Suche mit Happyend : „Hallo meine Große, hier ist dein Papa!“

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Doreen Schlüter findet mit 47 Jahren über die SVZ ihren leiblichen Vater.

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29. September 2017, 05:00 Uhr

„Mein Name ist Doreen Schlüter und ich möchte Ihnen von ganzem Herzen für diesen Artikel danken, denn er hat mein Leben grundlegend verändert“, so beginnt eine längere E-Mail an unsere Redaktion.

Vor vier Jahren erfuhr die heute 47-Jährige den Namen ihres leiblichen Vaters, da sie für ihre zweite Eheschließung eine neu beglaubigte Geburtsurkunde benötigte. „Bis dahin war auf meiner Geburtsurkunde kein Vater vermerkt“, sagt die Frau aus der Nähe von Magdeburg. Bis zu ihrem vierten Lebensjahr bei ihren Großeltern in Büschow aufgewachsen, holte sie ihre Mutter, die inzwischen verheiratet war, 1974 zu sich nach Magdeburg. „Mir wurde auch der Familienname Kabutz gegeben, ich stellte diesen Vater nicht in Frage.“ Um so größer war 2013 die Überraschung. „Der Name meines Vaters lautet Hans-Herbert Dieter Siggelkow, geboren in Brüel.“

Da ihre Mutter jegliche Auskunft verweigerte, machte sich die Tochter 2013 selbst auf die Suche, es war schwieriger als gedacht: „Die deutschen Ämter wissen zwar, ob jemand verstorben ist, aber nicht, wo lebende Personen zu finden sind. Es gibt nur eine Anmelde- aber keine Abmeldepflicht“, so Schlüter. Und da ist auch noch der Datenschutz…

Die 47-Jährige gab den Namen ihres Erzeugers in Abständen immer wieder im Internet ein. Es wurde die Suche nach der berühmten Stecknadel im Heuhaufen. Bis zum Februar 2017, da stieß Doreen Schlüter, selbst Mutter von drei inzwischen erwachsenen Kindern, auf den SVZ-Artikel vom 3. Juli 2014 über ein „Treffen der goldenen Abiturienten“ in Brüel. Da war auch ein Herbert Siggelkow erwähnt. Ob das ihr Vater sein könnte? Doch erneut kam sie erst einmal nicht weiter. Im SVZ-Beitrag war jedoch von Elektromeister Udo Techel die Rede, der Brüel als Einziger der 1964er-Abiturienten nie verließ. Von Techel bekam sie die Auskunft, dass es sich „bei dem abgebildeten Herrn nicht um meinen Vater handeln könne. Allerdings hatte Herr Techel die Idee, mich an seinen Freund zu vermitteln, der ein Taxiunternehmen in Brüel besitzt.“ Nach dem Motto: Taxifahrer wissen alles!

Und in der Tat. Taxiunternehmer Bernd Pilz „erzählte mir von Sonnhilde Siggelkow, … in der Familie ihres verstorbenen Mannes hätte es viele Jungs gegeben und er meinte, sich zu erinnern, dass einer der Neffen Hans-Herbert Dieter Siggelkow heißt“.

Schlüter schrieb ihrer Tante, wie es sich herausstellte, einen langen Brief. „Im März, zwei Tage nach meinem Geburtstag, erhielt ich einen Anruf, der mit dem Satz ,Hallo meine Große, hier ist dein Papa!‘ begann.“ Am 1. April habe sie ihren leiblichen Vater das erste Mal in Schwerin bei ihm zu Hause besucht, dessen Frau hielt das fotografisch fest. „Es war beiderseits Liebe auf den ersten Blick“, so Doreen Schlüter. Siggelkow bestätigt dies gegenüber SVZ. Die Mutter habe jeglichen Kontakt zum Kind verweigert und so gab er es irgendwann auf, habe aber all die Jahre gezahlt.

Doreen Schlüter kann ihr Glück kaum fassen: „Ich habe eine große Familie dazubekommen.“ Darunter drei Halbgeschwister. Anfang Oktober steigt an der Ostsee bei Rerik das große Familientreffen mit
38 Leuten. „Ohne Ihren Artikel wäre es vielleicht nicht oder erst zu einem anderen Zeitpunkt dazu gekommen“, so Doreen Schlüter.

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