Mustin : Halbe Ausstellung und ganzes Theater

Da waren sie vereint –  Prinz und Prinzessin.  Figurentheater-Schauspielerin Margrit Wischnewski aus Seehof bei Schwerin ließ im wahrsten Sinne des Wortes die (Märchen)Puppen tanzen. Diese lagen zu DDR-Zeiten übrigens in so mancher Spieleecke  –  komplett im Sechser-Sortiment  „Ich habe sie von Flohmärkten oder Lumpenkisten, gebe ihnen neue Kleider und ein Bühnenleben“, so Wischnewski. Fotos:  Roland Güttler
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Da waren sie vereint – Prinz und Prinzessin. Figurentheater-Schauspielerin Margrit Wischnewski aus Seehof bei Schwerin ließ im wahrsten Sinne des Wortes die (Märchen)Puppen tanzen. Diese lagen zu DDR-Zeiten übrigens in so mancher Spieleecke – komplett im Sechser-Sortiment „Ich habe sie von Flohmärkten oder Lumpenkisten, gebe ihnen neue Kleider und ein Bühnenleben“, so Wischnewski. Fotos: Roland Güttler

Orkan „Xaver“ suchte die Eröffnung der 19. Wintergalerie in Rothener Mühle heim.

svz.de von
08. Dezember 2013, 16:03 Uhr

Bereits zum 19. Mal luden Wolf und Tine Schröter nach Rothener Mühle in ihre Werkstatt zur Wintergalerie ein. „Zur Eröffnung gibt es eine halbe Ausstellung, dafür haben wir ein ganzes Theater“, entschuldigte sich die Gastgeberin am Freitagabend.

Orkan „Xaver “ hatte auch in Rothener Mühle seien Spuren hinterlassen. Zwei Berliner Künstlerinnen bekamen zur traditionellen Eröffnung samt Märchenstück ihre Werke nicht rechtzeitig an den idyllischen Ort zwischen Mustin und Rothen. Und so waren die Wände im Erdgeschoss nackt, hier sollten die Malereien von Mideele Schade hängen. Die Treppe hoch war auch noch Platz für Eva Laufers Schmuckarbeiten.

Und auch längst nicht alle eingeladenen Gäste kamen zur Eröffnung. Was schade war, es störte aber nicht wirklich. So wurde es für die über 20 Anwesenden eine familiär-kuschelige Atmosphäre am wärmenden Kaminofen. Ja, nicht wenige waren extra wegen des Märchens gekommen – so auch Familie Rosin aus Kobrow I, wobei Tochter Wiebke erstmals mit war. „Das ist immer wieder ganz toll – und wir müssen dazu nicht weit fahren“, verkündete Sabine Rosin nach dem diesmal Gesehenen. Ihr Mann Peter ergänzte: „Das machen wir schon drei, vier Jahren lang so. Im Vorjahr gab es ,Der große und der kleine Klaus‘“.

Nach dem Märchen von Hans Christian Andersen waren diesmal die Gebrüder Grimm an der Reihe. Dargeboten von der Vollblut-Schauspielerin Margrit Wischnewski aus Seehof bei Schwerin. Nach zehn Jahren am Mecklenburgischen Theater Schwerin, wo sie wegen der von der Politik aufoktruierten Kosteneinsparungen 2010 entlassen wurde, tritt sie inzwischen als „Eine-Frau-Unternehmen“ mit ihrem Figurentheater vor allem in der Theaterscheune Schwerin-Mueß auf. Aber natürlich zieht es Wischneski auch über die Lande – Freitagabend war Rothener Mühle angesagt.

Bei der Theaterscheune im Mueßer Freilichtmuseum liege das Volkskundliche nahe. „So bin ich auf die Grimms gekommen. Und da sitze ich jetzt!“ Und das weiß Gott nicht schlecht, wie der Abend bei den Schröters zeigte.

Margrit Wischnewski hatte die Nr. 1 mitgebracht, wie sie ausdrücklich hervorhob. „In jeden guten Grimmschen Märchenbuch ist der Froschkönig an erster Stelle platziert. Ich präsentiere allerdings die Originalfassung, die Gebrüder Grimm haben an dem zu den Zaubermärchen gehörenden Stoff kräftig herumgeschnippelt und ihn zum Erziehungsträger für Erwachsene umfunktioniert“, betont sie. Ihre Fassung lautet denn auch: „Der Froschkönig und Kasper als eiserner Heinrich.“

Und dann ging’s los. Köstlich, wie Wischnewski der Hexe und den anderen Froschkönig-Figuren die passende Stimme verlieh. Am Ende ging natürlich auch hier alles gut aus. Auf die Frage: „Hat es gefallen?“, antwortete der siebenjährige Luca Wellmann aus Lenzen – er war das einzige Kind in der Abendrunde – gegen 20.45 Uhr allerdings ganz trocken: „Zu kurz!“

Die Erwachsenen, ob aus Wendorf, Kobrow, Lenzen oder dem benachbarten Rothen gekommen, wollten nach dem verdienten Applaus und mit einem Gläschen Rot- bzw. Glühwein in der Hand auch noch die (noch) halbe Ausstellung ansehen. So war Bettina Bauer von der Produzentengalerie „Augenweide“ aus Güstrow bei ihrer Rothener-Mühle-Premiere zugegen. Sie sei „inspiriert von Naturformen“.

Inspirieren lassen können sich Besucher auch noch kommendes Wochenende. Samstag und Sonntag, jeweils von 12 bis 18 Uhr, ist die 19. Wintergalerie geöffnet. Und dann mit der ganzen Ausstellung…


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