zur Navigation springen

Landwirtschaftsgesellschaft Zahrensdorf : Heimvorteil bei Leistungsmelken

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die LWG Zahrensdorf ist zum zweiten Mal Gastgeber am Mittwoch in der Milchviehanlage Tempzin. Die 19 Teilnehmer kommen aus zehn Betrieben und tzreten in zwei Altersklassen an.

von
erstellt am 27.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Für ihn ist das schon gesunde Routine: Daniel Wöhler nimmt am Mittwoch zum 16. Mal am Leistungsmelken des Milchkontrollvereins (MKV) Güstrow teil, der auch die Betriebe im Sternberger Seenland betreut. Ein dritter Platz sei die bislang beste Platzierung gewesen. Ihn reize an dem Wettbewerb immer wieder, andere Betriebe kennen zu lernen und sich mit Berufskollegen auszutauschen. Ersteres trifft diesmal allerdings nicht zu, denn mit der sanierten Milchviehanlage in Tempzin ist die Landwirtschaftsgesellschaft (LWG) Zahrensdorf, in der er arbeitet, selbst Gastgeber. Dafür springe mit Heimvorteil vielleicht wieder eine Platzierung weit vorn heraus.

Es sei schon günstig, den Melkstand und vor allem die Kühe zu kennen. Bei denen sei auch nicht jeder Tag gleich; und wenn dann durch Fremde unweigerlich etwas Unruhe entstehe, könnten sie durchaus unterschiedlich reagieren. Heimische Melker wüssten sicher am besten damit umzugehen.

Jeder Teilnehmer hat acht Kühe zu melken. Die werden nicht extra ausgesucht, sondern lediglich in Gruppen aufgeteilt und diese dann ausgelost, erklärt LWG-Geschäftsführer Torsten Schrein. Der Betrieb hält rund 400 Milchkühe in der sanierten Anlage. Er hat 2012 eine halbe Million Euro investiert, über Kredite und mit 35 Prozent Förderung, um die Haltungs- und Arbeitsbedingungen auf den neuesten Stand zu bringen.

Der Geschäftsführer sieht nun im Leistungsmelken, das in Tempzin zum zweiten, insgesamt zum 24. Mal stattfindet, eine Gelegenheit, „nach außen Zeichen zu geben, dem Verbraucher zu zeigen, dass die Milcherzeuger Qualitätsarbeit leisten, aber auch, dass sie auf das Tierwohl bedacht sind und es den Kühen gut geht“. Zudem bekämen bei diesem Wettbewerb vor allem Auszubildende und junge Facharbeiter „viele Tipps, was sie noch verbessern können“, so Schrein. Freilich bringe das Leistungsmelken im Vergleich zum Arbeitsalltag Unruhe, „es läuft aber geordnet ab“, die Tiere hätten keinen zusätzlichen Stress, und auch ihre Milchleistung leide nicht darunter. „Woanders beteiligen wir uns auch, eigentlich von Anfang an, dann sind wir eben auch mal als Gastgeber an der Reihe“, meint der LWG-Chef.

Daniel Wöhler ist seit dem erstem Ausbildungsjahr dabei. Der jetzt 32-jährige Zahrensdorfer hat in dem Betrieb gelernt und ist ihm treu geblieben. Ihm gefalle die Abwechslung, neben dem Melken arbeite er im Abkalbebereich und das „sehr gern“, treibe Kühe und behandele die Klauen.

Franziska Gruel nimmt im dritten Ausbildungsjahr als Tierwirt in der Rinderhaltung, so die offizielle Bezeichnung, ebenso oft am Leistungsmelken teil. Den Beruf habe sie von Zuhause in Görslow am Ostufer des Schweriner Sees mitbekommen. Der Opa sei im Kuhstall gewesen, der Vater, eigentlich Fischer, habe gelegentlich ausgeholfen und ihr Bruder arbeite auch dort. „Ich wollte von klein auf was mit Tieren machen, hatte wie viele Mädchen den Traum als Tierärztin.“ Nach einem Praktikum bei Huftieren und Vögeln im Schweriner Zoo sei sie über die Berufsberatung nach Zahrensdorf gekommen, wolle auch nach der Ausbildung bleiben „und abwarten“. „Franziska hat bei uns eine Perspektive“, sagt der Chef und fügt anerkennend hinzu, dass sie beim Berufswettbewerb an der Fachschule Güstrow zu den Besten gehörte und schon mal in die nächste Runde kam.

Die 20-Jährige ist auch technisch bewandert, hat gerade die Karosserie ihres Autos repariert. „Das wollte eigentlich mein Bruder mit einem Kfz-Meister machen, aber das hat mit zu lange gedauert.“ Auch ein Handy auseinander nehmen und wieder zusammenbauen, sei kein Problem. Am Mittwoch heißt es aber wieder, mit den Kühen klar zu kommen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen