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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

24. September 2017 | 01:23 Uhr

Nisbill : „Helmut Kohl ist ein Held als Historiker“

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Ferdinand Hartmann, Geschäftsführender Gesellschafter vom „Haus am Bibowsee“ beantwortet heute unsere 20 Fragen zum Wochenende.

von
erstellt am 30.Mai.2014 | 17:32 Uhr

Am 21. Juni feiert die Fachpflegeeinrichtung „Haus am Bibowsee“ in Nisbill ihr zehnjähriges Bestehen. Deren Geschäftsführender Gesellschafter ist Ferdinand Hartmann. Gebaut worden ist das Objekt 1995 als Rehaklinik zur Nachsorge krebskranker Kinder und Jugendlicher. Es ging aber nie in Betrieb und stand bis 2003 leer. Dann kam Hartmann auf die (Erfolgs-)Idee, daraus eine Fachpflegeeinrichtung für Menschen mit schwerer Demenz, dem Korsakow-Syndrom sowie spezieller Krankheitsbilder zu machen. Aktuell zählt das „Haus am
Bibowsee“ 132 Bewohner.

Heute beantwortet Ferdinand Hartmann die von Redakteur Roland Güttler gestellten 20 Fragen zum Wochenende.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz? Bei mir am Tramser See, da wohne ich.
Was würden Sie als Bürgermeister in Ihrem Wohnort sofort ändern?

Darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht und wüsste im Augenblick gar keine Antwort.
Wo kann man Sie am ehesten treffen?

Hier in der Einrichtung.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Als Postbote in Reutlingen, angefangen habe ich damit mit 16 und weiter gejobbt, bis ich mit dem Studium fast fertig war. Später habe ich zusätzlich auch noch bei einer Tankstelle gearbeitet.
Und wofür haben Sie es ausgegeben?

Ich habe mir Wünsche erfüllt, die mir meine Eltern nicht
ermöglicht haben, etwa ein Motorroller und später ein Paddelboot.
Was würden Sie gerne können?

Den Menschen, die eine nicht organische Krankheit haben, zum Beispiel eine Sucht, zu helfen, dass sie wieder ins normale Leben zurückfinden. Dabei weiß ich, die Sucht (Drogen, Alkohol) bricht immer wieder aus, da Kräfte krankheitsbedingt wirken, die stärker als der Wille sind. Das zu ändern, wäre schön…
Was stört Sie an anderen?

Dass sich viel zu wenige sich um ihr Umfeld kümmern. Nach dem Motto: Jeder ist sich selbst der nächste.
Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?

Sicherlich über einen Bewohner des Hauses, der durch sein Verhalten Anlass dazu gibt. Wobei es kein Auslachen ist! Da klopft einer an die Tür und fragt: „Wann ist Einkauf?“ Ich frage zurück: „Welcher Tag ist heute?“ Montag, das weiß er aber nicht. „Ein Tag noch, morgen ist Dienstag, dann ist hier Einkauf“, sage ich. Der Mann geht aus der Tür, dreht sich um und fragt: „Wann ist Einkauf? So ist das bei der
Demenz…
Was Unvernünftiges haben Sie zuletzt getan?

Ich habe wieder versucht, jemandem neue Hilfe auf den Weg zu geben und bin wieder gescheitert. Die Vernunft müsste sagen, du schaffst es nicht. Aber ich bin so gesehen unvernünftig und versuche es immer wieder…
Wer ist Ihr persönlicher Held?

Das ist schwierig. Spontan würde ich sagen: Altkanzler Helmut Kohl. Wenn auch nicht alles, was er gemacht hat, heldenhaft war. Er hat es aber geschafft in der Zeit des Umbruchs, die Alliierten auf eine einheitliche Linie zu bringen, und sie einschwenken, damit die Wiedervereinigung möglich wurde. Die Gunst der Stunde zu nutzen, packt nicht jeder. Ein Zögerer hätte es nicht geschafft. Und wenn „Gorbi“ nicht gewesen wäre, hätte es auch nicht geklappt.

Helmut Kohl ist für mich ein Held als Historiker, nicht als Wirtschafter. Sein Gerede von den blühenden Landschaften im Osten war völliger Mist.

Welches Buch lesen Sie gerade?

„Die Analphabetin, die rechnen konnte“ vom schwedischen Autor Jonas Jonasson.
Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?

Selten verpasse ich „Hart aber fair“, sehr oft gucke ich auch Günther Jauch.
Wo trifft man Sie eher: bei der Karnevalsfeier oder bei einem Fußballspiel?

Eher beim Karneval; ich bin kein Fußball-Fan. Na ja, ein WM-Halbfinale oder das Endspiel schaue ich mir dann schon an.
Wen würden Sie gerne mal treffen?

Wladimir Putin! Ich würde gerne mal die Gedanken seiner Politik erfahren wollen.
Wenn Sie nicht selbst kochen: Was kommt bei Ihnen auf den Tisch, griechische, italienische, chinesische oder deutsche Gerichte?

Deutsche…
Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?

Gibt kein’s…
An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne und von wem haben Sie es bekommen?

Es geschafft zu haben, die Einrichtung in die Gänge gebracht und über jetzt zehn Jahre zum Erfolg geführt zu haben. Das ist für mich ein Geschenk!
Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?

Die Welt bereisen – nach China, Australien, Indien, um dort die Menschen und Kultur kennen zu lernen. Ich bin viel in der Welt rumgekommen, aber da war ich noch nicht.
Was werden Sie als Rentner machen?

Ich bin schon Rentner. Aber wenn ich einmal hier nicht mehr arbeite, werde ich mich noch mehr ehrenamtlich engagieren und zudem meiner Leidenschaft frönen: dem Jagen und Angeln. Zudem werde ich dann die Dinge lesen, die ich bisher aus zeitlichen Gründen nicht geschafft habe. Mir wird nicht langweilig werden…
Wem sollten wir dieses Fragen ebenfalls stellen?

Kann ich nicht sagen…

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