Groß Raden : Handwerken wie die Altvorderen

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Jugendbauhütte Wismar und Gymnasiasten im Archäologischen Freilichtmuseum.

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10. Juli 2015, 22:48 Uhr

Die Jugendbauhütte Wismar machte in dieser Woche nach 2013 wieder einmal Station im Archäologischen Freilichtmuseum Groß Raden. „Das ist ein schöner Ort fürs historische Handwerk, um hier z. B. die alte slawische Drechseltechnik anzuwenden“, so Jugendbauhütteleiter Martin Bettermann. Und so werkelten 20 junge Damen und Herren im Alter von 17 bis 24 Jahren. Wieland Bull aus Huckstorf bei Rostock und Magnus Stein aus Pinnow vor den Toren Schwerins waren beim Schmieden. Unter Anleitung von Ernst Giese, der auf einem alten Resthof in Ivendorf nahe Bad Doberan zu Hause ist, wurde u.a. ein Drechselhaken gebaut, um daraus wie einst die Slawen und Wikinger Schalen aus einem Stück Holz zu fertigen.

Martin Bettermann hatte es schon mal vorgemacht, jetzt durfte Katharina Leopold, sie stammt bei Baden-Baden her, von einem Ahornstamm mittels Fuchsschwanz eine künftige Schale absägen. „Anstrengend“, sagt sie ob der total ungewohnten Tätigkeit.

Handwerk wie vor 1000 Jahren – gar nicht so einfach. Fertigte die Wismarer Jugendbauhütte vor zwei Jahren aus Eichenholz Dachschindeln an, sollten es diesmal Schalen und Becher aus Holz sein. Unterstützung beim Arbeiten mit einer so genannten Wippdrehbank gab es durch Axel Schulz. Der Bildhauer aus Qualitz ist seit Jahren als Anleiter bei Projekten der Jugendbauhütte Wismar tätig.

Für zwei Tage gab es – unabhängig von der Jugendbauhütte – auf dem Freigelände für Museumschefin Heike Pilz zudem Unterstützung durch den Archäologie-Kurs des Wismarer Hauptmann-Gymnasiums. Für Natalie Reiher, Marie Carolin Groth und weitere elf Elftklässler hieß es die Lücken der Bretteraußenwand eines historischen Slawen-Nachbaus aus dem 10. Jahrhundert mittels Lehm-Stroh-Mischung abzudichten. „Das wird ein, zwei Jahre halten“, mutmaßt Lehrer Ronny Keßler. Worauf Heike Pilz entgegnete: „Den Slawen ging es nicht anders wie uns heute: Wir haben an unserer Hütte auch immer was zu tun, ständig zu reparieren.“

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