in der Feldstraße, Schweriner oder Sternberger Straße – um das, was andere achtlos weggeworfen haben, aufzuheben und in den nächsten Abfalleimer zu geben.

„Ich hoffe, im Stadtwald noch lange weitermachen zu können. Ich wohne ja in der Nähe“, so Strauß. Morgens würden ihn hier die Vögel begrüßen, schwärmt er. „Das macht mir so viel Freude.“ Sein ehrenamtliches Tun werde geschätzt. Hautsächlich ältere Leute würden ihn ansprechen und hätten viele nette Worte für ihn. Die hat er dann auch für Familie Hegemann, dafür, dass er seine Arbeitsgeräte dort unterstellen und so nicht jedes Mal mit nach Hause nehmen muss.

„Wir sind froh, dass Herr Strauß das macht. Er ist wirklich eine Hilfe“, sagt Norbert Krienke, Leiter des Brüeler Bauhofes. Nicht selten wären es zwei blaue Säcke, die der 57-Jährige pro Woche mit Abfällen aus dem Stadtpark füllt und die dann über den Bauhof umweltfreundlich entsorgt werden. „Wir arbeiten gut zusammen, wir sprechen uns ab“, so Krienke.

Bürgermeister Jürgen Goldberg hatte Helmut Strauß auf dem Brüeler Neujahrsempfang mit einem Präsentkorb gedankt. Er sei ein Mitbürger, der selbstlos einfach angefangen habe, auf dem Mühlenberg und in Straßen Unrat zu sammeln, so Goldberg auf der Veranstaltung (SVZ berichtete). „Nicht danebenstehen und schimpfen, sondern einfach tun“, hatte der Bürgermeister erklärt.

Diese öffentliche Ehrung sei für ihn schon etwas Besonderes gewesen, sagt Helmut Strauß. Als der Bürgermeister ihm am Tag zuvor die Einladung zum Empfang gebracht habe, „habe ich mir wirklich nichts dabei gedacht“. Um so größer sei dann die Überraschung und Freude gewesen, als er auf der festlichen Veranstaltung plötzlich seinen Namen hörte.  

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