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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

21. Oktober 2017 | 06:45 Uhr

Rothen : Heiße Musik an einem kühlen Herbstabend

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Trio Nuevo Tiempo begeisterte mit kubanischer Musik im Gutshaus Rothen.

Die Karten für das Jazzkonzert am Sonnabend im Rothener Gutshaus waren vorher restlos ausverkauft, auch die Hörplätze im angrenzenden Salon alle besetzt.

Dass heiße Musik der Spitzenklasse zu erwarten war, dafür bürgte der Name Matthäus Winnitzki. Bereits im Vorjahr war der gefragte Bandleader, Sideman, Pianist und Komponist in Rothen zu Gast und hatte mit seiner Jazzformation begeistert. Winnitzki beschäftigt sich ausgiebig mit afrikanischer und afrokubanischer Musik. Das Repertoire des „Trio Nuevo Tiempo“ umfasst die ganze Bandbreite dieser Musik, durch die der Jazz wesentlich geprägt wurde. Mitreißende Rhythmen gab es an diesem Abend, von Jazzstandards aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts bis zu eigenen Kompositionen von Winnitzki, von Rumba und Cha-Cha-Cha bis hin zum Schlaflied.

Begeisterung gab es gleich nach dem Einstieg mit „Malanga Amarilla“, Latin – Jazz- Sound mit Conga-Trommeln und der Stimme von Arturo Martinez Cabrera, und bei „Danzon“, einer Eigenkomposition Winnitzkis, inspiriert vom gleichnamigen kubanischen Nationaltanz. Hier und da zuckten schon mal tanzfreudige Beine mit. Zum Tanzen sollte es nach der Pause ausgiebig Gelegenheit geben. „Arturo“ forderte dazu auf, sorgte für Stimmung und Heiterkeit, animierte zum Mitklatschen und Mitsingen auf, wozu zwei Worte Spanisch schnell gelernt waren.

Maestro Arturo, in Havanna geboren, ist ein international gefragter Dozent für afrokubanische Musik. Auch an diesem Abend erwies er sich als Lehrmeister und ließ Nachwuchs aus dem Publikum schon mal einen Part an der Conga-Trommel übernehmen. Spürbar und hörbar war es, jeder im Ensemble ist ein Virtuose. „Well You Needn't“ – beeindruckend virtuos interpretierte Winnitzki diesen Jazzklassiker von Monk und wirbelte über die Tasten.

Bassist Oliver Karstens war nicht nur idealer Begleiter. Bei „Love for Sale“, dem Jazzklassiker von Cole Porter, oder auch „Drume“ glänzte er mit einem solistischen Einstiegspart. Bei Letzterem, einem
kubanischen Schlaflied, beeindruckte „Arturo“ mit einer
anderen Seite seiner Stimme, warm und einfühlsam.

„Wir spielen unser letztes
reguläres Stück“, kündigt Winnitzki an. Doch bei „Yibiri“ blieb es nicht. Mit den Zugaben „Besame mucho“ und „Cumbanchero“ treibt die Band die Begeisterung des
Publikums noch einmal auf die Spitze.

Ein gebürtiger Pole, ein Deutscher und ein Kubaner boten Musik aus kubanischer und afrikanischer Tradition. Angesichts Angst schürender Flüchtlingsdebatten auch in unserer Region wertete Gastgeber Christian Lehsten diesen Abend als ein lebendiges Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz.

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