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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

14. Dezember 2017 | 23:59 Uhr

Sternberg : Haus saniert – Freude bei Mietern

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

In der Sternberger Altstadt sind weitere vier moderne Wohnungen fertig gestellt. Mit zwei Vorhaben in diesem Jahr wird die Städtebauförderprogramm beendet.

von
erstellt am 12.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Die Altstadt hat ein Schmuckstück mehr, in das neues Leben einzieht: Die Immobilien GmbH und Co. KG (Immo) übergab nach aufwändiger Sanierung das Haus in der Kütiner Straße 6. In dem zuvor maroden Fachwerkbau sind vier modern ausgestattete wie geräumige Wohnungen mit einer Größe zwischen 63 und 86 Quadratmetern entstanden. Die künftigen Mieter kommen alle aus Sternberg und freuen sich über ihr neues Zuhause. Sie hatten sich beizeiten darum bemüht, die Nachfrage nach sanierten Altstadtwohnungen ist nach wie vor groß, sagt Bürgermeister Armin Taubenheim. Lange vor der Fertigstellung seien sie vergeben, bestätigt Jörg Rußbüldt, Leiter für Grundstücks- und Gebäudemanagement in der Sternberger Verwaltung sowie Immo-Geschäftsführer für den technischen Bereich. Für die Finanzen ist hier Jens Quandt verantwortlich.

Im Erdgeschoss gibt es eine Drei- und eine Zwei-Raum-Wohnung, im Obergeschoss zwei Drei-Raum-Wohnungen. Eine hat „die größte Dachterrasse in Sternberg“, wie Rußbüldt lachend sagte, die andere einen Balkon zum ebenfalls umgestalteten Hof. Hier verfügt jede Mietpartei über einen geräumigen Schuppen und einen Pkw-Stellplatz.

Im Obergeschoss sind von nun an Anke Schulz und Barbara Scheffel Nachbarn. Beide kamen gestern zur offiziellen Übergabe. Anke Schulz wohnt mit Ehemann Andreas und Tochter Annika (17) bislang in der Karl-Marx-Straße. Jetzt sei sie nur ein kurzes Stück entfernt von Eltern und Friseursalon in der gleichen Straße. Bei einem Spaziergang hätten sich ihr Mann und sie gezielt umgesehen. Sie sei nun „sehr zufrieden“. Wenn es ginge, würde die Familie am liebsten nächste Woche einziehen.

Sie und ihre neue Nachbarin kennen sich vom Sehen schon länger, sagt Barbara Scheffel, seit 40 Jahren Sternbergerin. Ihre Wohnung in der Lütjenburger Straße sei „auch gut, aber zu weit weg vom Zentrum Zuerst hatte ich eine untere Wohnung im Blick“, sagt die Rentnerin. „Bis ich mich entschieden hatte, war die weg. Aber das macht gar nichts, oben wohnt es sich vielleicht sogar besser. Es hat lange genug gedauert, doch nun ist alles bestens.“

2009 hatte die Immo das Haus erworben, wie Jens Quandt sagte. Für Planer Frank Hahn wurde es dann einer der „schwierigsten, vor allem langwierigsten Aufträge“. Im Herbst 2010 habe er mit der Bestandsaufnahme begonnen, Vorplanung und Kostenschätzung erarbeitet. Dann sei das Vorhaben wegen mehrerer Konzepte zur Nutzung ins Stocken geraten. Im Juli 2013 wurde der Bauantrag gestellt, im Januar 2015 mit Abbruch und Beräumung begonnen, im September darauf mit der Sanierung. Die kostete rund 800 000 Euro, zuvor die so genannten Ordnungsmaßnahmen schon 140 000 Euro. „Bei dieser Größenordnung mussten in der Zwischenzeit erst andere Objekte fertig
gestellt werden“, so der Planer. Eine Reihe von Forderungen des Denkmalschutzes galt es ebenfalls zu erfüllen.

Das Hofgebäude, vermutlich als Stall oder Scheune über die volle Grundstücksbreite in zwei Geschossen mit jeweils 200 Quadratmetern errichtet und nach 1900 vom überregional agierenden Baustoffhändler Hartleib zu Betriebs- und Lagergebäude umgebaut, war für künstlerische Nutzung gedacht. Wohnung, Atelier und Ausstellungsräume sollten darin unterkommen, doch als sich kein Interessent fand, wurde es – da nicht unter Denkmalschutz – abgerissen.


So viel wie möglich erhalten und saniert


Vom Haupthaus wurde dem Planer zufolge so viel wie möglich erhalten und saniert, im Eingangsflur Fliesen von Fußboden und Wandsockel sowie die Innentüren, in den Wohnungen die Holzbalkendecken, freilich ausgebessert und statisch verstärkt, teilweise beide Giebelseiten und die Vorderfront. Die Mauerziegel wurden herausgenommen, gereinigt und wiederverwendet, das Fachwerk wurde saniert, die Eingangstür nach historischem Vorbild neu angefertigt, der Rahmen aber im Original erhalten.

Mit der Kütiner Straße 6 hat die Immo von 2004 an 43 Häuser mit 112 Wohn- und Geschäftseinheiten voll saniert bzw. die im völlig maroden
Zustand abgerissen und neu gebaut. Mit Fischerstraße 15 und Rittersitz 3 soll das Städtebauförderprogramm beendet werden.

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