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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

14. Dezember 2017 | 22:06 Uhr

Handmixer noch von der Hochzeit

vom

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erstellt am 27.Sep.2013 | 05:57 Uhr

Warin | Bei der silbernen Hochzeit dachte Elke Labitzke noch, dass ein neuer Handmixer her müsste. Der hatte genau 25 Jahre seine Dienste geleistet. "Wir bekamen ihn als Geschenk zur Hochzeit, wie viele andere Dinge für den Haushalt. Das war ja damals so üblich", hakt Ehemann Günter ein. Heute werde meist Geld geschenkt. Das könne ein junges Paar zwar genauso gebrauchen, doch über solche praktischen Dinge wie einst sei die Freude irgendwie anders gewesen. Labitzes haben im Mai 1959 in Brüel geheiratet, als sie in Blankenberg wohnten. Drei Jahre später zogen sie nach Warin, zuerst in eine neue Wohnung bei der AWG, inzwischen leben die Rentner längst in einer Einliegerwohnung im Hause der Tochter und ihrer Familie.

Der elektrische Handmixer RG 5 von Komet funktionierte nach 25 Ehejahren immer noch tadellos - und bekam daher weiter seine Chance. Bei der goldenen Hochzeit habe gar nicht mehr die Frage gestanden, was aus dem guten alten Stück wird, sagt die 74-Jährige lachend. Sie rührt damit beim Kuchenbacken den Teig oder nimmt ihn, um Schlagsahne und Eischnee zu schlagen. "Neue Mix stäbe brauchten wir mal, als die anderen abgenutzt waren. Ich habe eine Firma gefunden, die noch Teile für Geräte aus dieser Zeit herstellt", erzählt Günter Labitzke freudig.

Nur der Mixaufsatz unter anderem für Fruchtmilch hat ausgedient, existiert aber noch genauso wie die Originalkartons für die Geräte, wenn auch sichtlich vergilbt. "Wie primitiv die Verpackung damals war. Heute wird alles drei Mal eingewickelt", sagt der 78-Jährige kopfschüttelnd. Anstelle des Aufsatzes steht ein neues Gerät in der Küche. "Das ist super, aber auch schon an die 20 Jahre alt. Unsere Tochter kann mit ihrem sogar Eis machen", erklärt die Warinerin.

Der Wasserkocher samt Tauchsieder habe auch schon ein halbes Jahrhundert hinter sich. Der komme zum Zuge, wenn im Garten schnell mal heißes Wasser gebraucht werde. Und den Kühlschrank "Minsk" mit großem Gefrierfach schalten Labitzkes für ein paar Tage ein, wenn größerer Besuch kommt und mehr Kühlkapazität gebraucht wird. "Wir hatten ihn auch mal an meine Schwester abgetreten. Denn der läuft zuverlässig", so Elke Labitzke. Der Stromverbrauch sei bei den heutigen Geräten natürlich bedeutend geringer. Doch sie hätten den Platz, sonst wäre der alte Kühlschrank wohl auf dem Schrott gelandet. Ihren Dampfentsafter und Weckkessel haben die Wariner verschenkt, als sie sich neu eindeckten. Beides habe sich jemand aus Grevesmühlen abgeholt und sich riesig gefreut. Der Geschirrspüler indes, gerade mal 16 Jahre alt, habe diese Tage seinen Geist aufgegeben. Heute seien die Geräte nicht für die Ewigkeit, meint Günter Labitzke schmunzelnd.

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